Weihnachten Götzendienst – Wie wir als Gläubige in einer weihnachtlichen Welt unbefleckt bleiben
Alle Jahre wieder stehen wir im Winter vor derselben Frage: Wie gehen wir als gläubige Menschen, die die Feste Gottes feiern, mit einem Fest um, das wir als Weihnachten Götzendienst verstehen?
Es ist offensichtlich, dass Weihnachten keine Grundlage in der Schrift hat. Es wurde nicht von Gott geboten, und es steht in keinem Bezug zu den von ihm eingesetzten Festzeiten.
Viele hebräisch Gläubige empfinden deshalb eine wachsende Spannung: Wir leben in dieser Welt, sind jedoch nicht von ihr. Und gerade in der Weihnachtszeit wird diese Spannung besonders spürbar.
Was die Bibel wirklich sagt – und warum Weihnachten Götzendienst genannt werden kann
Wenn wir die Bibel ernst nehmen, müssen wir klar feststellen: Weihnachten ist nicht nur ein menschliches Fest, sondern es trägt Elemente, die Gott ausdrücklich verurteilt. Dazu zählt unter anderem der Weihnachtsbaum.
So spricht der HERR: Lernt nicht den Weg der Heiden und erschreckt nicht vor den Zeichen des Himmels, auch wenn die Heiden sich vor ihnen fürchten! Denn die Bräuche der Heiden sind nichtig. Denn ein Holz ist’s, das man im Wald gehauen hat und das der Künstler mit dem Schnitzmesser anfertigt. Er verziert es mit Silber und Gold und befestigt es mit Hämmern und Nägeln, damit es nicht wackelt; …
(Jeremia 10,2-4; Schlachter 2000 – Hervorhebungen durch den Verfasser)
Diese Beschreibung erinnert unverkennbar an die Tradition des geschmückten Weihnachtsbaums. Für viele Gläubige ist dieser Zusammenhang der Grund, warum sie Weihnachten Götzendienst nennen.
Wir folgen nicht menschlichen Traditionen, sondern wir richten uns nach den Festzeiten Gottes: Pessach, Schavuot, Sukkot und die anderen heiligen Feste, die Gott selbst eingesetzt hat.
Zwischen Absonderung und Liebe – unser Weg in einer weihnachtlichen Welt
Dennoch leben wir in einer Welt, die Weihnachten feiert – laut, bunt und überall präsent. Die meisten Menschen um uns herum meinen es nicht böse. Sie kennen die Hintergründe nicht und sehen Weihnachten eher als Tradition oder Kultur.
Gott selbst begegnet ihnen mit Geduld. Jeschua sagte einmal:
Denn er lässt seine Sonne aufgehen über Böse und Gute und lässt es regnen über Gerechte und Ungerechte.
(Matthäus 5,45b; Schlachter 2000)
Und in den Psalmen heißt es:
Der HERR ist gütig gegen alle, und seine Barmherzigkeit waltet über allen seinen Werken.
(Psalm 145,9; Schlachter 2000)
Der obere Vers stammt aus dem berühmten Aschre-Psalm 145. Das Aschre wird von Juden dreimal täglich gebetet. Der Talmud sagt sogar, dass das dreimal tägliche Beten des Psalms 145 einen Platz in der zukünftigen Welt sichern würde. Natürlich geht es beim Gebet nicht nur darum, den Psalm zu rezitieren, sondern seine Inhalte zu verinnerlichen. Und Inhalt dieses Psalms ist, dass Gott allen gegenüber barmherzig ist.
Unsere Aufgabe ist es deshalb, nicht mit Groll, Abwertung oder stolz erhobenem Zeigefinger zu reagieren. Die Menschen um uns herum wurden ebenfalls im Bilde Gottes geschaffen. Wir sollen ihnen mit denselben Eigenschaften begegnen, die Gott uns erwiesen hat: Liebe, Geduld und Barmherzigkeit.
Die entscheidende Frage lautet:
Sind Menschen offen für eine Erklärung? Oder sind ihre Traditionen so fest verankert, dass jede Kritik nur Ärger erzeugt?
