Purim – Einführung in das Esther-Fest
Purim ist ein wunderbares Fest. Ein jüdisches Fest, genau wie Chanukka. Welchen Gewinn haben wir, wenn wir dieses Fest begehen? Welche Geschichte liegt in Purim verborgen? Wie bringen wir unseren Kindern Purim näher und auf welche Traditionen können wir als Familie zurückgreifen? All diese Punkte wollen wir uns im Folgenden näher ansehen.
Die Geschichte hinter Purim

Die Ereignisse spielen im Perserreich.
Es war eine Zeit, in der einige Juden aus dem Exil schon nach Israel zurückgekehrt waren, viele sind jedoch in Babylon geblieben. So auch die Protagonisten: Esther und ihr Adoptivvater Mordechai. Das Volk Gottes scheint seinen Gott wieder vergessen zu haben.
Durch diverse Geschehnisse wird die jüdische Esther (Hadassa) zur Königin des mächtigen Ahasveros. Ihre Identität als Jüdin hält sie allerdings geheim. Der königliche Berater Harman, der als des Königs rechte Hand fungiert, hat einen unbändigen Judenhass in sich. Er bittet den König darum, ein Dekret erlassen zu dürfen. Darin stand, dass alle Juden zu einem bestimmten Tag, der vom Los („Pur“) bestimmt wurde, getötet werden sollten.
Der König gestattete es Harman, er gab ihm seinen Siegelring, um alles zu veranlassen. So war es Gesetz und unwiderrufbar.
Esthers Auftrag:
Esther wird von ihrem Adoptivvater, Mordechai, der ein Diener am Tor des Königs ist, aufgefordert, den König um Gnade und Leben für ihr Volk zu bitten.
Das Erscheinen vor dem König, ohne gerufen zu sein, konnte mit dem Tod bestraft werden. Mordechai erinnert Esther an ihre Sonderstellung als Königin und legt den Schluss nahe, dass sie möglicherweise aus dem Grund, die Retterin des Volkes zu sein, an diese Stelle gesetzt wurde. Das könnte DER Auftrag Gottes für ihr Leben sein.
Durch Mordechai ermutigt, fasst Esther den Entschluss, ihr Leben aufs Spiel zu setzen und beim König vorzusprechen. Sie fastete 3 Tage als Vorbereitung, und bat auch das Volk der Juden, mitzufasten.
Sodann erscheint sie vor dem König, der sie sprechen lässt. Sie lädt ihn und Harman zu zwei Abendessen ein, um ihm ihre Bitte vorzutragen. Als er erfährt, dass Harman nach dem Leben der Königin und dem Leben ihres Volkes trachtet, wird Harman gehängt. Mordechai erhält seinen Platz als oberster Minister und erlässt eine Zusatzklausel im Gesetz: dass die Juden sich an diesem bestimmten Tag verteidigen dürfen.
So gelang es den Juden, nicht nur zu überleben, sondern auch ihre Feinde zu überwinden.
Zum Hintergrund:
Diese Geschichte findet sich im sogenannten Buch Esther sehr viel ausführlicher. Sie wird traditionell an Purim gelesen. Gott kommt übrigens in der ganzen Geschichte nicht vor. Doch seine Handschrift ist eindeutig. Er hat alles perfekt dirigiert und führt alles zu einem guten Ende.
Der Name „Purim“ kommt vom Wort „Pur“ (Los), weil Haman das Los warf, um den Tag der Vernichtung festzulegen. Doch was als Tag des Untergangs geplant war, wurde zum Tag der Rettung und Freude. Um daran zu erinnern, feiern die Juden bis heute diese wunderbare Errettung.
Purim ist kein Fest aus der Torah wie Pessach oder Sukkot, sondern ein später eingesetztes Erinnerungsfest aus der Zeit des Exils.
Nachdem sich nach der geplanten Vernichtung der Juden doch, alles wendete und das jüdische Volk gerettet wurde, setzte man die Tage als jährliches Freudenfest ein (Esther 9,20–28).
Warum Purim heute noch relevant ist
Purim ist ein „Errettungsfest“, wir erinnern uns an seine Rettung. Auch wenn wir uns von ihm entfernt haben und wir zu ihm zurückkehren und zu ihm schreien, wird er uns hören, uns vergeben und retten. So wie er es damals mit den Juden tat.
Das ist nicht nur eine Geschichte des jüdischen Volkes, es ist Gottes Geschichte – die auch für Nichtjuden spannend und relevant ist.
Wir lernen Gott durch Purim näher kennen und erinnern uns an seine großen Taten.
