Gib niemals auf
Es gibt Zeiten im Leben, in denen wir nicht mehr weiterwissen.
Tage, an denen wir morgens aufstehen und uns fragen, wie wir diesen Tag überhaupt schaffen sollen.

Vielleicht schläfst du seit Monaten kaum noch, weil dein Baby jede Nacht wach wird. Es fühlt sich so an, als ob dir dein Alltag zu viel abverlangt, wenn wenigstens die Tage ruhig wären, wenn schon nicht die Nächte. Die anderen Kinder zanken und stellen allerhand Unfug an, vielleicht ist es so. Vielleicht kämpfst du aber auch mit Übelkeit in der Schwangerschaft und dein Körper verändert sich, und auch das emotionale Gleichgewicht ist außer Kontrolle geraten. Vielleicht pflegst du einen Angehörigen und deine Kräfte schwinden von Woche zu Woche. Möglicherweise belastet dich deine Arbeit so sehr, dass du sonntagabends schon Angst vor dem Montag hast. Vielleicht gibt es Spannungen in deiner Ehe oder deiner Familie. Vielleicht geht einfach alles schief – die Waschmaschine ist kaputt, das Auto streikt, Rechnungen stapeln sich und du fragst dich, wann endlich Ruhe einkehrt. Steckst du in so einer Situation? Kennst du sie?
Manchmal kommt alles gleichzeitig.
Und genau dann kommt der Gedanke: „Ich kann nicht mehr.“
Wenn du dich gerade so fühlst, dann möchte ich dir heute eines zusprechen:
Gib nicht auf.
Gott sieht deine Tränen
Es gibt keinen Schmerz, der für Gott zu klein wäre.
Oft vergleichen wir unser Leid mit dem anderer Menschen. Wir sagen uns:
„Andere haben es doch viel schwerer.“
Aber Gott vergleicht nicht.
Deine Tränen sind für ihn genauso wertvoll wie die eines anderen Menschen.
David schreibt:
„Du zählst, wie oft ich fliehen musste; sammle meine Tränen in deinen Krug. Stehen sie nicht in deinem Buch?“
Psalm 56,9 (Schlachter 2000)
Was für ein bewegendes Bild. Keine Träne geht verloren. Kein Gebet bleibt ungehört, unserem Vater entgeht auch kein einziges Seufzen.
Im jüdischen Midrasch heißt es:
„Kein Tor wird jemals vor den Tränen verschlossen.“
(Midrasch Rabbah zu 2. Mose 2,23)
Wenn Worte fehlen, sprechen unsere Tränen. Und Gott hört sie.
Zeiten unter der Sonne
Der Prediger erinnert uns an eine Wahrheit, die wir oft vergessen:
„Alles hat seine bestimmte Stunde, und jedes Vorhaben unter dem Himmel hat seine Zeit.“
Prediger 3,1 (Schlachter 2000)
Es gibt Zeiten des Lachens.
Aber auch Zeiten des Weinens.
Zeiten des Aufbruchs.
Und Zeiten, in denen wir scheinbar feststecken.
Nicht jede schwere Phase bleibt für immer.
Auch wenn sie sich unendlich lang anfühlt.
Wenn das Leben wie ein Sturm ist
Kennst du dieses Gefühl?
Du kämpfst.
Und kämpfst.
Und kämpfst.
Doch die nächste Welle kommt schon.
Die Kinder schlafen nicht. Dein Körper macht nicht mehr mit. Die Partnerschaft leidet. Freunde ziehen sich zurück. Familie versteht deine Situation nicht. Finanzielle Sorgen machen sich breit.
Vielleicht fühlst du dich wie Petrus auf dem stürmischen See. Als würde jede neue Welle dich weiter nach unten ziehen. Es scheint kein Ufer mehr zu geben.
Kein Ziel.
Nur noch eine Aufgabe:
Überleben.
Doch genau dort spricht der Herr:
„Seid getrost, ich bin’s; fürchtet euch nicht!“
Matthäus 14,27 (Schlachter 2000)
Auch wenn wir ihn manchmal nicht sehen – er ist da.
Josef gab nicht auf