Denn eines ist klar: Wir müssen niemanden überzeugen. Wir müssen niemanden belehren. Unsere Aufgabe ist es, unser Leben im Gehorsam zu Gott zu führen – sichtbar, friedvoll, ehrlich –, und es dann zu teilen, wenn der andere wirklich Interesse zeigt. So vermeiden wir Streit und geben gleichzeitig Raum für ein echtes Zeugnis.
Kinder im Spannungsfeld – wie wir ihnen Weihnachten und dessen Götzendienst erklären können
Für Eltern stellt die Weihnachtszeit oft eine besondere Herausforderung dar. Kinder begegnen Weihnachten im Kindergarten, in der Schule, in der Familie (Großeltern, Cousins etc.), in Bastelprojekten, Liedern und Geschichten. Hier brauchen wir Weisheit und Klarheit.
Wir erklären unseren Kindern:
- Es gibt Menschen, die feiern andere Feste – und das ist ihre Entscheidung.
- Wir feiern die Feste Gottes, weil sie die Wahrheit widerspiegeln, die Gott uns gegeben hat.
- Andere feiern Weihnachten, weil es Teil ihrer Tradition ist.
Und dann beantworten wir die unvermeidliche Frage:
Warum feiern wir kein Weihnachten?
Wir erklären ihnen kindgerecht, aber wahrheitsgemäß:
- Weil Gott es als Götzendienst bezeichnet.
- Weil die Geschichten rund um Weihnachten – Datum, Weihnachtsbaum, Darstellungen der Geburt – nicht in der Bibel stehen, sondern aus Mythen und Fantasie stammen.
- Weil wir die Wahrheit lieben und nur das feiern möchten, was Gott geboten hat.
Kinder spüren Ehrlichkeit. Und sie spüren Frieden. Deshalb ist es wichtig, nicht aus einer Haltung der Wut oder des Urteilens zu sprechen, sondern aus Überzeugung und Freude über das, was Gott uns gegeben hat.
Gleichzeitig stärken wir unsere Kinder darin,
- nicht zu verurteilen,
- nicht zu kritisieren,
- nicht zu missionieren.
Unsere Kinder sollen ein Zeugnis sein – kein Werkzeug für Streit. Sie dürfen teilen, was wir feiern, z. B. Chanukka. Sie dürfen erzählen, warum es ihnen wichtig ist. Aber sie sollen andere nicht beschämen oder belehren. Auch das ist gelebte Liebe.
Fazit: Weihnachten als Götzendienst erkennen – und dennoch in Liebe leben
Zum Schluss bleibt die Erinnerung: Wir nennen Weihnachten Götzendienst, weil Gott selbst uns die Maßstäbe dafür gegeben hat. Wir feiern keine Feste, die Er nicht geboten hat, und wir lehnen Praktiken ab, die Er verurteilt. Doch gleichzeitig leben wir in einer Welt, die Weihnachten liebt – und Gott ruft uns dazu auf, Licht zu sein, nicht Streit.
Wenn wir unbefleckt bleiben wollen, schützen wir unsere Herzen und die unserer Kinder, indem wir die Wahrheit kennen, sie erklären und sie leben. Und wenn wir in Liebe handeln, dann wird unser Leben selbst zu einem Zeugnis für die Feste Gottes und für die Wahrheit, die Er uns gegeben hat.
So begegnen wir einer weihnachtlichen Welt mit Klarheit – und zugleich mit Liebe. So bleiben wir in der Wahrheit – und bewahren dennoch den Frieden. So erkennen wir Weihnachten als Götzendienst – und bleiben dennoch Menschen, die Gottes Charakter widerspiegeln.
Als glücklicher Ehemann und Familienvater widmet sich Marco seit 2011 den hebräischen Wurzeln des biblischen Glaubens. Mit seiner Arbeit möchte er Familien einen Mehrwert bieten und sie auf ihrem Weg des Glaubens ermutigen. Mit seinen Texten und Inhalten möchte er dich anregen, die tiefgreifende Verbindung zwischen christlichen und jüdischen Traditionen zu entdecken und den Glauben auf einer neuen Ebene zu erleben.

