Die sieben Früchte des Landes – Gottes Fülle entdecken
Immer wieder beschreibt die Bibel Israel als ein „Land, in dem Milch und Honig fließen“ (2. Mose 3,8). Es ist ein gutes Land, das fruchtbar ist, voll von der Fülle Gottes und von seiner Versorgung.
Die Milch steht für nährende Versorgung. Für Vieh, das genügend Weide zum Grasen findet, und für Nachwuchs. Der Honig ist ein Symbol für Süße und reichen Ertrag. Die Bienen sind reichlich vorhanden, das heißt, auch die anderen Pflanzen und Früchte gedeihen, da die Bestäubung gesichert ist.
In der jüdischen Auslegung wird der „Honig“ im Zusammenhang mit den sieben Arten häufig als Dattelhonig verstanden. So führt uns diese Verheißung direkt zu den Früchten des Landes. Die Heilige Schrift benennt nicht nur Berge, Bäche und fruchtbare Felder als gutes Land. Sie nennt ganz konkrete Früchte, die dort wachsen. Sieben von ihnen werden in 5. Mose 8 besonders hervorgehoben und sind in der jüdischen Überlieferung als die „Sieben Arten“ – Schiw’at HaMinim (שבעת המינים) bekannt:
Weizen – Gerste – Weintrauben – Feigen – Granatäpfel – Oliven – Datteln.
„Denn der HERR, dein Gott, bringt dich in ein gutes Land … ein Land mit Weizen und Gerste, Weinstöcken, Feigenbäumen und Granatbäumen, ein Land mit Olivenbäumen und Honig.“
5. Mose 8,7–8
Diese sieben Arten lehren uns über Gottes Versorgung und Segen, über Wachstum und Reife, Ernte und Freude. Komm mit auf eine Entdeckungsreise. Was können wir von den Sieben lernen? Was haben Früchte mit unserem Leben zu tun?
Sieben Früchte – in einem guten Land
Gott hätte Israel einfach sagen können: „Ich gebe euch ein schönes Land.“ Stattdessen beschreibt er dessen Güte anhand dessen, was dort wächst und was Menschen davon essen können. Jede der sieben Früchte bringt Besonderheiten mit sich:
Gottes Segen wird durch sie sichtbar, riechbar und schmeckbar, ja sogar praktisch.
- Weizen und Gerste werden zu Brot und Nahrung.
- Trauben stehen für Wein, Freude und Fest.
- Feigen erzählen von Süße, Frieden und Sicherheit.
- Granatäpfel erinnern an Schönheit, Fülle und Heiligkeit.
- Oliven schenken Öl – für Nahrung, Licht und Salbung.
- Datteln schenken Süße und erinnern an die aufrechte, fruchtbare Palme.
Die jüdische Halacha gibt diesen sieben Arten eine besondere Stellung. Beim Essen werden die sieben Früchte bevorzugt berücksichtigt; auch die Reihenfolge ihrer Nennung im Vers spielt dabei eine Rolle (vgl. Babylonischer Talmud, Berachot 41a). Beim Tischgebet wird diesen Sieben ein besonderer Segen eingeräumt. Das Alltägliche – sogar die Frage, welche Frucht wir zuerst essen – kann dadurch zu einer Erinnerung an Gottes Land und seine Versorgung werden.

Biblische Ernährung – Gottes gute Ordnung für unseren Körper
Gott gibt uns die sieben Arten zur Freude und zum besonderen Genuss. Darüber hinaus sind sie für unseren Körper auch noch ausgesprochen gesund.
Wir wissen, Vollkorngetreide, Obst, Oliven und andere pflanzliche Lebensmittel sind wertvolle Bestandteile einer ausgewogenen Ernährung.
Das Thema „Nahrung nach Gottes Ordnung“ ist noch mehr als nur eine biblische Ernährung. Es geht um eine Haltung der Dankbarkeit, eine Kultur des Teilens, einen maßvollen Umgang mit Gottes Gaben und deren Wertschätzung.
Was haben alle sieben Früchte des Landes gemeinsam?
Alle brauchen Zeit.
