Mehr Freudenglanz im Familienalltag (Teil 1)
Ich wünsche mir mehr Freude, Lächeln und den damit verbundenen Glanz in meinem Leben, – also eine Art Freudenglanz. Und habe darüber nachgedacht, wie wir ihn im Familienalltag finden und integrieren können. Komm mit mir auf eine Reise und finde mehr Freude im Alltag in und mit deiner Familie.
Wenn das Lächeln verloren gegangen ist
„Ein fröhliches Herz macht das Angesicht heiter.“
Sprüche 15,13
Was für ein schönes Zitat, genau das wäre so schön. Oder? Ein heiteres Angesicht, ein fröhliches Herz. Aber, was ist, wenn es nicht so ist? Was ist, wenn einfach keine Kraft da ist, fröhlich zu sein?

Kennst du solche Tage?
Du bist kaum aufgestanden, da meldet sich schon das erste Kind und verlangt nach dir. Das Baby möchte auf den Arm. Zwei Geschwister streiten sich. Die Wäsche wartet. Das Frühstück steht noch auf dem Tisch, während das Mittagessen schon überfällig ist.
Am Abend sinkst du erschöpft aufs Sofa und fragst dich vielleicht:
„Was war heute schön? Habe ich heute überhaupt einmal richtig gelächelt?“
Vielleicht fühlst du dich sogar schuldig. Du wolltest geduldiger sein. Freundlicher sprechen. Mehr Zeit mit den Kindern genießen. Doch stattdessen warst du gereizt, hast lauter gesprochen, als du wolltest, und bist einfach nur müde.
Wenn es dir so geht, dann möchte ich dir zuerst eines sagen:
Du bist damit nicht allein.
Viele Mütter tragen eine Last, die kaum jemand sieht. Sie organisieren, trösten, kochen, putzen, hören zu, planen voraus, schlafen zu wenig. Oft scheint es, als würden die vielen Tätigkeiten und Handgriffe gar nicht gesehen, und es fühlt sich vielleicht an, als sei einfach nur ein Tag vergangen. Doch tatsächlich schenken diese Mütter Tag für Tag ihre Kraft ihrer Familie …
Dabei bleibt oft eine Person auf der Strecke:
Die Mutter selbst.
Gott beginnt nicht mit einer Forderung
Das Erstaunliche ist: Wenn wir in der Bibel erschöpfte Menschen betrachten, beginnt Gott selten mit einem überfordernden Auftrag, sondern mit einer ganz liebevollen Aufforderung.
Als Elia völlig ausgebrannt in der Wüste zusammenbricht, schickt Gott keinen Propheten mit den Worten:
„Freu dich!! Und abermals sage ich: Freu dich!“