Wenn jemand Grund gehabt hätte, aufzugeben, dann wäre das Josef. Oder?
Er wurde von seinen Brüdern verraten, als Sklave verkauft und zu Unrecht beschuldigt.
Dann war er im Gefängnis, vergessen, der Mundschenk erinnerte sich erst nach 2 Jahren wieder an ihn. Aus menschlicher Sicht schien sein Leben gescheitert.
Doch mitten in allem lesen wir immer wieder denselben Satz:
„Und der HERR war mit Josef.“
1. Mose 39 (an 5 Stellen finden wir diese Aussage in diesem Kapitel)
Nicht erst am Ende.
Nicht erst als Josef die rechte Hand des Königs wurde.
Sondern auch im Gefängnis.
Auch im Leid, auch in der Ungerechtigkeit.
Später konnte Josef sagen:
„Ihr gedachtet mir zwar Böses zu tun; aber Gott gedachte es gut zu machen.“
1. Mose 50,20 (Schlachter 2000)
Josef verstand sicher nicht alles, aber er hielt an Gott fest. Er gab nicht auf.
David musste warten
Auch David kannte lange Wartezeiten.
Er wurde zum König gesalbt, doch bis er tatsächlich König wurde, vergingen viele Jahre.
Jahre der Verfolgung und des Versteckens. Jahre voller Fragen.
Die Verheißung Gottes war da und sie war wahr, aber ihre Erfüllung brauchte Zeit.
Manche Verheißungen wachsen langsam, es ist manchmal unsagbar schwer zu warten,
Doch stetiger Wachstum wie der eines Baumes ist gesund. Wenn Dinge reifen, und stabil werden, die Wurzeln tief sind, so können sie vieles aushalten.
Alles hat seine Zeit….
Vielleicht trägst auch du einen unerfüllten Wunsch in deinem Herzen.
Ein Kind oder du sehnst dich nach Heilung, vielleicht auch Versöhnung. Anerkennung,
eine glückliche Ehe. Ein liebevolles Miteinander.
Einen neuen Arbeitsplatz.
Oder einfach endlich Frieden.
Lass dich von diesem Wunsch nicht zerfressen.
Bewahre ihn wie Jakob die Worte seines Sohnes Josef bewahrte:
„Sein Vater aber bewahrte das Wort.“
1. Mose 37,11 (Schlachter 2000)
Gott erweitert manchmal unsere Grenzen
Niemand wünscht sich schwere Zeiten.
Und doch gebraucht Gott sie oft. Nicht um uns zu zerstören, sondern um uns zu formen.
Ein Muskel wächst nur unter Belastung. Je mehr wir trainieren, umso stärker werden wir.
Auch unser Glaube wird stärker, wenn wir lernen, Gott mehr zu vertrauen als unseren Umständen.
Jakobus schreibt:
„Die Bewährung eures Glaubens bewirkt Standhaftigkeit.“
Jakobus 1,3 (Schlachter 2000)
Manchmal führt Gott uns nicht sofort aus der Prüfung heraus.
Manchmal führt er uns hindurch.
Und unterwegs verändert er unser Herz. Sicherlich sind dir die Dinge schon bewusst, und es ist kein schönes Gefühl, zu warten. Ich möchte dich ermutigen, lass den Kopf nicht hängen. Gib nicht auf! Gott trägt dich durch deine Herausforderungen! Ganz sicher!
Suche zuerst Gottes Reich