Ein Weizenkorn muss in die Erde. Eine Rebe muss wachsen und beschnitten werden. Eine Feige muss reifen. Ein Granatapfel verbirgt seine Fülle lange hinter einer festen Schale. Eine Olive ist zunächst bitter und muss verarbeitet werden. Eine Dattelpalme braucht Jahre, bis sie reichlich Frucht trägt.
Das Prinzip ist klar.
Saat – Wachstum – Reife – Ernte – Dankbarkeit.
Alle Früchte sind beschränkt vorhanden.
Gemüse können wir mehrmals im Jahr anbauen, die Frucht eines Baumes hingegen nicht. Da wächst in diesem Jahr, was daran wächst, und eine Nachsaat ist nicht möglich.
Frucht und Werke
Wie ein guter Baum an seinen Früchten erkannt wird, so wird auch unser Glaube durch das sichtbar, was in unserem Leben wächst und durch unsere Taten nach außen Frucht bringt. Unsere guten Werke sind also die sichtbaren Früchte eines Lebens, das mit Gott verbunden ist.
Frucht schmeckt köstlich, sie ist nahrhaft, sie wird ein Teil von uns, wenn wir sie konsumieren.
In jeder Frucht ist ein Samen für eine neue Pflanze.
Wir sollen gute Werke tun, welche süß sind und Leben bringen. Werke, die weiter wachsen. Unser Tun soll fruchtbar sein, wachsen und am Ende können wir die Fülle und den Reichtum dankbar genießen.
So bringt jeder gute Baum, gute Früchte, der schlechte Baum aber bringt schlechte Früchte. Ein guter Baum kann keine schlechten Früchte bringen, und ein schlechter Baum kann keine guten Früchte bringen. Jeder Baum, der keine gute Frucht bringt, wird abgehauen und ins Feuer geworfen. Darum werdet ihr sie an ihren Früchten erkennen. Matthäus 7,17-20
Der Messias hat gute Früchte gebracht. Und auch die Liebe war in seinem Wirken der Mittelpunkt, um nur kurz auf die Frucht des Geistes zu verweisen. Nun wieder zurück zu unseren sieben Früchten des Landes.
Ich finde es spannend, die Früchte mit dem Messias zusammenzubringen, und tatsächlich findet man zu jeder Frucht ein Bild, das in irgendeiner Form auf den Messias hinweist oder mit ihm in Zusammenhang steht.
Die sieben Früchte und der Messias

Der Weizen
erinnert daran, dass Leben aus einem Korn hervorgehen kann, das in die Erde fällt. Jeschua greift dieses Bild in Johannes 12,24 selbst auf.
Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wenn das Weizenkorn nicht in die Erde fällt und stirbt, so bleibt es allein; wenn es aber stirbt, so bringt es viel Frucht. Johannes 12,24
- Jeschua gibt schlussendlich sein Leben, genau wie das Weizenkorn.
Die Gerste,
die früh reif wird, führt uns zur Erstlingsfrucht und damit zum Gedanken eines Anfangs. Jeschua ist DIE Erstlingsfrucht und vielleicht ist er auch zum Fest der Erstlingsfrüchte aufgestanden.?
Nun aber ist Christus aus den Toten auferweckt, der Erstling der Entschlafenen.
Die Weinrebe
erinnert an Jeschuas Worte: „Ich bin der wahre Weinstock“ (Johannes 15,1).
Die Feige
steht in den Prophetenbüchern für ein Bild von Frieden und Sicherheit – jeder sitzt unter seinem Weinstock und seinem Feigenbaum (vgl. Micha 4,4).
… sondern jedermann wird unter seinem Weinstock und unter seinem Feigenbaum sitzen, und niemand wird ihn aufschrecken; denn der Mund des HERRN der Heerscharen hat es geredet! Micha 4,4
Der Granatapfel
begegnet uns an den Gewändern des Hohenpriesters und im Tempelschmuck. Er führt unsere Gedanken zu Heiligkeit, Priesterdienst und Gottes Gegenwart. Bibelstellen zum Granatapfel
Die Olive
schenkt Öl. Öl wiederum ist eng mit Salbung verbunden. (Hier Bibelstellen zur Salbung Davids)
Das Wort „Messias“ auch „Maschiach“ bedeutet „der Gesalbte“.
