Pekudei – Die Errichtung der Stiftshütten
Die Planung und der Bau der Stiftshütte beschäftigten uns nun seit einigen Wochen. Begonnen mit der Lesung Terumah über Tetzaveh bis Wajakhel erfuhren wir darüber, wie das Zelt der Begegnung gebaut werden sollte. Pekudei bildet nun den Abschluss dieses Berichts.
In diesem Beitrag schauen wir uns ein Detail an, welches meine Aufmerksamkeit erregt hat. Wir gehen der Frage nach, wer welche Stiftshütte tatsächlich errichtet hat.
Paraschat Pekudei
2. Mose 38,21-40,38
1. Könige 7,51-8,21; Lukas 16,1-13
Die Übergabe der Materialien
Die Herstellung der verschiedenen Bestandteile wie die Zeltbahnen, die Bundeslade, den Leuchter oder die Altäre waren eine Gemeinschaftsaufgabe. Unter der Führung von Bezaleel und Oholiab arbeiteten die Israeliten gemeinsam, jeder nach seinen Fähigkeiten, an der Fertigstellung der einzelnen Bestandteile.
Als diese vollendet waren, mussten sie jedoch zu einem Zelt zusammengefügt werden. Doch diese Aufgabe oblag nicht dem Volk, denn es heißt:
Und sie brachten die Wohnung zu Mose, das Zelt und alle seine Geräte, seine Klammern, seine Bretter, seine Riegel und seine Säulen und seine Füße;
(2. Mose 39,33; Schlachter 2000)
Sie, das heißt die Kinder Israels, brachten alle Teile zu Mose. Damit zeigt uns Pekudei klar, dass der Bau nicht in den Händen des Volkes lag. Es war vielmehr Mose, der mit der Fertigstellung des Zeltes beauftragt wurde.
Das Zelt wird aufgerichtet
Im Bericht der tatsächlichen Errichtung der Stiftshütte finden wir im Text jedoch wiederum eine Besonderheit. In Pekudei finden wir zwei Verse, die den Bau einleiten.
- Und es geschah im zweiten Jahr, am ersten Tag des ersten Monats, da wurde die Wohnung aufgerichtet. (2. Mose 40,17; Schlachter 2000)
- Und Mose richtete die Wohnung auf; und er stellte die Füße auf und setzte die Bretter darauf und befestigte ihre Riegel und richtete die Säulen auf. (2. Mose 40,18; Schlachter 2000)
Wozu diese Wiederholung? Hätte es nicht gereicht, zu erklären, dass Mose die Hütte errichtet? Wozu Vers 17?
Was auf den ersten Blick überflüssig erscheint, ist in Wirklichkeit ein Hinweis auf eine tieferliegende Offenbarung. Denn es ist schwer vorstellbar, dass Mose das Zelt völlig allein aufstellen konnte.
Es gibt tatsächlich mehrere Deutungen für die Feststellung nach Vers 17. Eine Deutung bezieht sich darauf, dass die Einweihung und Errichtung der Stiftshütte sieben Tage dauerte.
Am ersten Tag des ersten Monats fand sie Ihr Ende. An diesem Tag war das Zelt vollendet. Die weiteren Verse in Kapitel 40 beschreiben dann lediglich die Details der Weihe.
Es gibt aber noch eine viel spannendere Idee.
Das himmlische Heiligtum in Pekudei
Der Midrasch Bamidbar Rabbah 12,12 zeigt eine interessante Perspektive auf. Dort heißt es, dass Gott nicht nur Mose anwies, ein Zelt auf der Erde zu errichten. Gleichzeitig befahl er den himmlischen Wesen, den Engeln, ein Heiligtum im Himmel zu bauen.
So entstand das irdische Zelt zeitgleich mit dem himmlischen. In diesem himmlischen Zelt sorgte der Engel Metatron für die Sühnung Israels zur Zeit des Exils.
Nun, wir wissen, dass die meisten Juden nicht an Jeschua als den Messias glauben. Doch setzen wir statt Metatron Jeschua ein. Ist es dann nicht ein spannendes Bild?
So wie Mose die Stiftshütte auf der Erde errichten sollte, tat es Jeschua im Himmel. Damit hat die himmlische Entwicklung ein Abbild auf der Erde gefunden.
Die Hauptsache aber bei dem, was wir sagen, ist: Wir haben einen solchen Hohenpriester, der sich gesetzt hat zur Rechten des Thrones der Majestät im Himmel, einen Diener des Heiligtums und der wahrhaftigen Stiftshütte, die der Herr errichtet hat und nicht ein Mensch.
(Hebräer 8,1-2; Schlachter 2000 – Hervorhebung durch den Verfasser)
Damit gewinnt die Aussage, dass Mose das Zelt nach dem Vorbild im Himmel bauen sollte, eine völlig neue Bedeutung (2. Mose 25,9). Dabei ging es offensichtlich nicht nur um die Form der Stiftshütte, sondern auch um deren Bauvorgang.
Fazit: Pekudei offenbart uns himmlische Geheimnisse
Pekudei gibt uns einen deutlichen Hinweis darauf, dass es nicht nur eine Stiftshütte gab. Tatsächlich waren es mehrere, die offensichtlich auch gleichzeitig errichtet wurden. Dabei waren in beiden Fällen Männer am Werk, die eine Messias- und Erlöserrolle für Israel spielten – Mose beim Exodus aus Ägypten und Jeschua beim zukünftigen Exodus aus allen Nationen.
Doch unabhängig von diesen prophetischen Bedeutungen sollten wir uns verinnerlichen, dass alles, was wir tun, seine Entsprechung im Himmel hat. Oder anders ausgedrückt: Alle himmlischen Entwicklungen finden ihren Weg auf die Erde.
Es liegt jedoch an uns, auf welcher Seite wir stehen und welche Entwicklungen wir anziehen. Wir kennen den Weg. Lasst uns treu an Jeschuas Seite weitergehen.
Als glücklicher Ehemann und Familienvater widmet sich Marco seit 2011 den hebräischen Wurzeln des biblischen Glaubens. Mit seiner Arbeit möchte er Familien einen Mehrwert bieten und sie auf ihrem Weg des Glaubens ermutigen. Mit seinen Texten und Inhalten möchte er dich anregen, die tiefgreifende Verbindung zwischen christlichen und jüdischen Traditionen zu entdecken und den Glauben auf einer neuen Ebene zu erleben.