Wenn alles zusammenbricht, suchen wir oft zuerst Lösungen.
Doch der Herr, lädt uns ein, zuerst etwas anderes zu suchen:
„Trachtet vielmehr zuerst nach dem Reich Gottes und nach seiner Gerechtigkeit, so wird euch dies alles hinzugefügt werden.“
Matthäus 6,33 (Schlachter 2000)
Gott möchte nicht nur unsere Probleme lösen. Er möchte unser Fundament sein.
Denn ohne ihn fehlt uns der Halt. Auch wenn du nicht weißt, was du ihm denn noch sagen sollst, er weiß doch alles. Leg es ihm immer wieder vor die Füße. Er kümmert sich!
Gerade durch solche Zeiten bringt er uns so wieder näher an sein Herz.
Nicht weil er uns bestrafen möchte.
Sondern weil er uns liebt, wir ihn vielleicht vergessen haben.
Wie wir Dankbarkeit und Zuversicht lernen können
Dankbarkeit ist keine Verdrängung und sie bedeutet auch nicht, Leid schönzureden.
Sie bedeutet, Gottes Wirken mitten im Leid zu entdecken.
Einige praktische Möglichkeiten:
- Führe ein Gebetstagebuch.
- Schreibe jeden Abend drei Dinge auf, für die du danken kannst.
- Führe eine „Meditation“ durch. (Auszeit für Mamis als Audio, Bibelverse als Audio)
- Lies täglich einen Psalm.
- Oder bete täglich die Morgensegnungen aus dem Sidur
- Nimm dir bewusst Zeit für Stille vor Gott, auch wenn du nicht weißt wie – versuche es immer wieder! Gib nicht auf!
- Richte deine Gedanken auf seine Treue statt auf deine Angst oder deine Zweifel.
- Wenn du nicht beten kannst, bete in Liedern oder durch Lieder. Melodien sprechen uns manchmal aus der Seele und wir fühlen uns verstanden.
Mose sagte zum Volk Israel:
„Ich habe euch Leben und Tod, Segen und Fluch vorgelegt; so erwähle nun das Leben.“
5. Mose 30,19 (Schlachter 2000)
Wir treffen täglich Entscheidungen. Wir können uns von Angst bestimmen lassen.
Oder wir entscheiden uns bewusst für Hoffnung. Für Vertrauen und Leben
Nicht weil alles leicht ist, sondern weil Gott treu ist.
Gib nicht auf
Vielleicht liest du diese Zeilen genau im richtigen Moment.
Vielleicht leidest du gerade unter schlaflosen Nächten, Sorgen, Rechnungen, Arztterminen oder Konflikten.
Vielleicht bist du einfach müde geworden – Müde von ALLEM.
Ich wünsche mir, dass du diese Worte heute mitnimmst:
Gib nicht auf.
Nicht, weil du stark bist. -sondern weil Gott stark ist.
Nicht, weil du den Weg kennst.- sondern weil der gute Hirte ihn kennt und du sein Schäfchen bist.
Halte dich an ihm fest, auch wenn deine Hände schwach erscheinen, zittrig sind, dein Glaube dir klein vorkommt und du nur ein Gebet sprechen kannst:
„Hilf mir. BITTE“
Das genügt. Gott hat dich NICHT vergessen.
Er wacht über dein Leben und kennt deinen Weg.
Und er wird dich sicher ans Ziel bringen. Du darfst gewiss sein:
„Wer auf den HERRN vertraut, ist wie der Berg Zion; er wird nicht wanken, sondern ewiglich bleiben.“
Psalm 125,1 (Schlachter 2000)
Darum möchte ich dir zum Schluss noch einmal von Herzen zusprechen:
Gib niemals auf.
Halte dich an Gott fest. Du brauchst nicht viel zu tun. Suche ihn.
Suche sein Reich. Stehe wieder auf.
Vertraue seiner Führung, auch wenn du sie heute noch nicht verstehst.
Denn der, der dich berufen hat, ist treu.
Und seine Geschichte mit deinem Leben ist noch nicht zu Ende.

einfach gesegnet und reich beschenkt

Lolita
26. Juni 2026 @ 21:57
soooooo unendlich wunderVOLL, liebe liebe Sonja! Hab Dank dafür. Da ist viel wo ich ran will dabei.
Sonja
20. Juli 2026 @ 14:30
Ich danke dir, liebe Lolita!
Ich wünsche dir ganz viel Gelingen bei all dem, woran du willst! =)