Die Dattelpalme
wird zum Bild des Gerechten: „Der Gerechte wird sprossen wie die Palme“ (Psalm 92,13).
So erzählen die sieben Arten gemeinsam von Leben, Fruchtbarkeit, Salbung, Heiligkeit, Frieden, Freude und Ernte.
Unglaublich, auf welche Art Gott redet: durch sein Wort, und jetzt auch noch durch einfache Früchte. Sie können uns an den Messias erinnern, der Leben schenkt und Menschen dazu ruft, selbst Frucht zu bringen.
Die Feste und die 7 Früchte
Auch in den Festen finden wir die 7 Früchte wieder. Die beiden Getreideernten fallen in die Frühjahrsfeste.
Zu Pessach beginnt die Gerstenernte. Die Zeit des Omerzählens verbindet diese erste Ernte mit Schawuot. Zu Schawuot geht es überwiegend um die Weizenernte. Nach der Sommerpause folgen die Herbstfeste. Also, kommt nun endlich Sukkot, das große Fest des Einsammelns. Zu dem wir die anderen Früchte des Landes spätestens wiederfinden. Die Ernte ist gerade eingebracht. Was im Frühjahr klein begonnen hat, ist nun zur Fülle geworden.

Sukkot – wenn die Ernte in die Sukka einzieht
Besonders schön lassen sich die sieben Arten rund um Sukkot entdecken.
Sukkot wird in der Torah auch als Fest des Einsammelns beschrieben (2. Mose 23,16). Die Felder und Weinberge haben ihre Ernte gegeben. Jetzt verlässt Israel für sieben Tage das feste Haus und wohnt in einer Sukka.
Was für ein Gegensatz: Die Vorratskammern sind gefüllt – aber der Mensch setzt sich unter ein provisorisches Dach.
So können wir uns bewusst machen: Unsere Sicherheit kommt letztlich nicht aus unseren Vorräten, sondern von Gott.
In vielen jüdischen Gemeinschaften entwickelte sich der schöne Brauch, die Sukka mit Früchten und Erntegaben zu schmücken. Das ist jedoch von den ausdrücklich gebotenen vier Arten von Sukkot – Arbaʿat HaMinim – zu unterscheiden: Etrog, Lulav, Myrte und Bachweide (vgl. 3. Mose 23,40). Die sieben Arten und die vier Arten sind also zwei verschiedene biblisch-jüdische Themen, die sich rund um Sukkot wunderbar gemeinsam entdecken lassen.
Vielleicht könnt ihr die 7 Früchte auch in euer Sukkot integrieren.
Stellt einen Korb mit Trauben, Feigen, Granatäpfeln und Datteln auf den Tisch. Legt Ähren dazu und stellt ein kleines Gefäß mit Olivenöl daneben. Kinder dürfen anfassen, riechen, öffnen und probieren.
So lehrt Gott praktisch. Gottes Wort ist lebendig. Schmeckt das Heilige Land.
Mit Kindern Gottes Früchte entdecken
Gerade Kinder lernen nicht nur über Worte. Sie wollen sehen, fühlen, riechen, schmecken und gestalten.
Die sieben Arten eignen sich wunderbar für ein Familienprojekt.
In den nächsten Wochen wollen wir uns die sieben Früchte des Landes näher betrachten und erstellen auch Arbeitsblätter für die Kinder, die zum Entdecken anregen sollen.
Natürlich können wir auch improvisieren und einfach schauen, was kommt. Zum Beispiel:
An einem Tag wird eine Feige aufgeschnitten. Am nächsten ein Granatapfel geöffnet und die vielen Kerne bestaunt. Gemeinsam kann Brot aus Weizen oder Gerste gebacken, Traubensaft gepresst oder Olivenöl mit Brot probiert werden.
Dabei können einfache Fragen Anregungen zum Nachdenken geben:
Was erzählt diese Frucht über Gott? Wo kommt sie in der Bibel vor? Was braucht sie zum Wachsen? Bei welchem biblischen Fest spielt ihre Ernte eine Rolle? Und woran könnte sie uns im Blick auf den Messias erinnern?
So entdecken wir einfach gemeinsam. Und ist das nicht unser Anliegen?
