Bund der Ehe in der Bibel: Gottes Design für die Einheit
Das Zusammenleben von Mann und Frau hat sich Gott nicht als lose Beziehung der Partner vorgestellt. Vielmehr gibt es einen Bund der Ehe in der Bibel. Diesen Bund hat Gott mit dem Ziel gestiftet, einen Mann und eine Frau zu einer Einheit zu verschmelzen, damit diese gemeinsam herrschen können.
Grundlagen für den biblischen Bund der Ehe
Als Gott Adam geschaffen, ihn in den Garten Eden gesetzt und eine Frau gegeben hatte, stellte er abschließend fest:
Darum wird ein Mann seinen Vater und seine Mutter verlassen und seiner Frau anhängen, und sie werden ein Fleisch sein.
(1. Mose 2,24; SLT)
Wenn ein Mann und eine Frau miteinander den Bund der Ehe eingehen, verlassen sie ihr altes Leben. Es beginnt für beide ein neuer Abschnitt in den Grundlagen der biblischen Ehe. Vorbei ist die Zeit, in der sie sich nur um sich selbst kümmern mussten. Sie sind nun fest miteinander verbunden.
Wenn wir uns das hebräische Wort für Fleisch ansehen, finden wir eine Besonderheit, die uns hilft, den Sinn der Ehe noch tiefer zu verstehen. Denn das Wort בָּשָׂר (basar) wird an anderen Stellen nicht mit Fleisch, sondern mit guter Nachricht oder Freudenbotschaft übersetzt.
Achimaaz aber, der Sohn Zadoks, sprach: Ich will doch hinlaufen und dem König die gute Botschaft bringen, dass der HERR ihm Recht verschafft hat von der Hand seiner Feinde!
(2. Samuel 18,19; SLT – Hervorhebung durch den Autor)
Demnach können wir festhalten, dass Gott mit dem Bund der Ehe in der Bibel das Ziel verfolgt, durch die Einheit von Mann und Frau, sein Evangelium von der Errettung der Menschheit sichtbar zu machen.
Gottes Ehebund mit seinem Volk
Tatsächlich vergleicht Gott seine Beziehung zu Israel wiederholt mit einer Ehe. Schauen wir uns dazu einmal zwei Beispiele an.
Durch den Propheten Jeremia lässt der Allmächtige verkünden, dass er Israels Eheherr sei.
Kehrt um, ihr abtrünnigen Kinder, spricht der HERR, denn ich bin euer Eheherr! Und ich will euch nehmen, einen aus [jeder] Stadt und zwei aus [jeder] Familie, und euch nach Zion bringen.
(Jeremia 3,14; SLT – Hervorhebung durch den Verf.)
Wenn Gott der Eheherr ist, dann liegt zwischen ihm und seinem Volk auch eine Ehe vor. Jeremia greift dieses Bild auch später noch einmal auf (Jeremia 31,31-32).
Im Buch Hosea lesen wir, wie der Allmächtige sich als (Ehe-)Mann seines Volkes versteht, welcher mit Israel in einem Bund lebt.
An jenem Tag wird es geschehen, spricht der HERR, dass du mich »mein Mann« und nicht mehr »mein Baal« nennen wirst; … Und ich will dich mir verloben auf ewig, ich will dich mir verloben in Gerechtigkeit und Recht, in Gnade und Erbarmen; ja, ich will dich mir verloben in Treue, und du wirst den HERRN erkennen!
(Hosea 2,18.20-21; SLT – Hervorhebung durch den Verf.)
Aus diesen Beispielen können wir schließen, dass die Bündnisbeziehung zwischen Gott und seinem Volk ein Vorbild für den Bund der Ehe zwischen zwei Menschen ist. Doch welche Bestandteile hat ein solcher Bund?
Es sind die Folgenden:
- die Bundesbedingungen (der Ehevertrag, auch Ketuba genannt)
- ein Opfer
- ein Bundesmahl
- ein Bundeszeichen
Schauen wir uns an, wie Gott diese Bestandteile in seinen Bund mit Israel hat einfließen lassen und welche Bedeutung sie haben.
Die Bundesbedingungen
Dieser Punkt ist recht einfach. Die Gebote Gottes, wie sie in der Torah niedergeschrieben sind, stellen die Bundesbedingungen der Ehe zwischen Gott und seinem Volk dar. Dabei ist der Allmächtige der Ehemann und Israel die Braut. Traditionell macht der Bräutigam das Eheangebot und verfasst die Ketuba, wobei die Braut den darin enthaltenen Inhalten lediglich zustimmt.
Im Fall des göttlichen Bundes zwischen Israel und dem Schöpfer ist das so geschehen. Der Allmächtige verkündete seine Gebote am Sinai und Israel stimmte den Bedingungen zu.
Darauf nahm er das Buch des Bundes und las es vor den Ohren des Volkes. Und sie sprachen: Alles, was der HERR gesagt hat, das wollen wir tun und darauf hören!
(2. Mose 24,7; SLT)
Im Grunde regelt die Ketuba, wie die beiden Individuen zukünftig als Einheit zusammenleben wollen. Das heißt, darin werden grundsätzliche Hausregeln festgehalten, wirtschaftliche Verhältnisse reguliert, aber auch eine gemeinsame Vision formuliert.