….worin er [Mordechai] sie [die Juden] verpflichtete, dass sie den vierzehnten und fünfzehnten Tag des Monats Adar Jahr für Jahr feiern sollten, als die Tage, an denen die Juden vor ihren Feinden zur Ruhe gekommen waren, und als den Monat, in welchem ihr Kummer in Freude und ihre Trauer in einen Festtag verwandelt worden war; dass sie diese feiern sollten als Tage des Gastmahls und der Freude, an denen sie einander Geschenke machen und die Armen beschenken sollten.
Und die Juden machten sich das, was sie zu tun angefangen hatten und was ihnen Mordechai vorgeschrieben hatte, zur Gewohnheit.
Esther 9,21-23 -SLT 2000
Wie in jeder Geschichte stecken auch in Purim viele Lektionen, eine davon:
Gottes Wirken ist nicht immer offensichtlich. Manchmal erkennen wir seine Führung erst im Rückblick. Gerade in Zeiten, in denen Gott „schweigt“, dürfen wir darauf vertrauen, dass er dennoch handelt.
Das Fest wird traditionell mit vier zentralen Elementen gefeiert:
- Lesung der Megillat Esther (Estherrolle)
- Freude und Festmahl
- Geschenke an Bedürftige (Matanot la’Evjonim)
- Speisen unter Freunden (Mischloach Manot)
Auch die Verkleidungen haben eine symbolische Bedeutung: So wie Gott im Buch Esther verborgen wirkt, ist auch an Purim vieles „verhüllt“.
Wie feiern wir Purim als Familie?
Dekoration:
Die Freude, die dieses Fest ausdrückt, soll in der Dekoration zur Geltung kommen. Es darf farbenfroh werden. Wir haben uns eine Purim-Girlande gebastelt, aus lauter bunten Losen, die aus vielen Röllchen an einer Schnur besteht. Auch Luftschlangen und Luftballons helfen, den Raum in Windeseile, fröhlich und festlich zu schmücken.
Essen:
Das traditionelle Purimessen ist süß, reichhaltig und voller Symbolik.
Fehlen sollten auf keinen Fall die sogenannten Hamantaschen, dreieckige Kekse mit süßer Füllung. Es gibt Rezepte, die sind gesünder, andere wiederum nicht ganz gesund, aber dennoch lecker.
Typische Füllungen:
- Mohn (klassisch)
- Pflaumenmus
- Datteln
- Schokolade
- Marmelade
Die dreieckige Form wird oft mit Hamans Hut oder Ohren symbolisch in Verbindung gebracht.
Auch Speisen mit Füllung werden gerne gewählt, weil es an das Verborgene erinnert. – So wie Gott in der Geschichte verborgen ist.
Zudem darf an dem Freudenfest etwas besonders Leckeres auf dem Tisch landen.
Programm:
In unserer Familie ist das „Estherspiel“ der Höhepunkt, neben dem Essen – versteht sich.
Alle 10 Kapitel der Esther-Geschichte lesen wir am Abend und machen Krach, immer wenn der Name Haman vorkommt, um seinen Namen auszubuhen/auszulöschen. So wird es ganz traditionell auch in den Synagogen gehandhabt.
Am Nachmittag jedoch lesen wir mit den Kindern eine verkürzte Geschichte und spielen sie dabei recht amateurhaft nach. Wenn wir nicht genügend freiwillige Schauspieler finden, so werden Rollen doppelt besetzt oder Kuscheltiere ersetzen Schauspieler kurzfristig.
Beim Essen machen wir gerne einen kurzen Impuls für die Kinder. Wir wollen über die Geschichte ins Gespräch kommen oder erzählen, was uns dieses Jahr besonders wichtig geworden ist. So sprechen wir über Esthers Mut, über Identität, Gottes Treue und Vertrauen auf Gott – selbst wenn der Ausgang ungewiss ist.
Das oder andere Themen dürfen uns an diesem Tag Tiefgang geben.
Eine Playlist mit fröhlicher Musik darf natürlich auch nicht fehlen. Und Besuch – wenn es möglich ist.
Zusammenfassung:
Purim ist mehr als ein fröhliches Fest mit Kostümen und Gebäck. Es ist ein Zeugnis dafür, dass Gott seine Verheißungen erfüllt – auch hinter den Kulissen. Das wollen wir feiern und uns mit unserer Familie an Gottes Errettung und seine grenzenlose Liebe erinnern.
Stimme dich auf Purim ein und denke daran:
Auch wenn wir Gottes Namen nicht immer sehen – seine Handschrift ist dennoch da.

einfach gesegnet und reich beschenkt

Thomas Bremer
17. März 2026 @ 10:29
noch nicht Mal die Bedeutung von Purim hab ich gekannt, den Namen kenn ich erst, seit er in meinen YouTube Videos auftaucht, irgendwie ist alles anders als gedacht.