Drei Bastelideen für unterschiedliche Altersstufen

Für kleine Kinder: Der Sieben-Früchte-Teller
Aus Papptellern, buntem Papier oder Knete entstehen Weizen, Gerste, Trauben, Feigen, Granatäpfel, Oliven und Datteln. Zu jeder Frucht lernen die Kinder einen einfachen Satz: „Gott lässt wachsen“, „Gott versorgt uns“, „Danke für deine guten Gaben“. Die fertigen Teller können als Schmuck in der Sukka aufgehängt werden.
Für größere Kinder: Die Ernte-Girlande durch Gottes Feste
Die Kinder gestalten sieben Früchte aus Karton. Auf die Vorderseite kommt die Frucht, auf die Rückseite ein Bibelvers und eine Verbindung zu den Festen. Gerste führt zu Pessach und der Omerzeit, Weizen zu Schawuot, Trauben und andere Erntefrüchte schließlich zur sommerlichen und herbstlichen Ernte und schlussendlich zu Sukkot. Die einzelnen Elemente werden an einer langen Schnur aufgehängt. So entsteht eine sichtbare Reise von Saat über Erstlingsfrucht bis zur großen Ernte.
Für ganz große Kinder und Jugendliche
Jugendliche gestalten Anhänger für jede der sieben Arten. Auf eine Seite kommt eine künstlerische Darstellung der Frucht, auf die andere drei kurze Punkte: Tora – jüdische Überlieferung – messianische Bedeutung. Dazu recherchieren sie selbst Bibelstellen und lernen, zwischen dem ursprünglichen biblischen Zusammenhang und einer späteren messianischen Deutung zu unterscheiden. Die Anhänger können in der Sukka an Zweigen befestigt werden. So wird die Dekoration gleichzeitig zu einer kleinen Ausstellung, durch die Jugendliche jüngere Kinder oder Gäste führen können.
Sieben Einladungen zum Weiterentdecken
Jede der sieben Arten verdient eine eigene Entdeckungsreise:
Der Weizen als: Brot, Opfergaben, Schawuot und das Weizenkorn.
Die Gerste in den Festen: Pessach, Omer, Erstlingsfrucht und der frühen Ernte.
Die Weintrauben als: Wein, als Symbol der Freude, und beim Kiddusch, die Verheißung des Messias im Bezug auf den Wein.
Die Feigen: als Symbol des Frieden und der Wiederherstellung.
Die Granatäpfel in Verbindung mit Schönheit, Priestertum, Tempel und Heiligkeit.
Die Oliven als Öl, für die Menora, oder zur Salbung. Somit steht das Öl auch im Zusammenhang mit Licht und dem Gesalbten.
Die Datteln im Zusammenhang mit Honig, der Palme und somit auch der Gerechtigkeit und Fruchtbarkeit.
Zu jeder Frucht können wir fragen: Wo begegnet sie uns in der Torah? Was erzählen Propheten und Psalmen? Was sagt die jüdische Überlieferung? Welche Halachot sind mit ihr verbunden? Was können Kinder daran entdecken?
Fazit
Ich immer noch so voller Freude darüber:
Gott hätte uns seine Wahrheit ausschließlich in Worten geben können. Doch er verbindet die Bibel und geistliche Wahrheiten mit Dingen, die wir anfassen können. Er lässt uns entdecken, er kreiert Rätsel und Prinzipen. Wir haben so einen wundervollen Gott!
Die sieben Arten erzählen von einem guten Land und einem treuen Versorger. Sie lehren uns Dankbarkeit und erinnern uns daran, unseren Körper und Gottes Schöpfung verantwortungsvoll zu behandeln. Sie begleiten den Rhythmus der biblischen Feste. Und aus messianischer Perspektive lassen sie uns Bilder von Frucht, Leben, Salbung, Frieden und kommender Ernte entdecken.
Der Gott, der diese Früchte wachsen lässt, ist der Gott, der sein Volk versorgt.
Der Gott der Saat ist auch der Gott der Ernte.
Und der Gott, der in der Vergangenheit treu war, wird seine guten Pläne auch zur Vollendung bringen.
Möge er dir gute Frucht schenken.
Lass uns bald noch mehr zu den einzelnen Früchten entdecken.

einfach gesegnet und reich beschenkt