Es gibt keine festen Vorgaben, was in einer Ketuba enthalten sein muss. Letztlich ist es einfach sinnvoll, wenn wir in unseren Ehen grundlegende Verhaltensregeln vereinbaren und schriftlich fixieren. Dann geraten sie nämlich nicht so schnell in Vergessenheit.
Ich habe Sonja damals eine Ketuba geschrieben und sie hängt seither an einem prominenten Platz in unserem Haus. Sollte einer von uns die darin festgehaltenen Worte vergessen haben (Sonja hat von uns beiden das bessere Gedächtnis), können wir jederzeit nachlesen und unsere Ehe wieder neu danach ausrichten.
Das Opfer
Zu einer traditionellen hebräischen Hochzeit in der Antike gehörte immer ein Opfer. Auch Gott hat bei seinem Bundesschluss am Sinai Opfer darbringen lassen.
Und Mose sandte junge israelitische Männer, damit sie Brandopfer darbrachten und Jungstiere opferten als Friedensopfer für den HERRN.
(2. Mose 24,5; SLT)
Auch wenn es sich nicht um den Bund der Ehe handelte, war es bei Bündnisschlüssen üblich, ein Opfer zu bringen. Dabei wurden die Tiere zerteilt und die beiden Hälften gegenüber gelegt (1. Mose 16,9-10). Dazwischen entstand ein Gang, durch den die beiden Parteien hindurchgehen sollten.
Symbolisch stand dieser Akt dafür, dass durch das Bündnis das alte Leben beider Partner vorbei war. Der alte (Single-)Mensch war nun tot. Die Identität als Ehepartner würde einen ganz anderen Menschen hervorbringen.
Gleichzeitig wurde der Bruch der Bündnisbedingungen oft mit dem Tod bestraft. Durch das Opfer wurde auch darauf hingewiesen.
Obwohl wir heute selten Tiere auf Hochzeiten opfern, wird uns aus der Symbolik dennoch klar, dass sich mit einer Ehe unser Leben grundsätzlich ändert und der alte Mensch, der nur für sich lebte, gestorben ist.
Das Bundesmahl
Zum Bund der Ehe in der Bibel gehörte immer eine Hochzeitsfeier. Das Fest dauerte oft sieben Tage.
Auch Gott gab am Sinai ein Mahl.
Und er legte seine Hand nicht an die Auserwählten der Kinder Israels. Und sie schauten Gott und aßen und tranken.
(2. Mose 24,11; SLT)
Der Eheschluss ist ein freudiges Ereignis. Wir sollten es gebührend feiern.
Das Bundeszeichen
In unseren Kreisen ist der Ring das Zeichen für die Ehe. Dieses Zeichen soll die Partner selbst daran erinnern, dass sie verheiratet sind. So manche Ehe ist in die Brüche gegangen, weil ein Partner diesen Fakt im Angesicht von Verführung vergessen hat.
Zum anderen stellt der Ring aber auch ein Zeichen nach außen dar, sodass es niemand erst versuchen soll, sich einen der Ehepartner zu angeln.
Übrigens hat auch Gott ein Zeichen für seinen Bund:
So sollen die Kinder Israels den Sabbat halten, indem sie den Sabbat feiern für alle ihre Geschlechter, als ein ewiger Bund. Er ist ein ewiges Zeichen zwischen mir und den Kindern Israels; denn in sechs Tagen hat der HERR Himmel und Erde gemacht; aber am siebten Tag ruhte er und erquickte sich.
(2. Mose 31,16-17; SLT)
Fazit über den Bund der Ehe in der Bibel
Der Bund der Ehe, wie er in der Bibel beschrieben wird, ist weit mehr als nur eine Verbindung zweier Menschen. Er ist ein tiefgreifendes, göttliches Konzept, das auf Einheit, Hingabe und gegenseitiger Verpflichtung basiert.
Gott hat die Ehe als ein Abbild seiner eigenen Beziehung zu seinem Volk Israel geschaffen – eine heilige Vereinigung, die das Potenzial hat, Gottes Liebe und seine Erlösungsbotschaft widerzuspiegeln.
Indem Mann und Frau in den Bund der Ehe eintreten, verlassen sie ihr altes Leben und beginnen gemeinsam einen neuen Weg, fest verbunden und bestrebt, gemeinsam in Einheit zu leben und zu wirken. Der biblische Ehebund ist nicht nur eine menschliche Institution, sondern auch ein göttliches Symbol für Treue, Opferbereitschaft und unerschütterliche Liebe.
Als glücklicher Ehemann und Familienvater widmet sich Marco seit 2011 den hebräischen Wurzeln des biblischen Glaubens. Mit seiner Arbeit möchte er Familien einen Mehrwert bieten und sie auf ihrem Weg des Glaubens ermutigen. Mit seinen Texten und Inhalten möchte er dich anregen, die tiefgreifende Verbindung zwischen christlichen und jüdischen Traditionen zu entdecken und den Glauben auf einer neuen Ebene zu erleben.
