Grundlagen für eine biblische Ehe: Wie Gott sich das Bündnis zwischen Mann und Frau vorstellt
Wenn wir heute über den Begriff Ehe sprechen, so haben verschiedene Menschen differierende Vorstellungen. So gibt es etwa in Deutschland die Idee der Ehe für alle. Doch tatsächlich gibt es nur eine Quelle, die uns die Grundlagen für eine biblische Ehe offenbaren kann – die Bibel selbst.
Ich werde mich in kommenden Beiträgen etwas intensiver mit dem Thema Ehe beschäftigen. Doch zunächst wollen wir einige Fundamente legen und untersuchen, was eine biblische Ehe wirklich ausmacht.
Das erste Ehepaar
Es gibt wohl kaum einen besseren Ort, als den Garten Eden, um mehr darüber zu erfahren, wie Gott sich die Ehe gedacht hat. Bereits im ersten Kapitel der Bibel erfahren wir von der Erschaffung von Mann und Frau.
Und Gott schuf den Menschen in seinem Bild, im Bild Gottes schuf er ihn; als Mann und Frau schuf er sie.
(1. Mose 1,27; SLT)
Schon in diesen ersten Versen sehen wir essenzielle Prinzipien, die sich in unseren Ehen widerspiegeln sollten. Zunächst erkennen wir, dass sowohl der Mann als auch die Frau nach dem Ebenbild Gottes geschaffen wurden. Sie sind in dieser Beziehung absolut gleichrangig.
Wenn beide etwas Göttliches in sich tragen, dann kann es zwischen beiden gar keine Hierarchie geben. Mann und Frau sind gleichrangig und gleichwertig und können Gottes Abbild nur dann vollständig auf die Erde transportieren, wenn sie ihre jeweiligen göttlichen Anteile vereinen. In der Einheit der Ehe kann Gott auf der Erde sichtbar werden.
Doch es gibt noch eine andere wichtige Information in Bezug auf eine biblische Ehe, die wir aus den ersten Versen der Heiligen Schrift ziehen können.
Und Gott sprach: Lasst uns Menschen machen nach unserem Bild, uns ähnlich; die sollen herrschen über die Fische im Meer und über die Vögel des Himmels und über das Vieh und über die ganze Erde, auch über alles Gewürm, das auf der Erde kriecht!
(1. Mose 1,26; SLT)
Der Mensch ist seit seiner Erschaffung zur Herrschaft über die Erde bestimmt. Doch heißt es nicht, lasst den Mann oder die Frau herrschen und der andere Partner ist sein Anhängsel. Vielmehr ist der Herrschaftsauftrag an beide gerichtet. Eine effektive Herrschaft nach Gottes Vorstellungen ist also nur zusammen möglich. Dies trifft insbesondere auf die Erziehung der Kinder zu.
Wie Adam zu Eva kam
Die erste biblische Ehe bestand zwischen Adam und seiner Frau Eva. Interessant ist jedoch, dass Adam zunächst allein erschaffen wurde.
Da bildete Gott der HERR den Menschen, Staub von der Erde, und blies den Odem des Lebens in seine Nase, und so wurde der Mensch eine lebendige Seele.
(1. Mose 2,7; SLT)
Später stellte Gott fest, dass es nicht gut sei, wenn Adam allein bliebe. Er wolle ihm eine Gehilfin machen (1. Mose 2,18). Diese Gehilfin wurde Adam aus der Rippe entnommen. Damit war Eva ein Teil von ihm.
Doch es war keineswegs ein minderwertiger Teil. Die Rippen bilden gemeinsam mit dem Brustbein den Brustkorb. Dieser ist dafür verantwortlich, das Herz und die Lunge des Menschen zu schützen. Daraus können wir schon erkennen, welche Rolle die Frau in einer biblischen Ehe spielt. Doch darauf kommen wir in einem anderen Artikel zurück.
Wir halten aber jetzt schon fest, dass Adam und Eva im Garten Eden ebenbürtig zueinander standen.
Noch einige grundsätzliche Fakten zur biblischen Ehe
Nun schauen wir uns anhand einiger Bibelstellen noch einige grundlegenden Prinzipien einer biblischen Ehe an. Dazu gehört zunächst, dass eine Ehe nur zwischen Mann und Frau geschossen werden kann. Alle anderen Formen des Zusammenlebens sind keine Ehen nach biblischem Vorbild. Vielmehr sind sie als Sünde anzusehen.
Du sollst bei keinem Mann liegen, wie man bei einer Frau liegt, denn das ist ein Gräuel.
(3. Mose 18,22; SLT)
Zudem ist die Ehe ein exklusives Bündnis zwischen den Ehepartnern. Darin hat sich niemand anderes einzumischen. Auch keine zweite Frau oder weitere Männer. Zwar gibt es Beispiele von Polygamie in der Bibel, doch ist das Zusammenleben mit mehreren Männern oder Frauen nicht das Idealbild. Tatsächlich handelt es sich auch dabei um Sünde.
Du sollst auch nicht eine Frau zu ihrer Schwester hinzunehmen, sodass du Eifersucht erregst, wenn du ihre Scham entblößt, während jene noch lebt.
(3. Mose 18,18; SLT)
Auch wenn das Wort Schwester theoretisch auf eine leibliche Verwandte der Frau hindeuten könnte, so weist die Ausdrucksweise des Verses darauf hin, dass es sich hierbei um eine andere Frau handelte. Zumindest können wir aber feststellen, dass auch Adam nur eine Frau hatte und dies wohl das Ideal für eine biblische Ehe ist.
Als letzten Punkt sollten wir verbuchen, dass Sexualität exklusiv einer Ehebeziehung vorenthalten sein sollte. Das sehen wir unter anderem darin, dass Männer, die eine Jungfrau verführten, diese auch zur Frau zu nehmen hatten.
Wenn ein Mann eine Jungfrau verführt, die noch nicht verlobt ist, und er liegt bei ihr, so muss er sie sich durch Bezahlung des Brautpreises zur Ehefrau nehmen.
(2. Mose 22,15; SLT)
Die Torah sieht keine Sexualität ohne Ehe vor. Das gilt auch für heutige Ehen nach biblischem Vorbild.
Fazit zur biblischen Ehe
Wie wir sehen, ist eine der wichtigsten Grundlagen einer biblischen Ehe die Gleichberechtigung beider Partner innerhalb des Bundes. Zwar haben Frauen und Männer unterschiedliche Anlagen und erfüllen deshalb auch unterschiedliche Rollen.
Doch nur in der Ergänzung kann das Ebenbild Gottes auf der Erde sichtbar werden. Und nur so können beide über die Erde herrschen.
Und genau das ist der Sinn der Ehe. Die Repräsentation Gottes auf der Erde. Wenn wir wissen, wie wir eine biblische Ehe führen sollen, dann können die Menschen um uns herum Gott in dieser Ehe erkennen und echte Herrschaft über unsere Lebensbereiche ergreifen.
Als glücklicher Ehemann und Familienvater widmet sich Marco seit 2011 den hebräischen Wurzeln des biblischen Glaubens. Mit seiner Arbeit möchte er Familien einen Mehrwert bieten und sie auf ihrem Weg des Glaubens ermutigen. Mit seinen Texten und Inhalten möchte er dich anregen, die tiefgreifende Verbindung zwischen christlichen und jüdischen Traditionen zu entdecken und den Glauben auf einer neuen Ebene zu erleben.