Lolita Erhard
11. Dezember 2025 @ 23:14
gaaaaanz wunderbar geschrieben!
Marco
12. Dezember 2025 @ 8:39
Vielen Dank. Es freut mich sehr, wenn unsere Arbeit dir ein Segen ist, Lolita.
Dominique
28. Januar 2026 @ 9:23
Guten Tag,
ich bin soeben auf diesen Artikel gestoßen und er hat einige Fragen aufkommen lassen. Ich beschäftige mich schon länger mit der Frage, ob ich als Christ Weihnachten feiern darf. Jude, Christ, da entsteht schon die erste Frage, denn ist es nicht egal wie ich die Bibel auslege oder wo ich den Schwerpunkt lege, sind nicht die Inhalte für jeden Menschen gleich? So auch die biblischen Feste, die Gott für uns vorgesehen hat und die zumindest im Christentum aus meiner Sicht keine Beachtung finden. Nun zurück zu Weihnachten: Mich würde interessieren wie Sie als Autor in der Weihnachtszeit leben, weil es genau das ist, was ich nicht greifen kann. Meine erste Auslegung war, dass ich Weihnachten feiere, wie ich es traditionsgemäß in meiner christlichen Familie kennengelernt habe: Gottesdienst, Essen, Singen, Geschenke. Dann habe ich geheiratet, musste meine Weihnachtsbräuche zurückstellen und die meines Ehepartners annehmen, die noch etwas weiter entfernt sind von der Weihnachtsgeschichte. Zumindest der Gang zum Gottesdienst ist mir erhalten geblieben. Gedanklich war ich der Meinung, dass ich für mich entscheide, was Weinachten für mich bedeutet und dieses Wissen aus reiner Überzeugung würde ausreichen, um dieses Fest mit den eigenen Traditionen feiern zu können. Dazu gehört auch ein Weihnachtsbaum. Nun frage ich mich: Ab wann beginnt der Götzendienst? In der Tat müssen wir nicht darüber sprechen, ob es sinnvoll oder nachhaltig ist, eine Tanne zu schlagen und für 4 Wochen ins Wohnzimmer zu stellen, aber wenn ich es tue, ist dann nicht auch ein Herz aus Holz oder der Teelichthalter aus Keramik ein Götze, der als Deko dient? Ist das auch nicht erlaubt? Ich frage nicht vorwurfsvoll, sondern weil es mich interessiert und ich lernen möchte.
Marco
29. Januar 2026 @ 9:53
Hallo Dominique,
danke für deinen Kommentar. Ich verstehe, was dich bewegt. Es ist tatsächlich nicht immer leicht, zu unterscheiden, was gut ist, was okay ist und was gar nicht geht.
Doch bei allem gibt es einen wichtigen Grundsatz. Alles hängt von deiner Absicht ab.
Ich denke, bei einem Weihnachtsbaum gibt es kaum andere Absichten als eben, das Fest zu feiern. Bei einem neutralen Kerzenständer sieht das anders aus. Warum solltest du kein Kerzenlicht genießen dürfen? Oder andere Deko im Haus haben?
Dennoch tickt da jeder anders. In der Anfangszeit meines Glaubens habe ich mich von allem Weihnachtlichen komplett ferngehalten. Kein Lebkuchen, keine Kerzen, keine Nadelholz-Deko etc. Ich brauchte diesen Abstand, weil diese Dinge mich immer wieder in die weihnachtliche Stimmung versetzt haben. Inzwischen ist diese Verbindung weg und ich kann auch einmal einen Keks oder Lebkuchen genießen, ohne den Weihnachtsmann zu erwarten :). Meine Frau dekoriert das Haus dezent winterlich und es ist ok.
Auch du wirst mit der Zeit deinen Weg ausloten, bei dem du Frieden verspürst.
Schalom,
Marco