Er schickt einen Engel.
Der Engel sagt:
„Steh auf und iss!“
(1. Könige 19,5–8)
Elia schläft. Er isst. Dann trinkt er.
Er schläft wieder.
Erst dann, viel später, beginnt Gott, mit ihm über seinen Weg zu sprechen.
Gott ist unendlich liebevoll. Er weiß, dass ein erschöpfter Mensch zuerst neue Kraft braucht.
Vielleicht gilt das heute auch für dich.
Freude kann man nicht erzwingen
Vielleicht hast du schon einmal versucht, einfach fröhlicher zu sein.
Das funktioniert meistens nur wenige Minuten.
Denn Freude lässt sich nicht per Knopfdruck einschalten, sie entsteht überhaupt nicht durch Druck.
Sie wächst wie eine Pflanze.
Sie braucht Licht, Zeit und Wasser.
Freude beginnt manchmal mit etwas ganz Kleinem.
- Mit einem tiefen Atemzug.
- Mit einem duftenden Kaffee/ Tee.
- Mit einem Kinderlachen.
- Mit einem Sonnenstrahl durchs Fenster.
- Mit dem Wissen: Gott ist auch heute bei mir.
Und dann huscht ein Lächeln über das Gesicht. Ein Lächeln, das stärker werden darf. Ein Lächeln, das wir trainieren können.
Ich merke manchmal: Ich habe schon so lange nicht mehr gelächelt, und entscheide mich: „jetzt, beginne ich wieder“.Ein Atemzug, ein Säufzen vielleicht auch, dann das Lächeln und die Welt verändert sich – oder mich? oder sogar dich?
Ich wünsche mir, dass meine Kinder mich lächeln sehen. Ich möchte die Welt anlächeln.
Ein freundliches Angesicht
In den Pirkei Avot, einem bekannten Werk der jüdischen Überlieferung, lesen wir:
„Empfange jeden Menschen mit einem freundlichen Angesicht.“
(Pirkei Avot 1,15)
Vielleicht denkst du jetzt:
„Wenn du wüsstest, wie mein Vormittag aussieht …“
Das soll kein To-Do sein, und kein Gebot, sondern eine Einladung.
Denn manchmal verändert ein Lächeln zuerst den Menschen, der lächelt.
Versuche heute nicht, den ganzen Tag fröhlich zu sein.
Versuche nur, einmal bewusst dein Kind anzulächeln.
Vielleicht beim Frühstück, beim Vorlesen oder kurz bevor es einschläft.
Nicht, weil alles perfekt ist, sondern weil dieses Kind ein Geschenk Gottes ist und du es liebst.
Gott lächelt dich zuerst an
Bevor wir anderen mit einem freundlichen Angesicht begegnen können, dürfen wir wissen:
Gott begegnet uns zuerst mit seinem leuchtenden Angesicht.
Im aronitischen Segen heißt es:
„Der HERR lasse sein Angesicht über dir leuchten und sei dir gnädig.“
(4. Mose 6,25)
Gott schaut dich nicht erst freundlich an, wenn das Haus aufgeräumt ist.
Nicht erst, wenn du geduldiger geworden bist. Nicht erst, wenn du wieder lächelst.
Er lässt sein Angesicht über dir leuchten – mitten im Familienchaos. Ist das vielleicht der Beginn des Lächelns?
Nicht dein eigenes, sondern seins. Nimm SEIN Lächeln wahr, und dann können auch deine Mundwinkel nur noch den Weg nach oben wandern und ein Lächeln formen.

Die Theorie in die Praxis umsetzen: Ein kleiner Schritt zu mehr Freudenglanz
Suche dir eine, höchstens zwei dieser Ideen aus. Mehr braucht es nicht.
- Schenke heute fünf Menschen ein bewusstes Lächeln.
Deinen Kindern, deinem Ehepartner, einer Nachbarin oder der Kassiererin. Beobachte, wie sich die Atmosphäre verändert.
- Nutze dein Dankbarkeitstagebuch oder schreibe heute Abend einfach drei kleine Dinge auf, für die du Gott danken kannst.
Es müssen keine großen Wunder sein. Oft beginnt Freude mit den kleinen Geschenken des Alltags.
- Hänge einen Bibelvers an einen Ort, den du täglich siehst.
Zum Beispiel an den Kühlschrank oder den Badezimmerspiegel. Lass Gottes Zusagen deinen Blick immer wieder neu ausrichten.
- Sage heute jedem deiner Kinder einen Satz, der nichts mit Erziehung zu tun hat.
Zum Beispiel:
„Ich freue mich, dass Gott dich uns geschenkt hat.“
Oder:
„Es ist schön, dass du da bist.“
- Plane heute fünf Minuten nur für Freude ein.
Tanzt gemeinsam in der Küche. Macht Grimassen. Singt ein Lied. Oder lacht einfach über etwas Lustiges. Das Haus darf in dieser Zeit ruhig unordentlich bleiben.
Zum Mitnehmen
Du musst heute keine perfekte Mutter sein.
Du musst nicht durchgehend lächeln. Ein einziges ehrliches Lächeln wäre schon ein guter Anfang!
Möge sich der Freudenglanz in deinem Zuhause ausbreiten und Gottes leuchtendes Angesicht dein Herz berühren, sodass du nicht anders kannst, als zu lächeln.

einfach gesegnet und reich beschenkt
