Unser Pessach- Sederabend – ein Bericht
Mir gefällt es, von anderen zu hören, wie sie ein Fest feiern und Anregungen und Impulse aus dem Gespräch mitzunehmen. Deshalb schreibe ich dir hier einen kleinen Bericht zu unserer Pessach -Seder. Vielleicht kannst du ja auch davon profitieren.
Über die Jahre bildet sich in unserer Familie eine Tradition aus, die doch jedes Jahr mehr Feinschliff bekommt und auch immer Neues erhält. Jeder Sederabend ist anders, mal gibt es Gäste, mal nicht und auch dadurch, dass die Kinder älter werden und damit mehr verstehen, verändert sich so viel.
Dieses Jahr ist durch vielerlei Herausforderungen ein “Schmalspur-Programm“ angesagt.
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Vorbereitungen:
Zu unseren festlichen Vorbereitungen zählt auch schon der sogenannte Frühjahrsputz. Dieses Jahr fällt dieser recht mickrig aus. Wir sortieren den Sauerteig, Hefe etc. aus und kehren die (sichtbaren) Brot-Krümel aus dem Haus.
Essen und insbesondere Mazzen backen gehört zu den Vorbereitungen.
Weitere Aktivitäten, um auch das Innere auf das Fest vorzubereiten und sich einzustimmen, können sein:
- Am 10. Tag des 1. Monats ein Lamm ins Haus bringen (wir verzichten auf ein Lebendiges ;)) z.B. nehmen wir ein Spiezeugscharf in ein Papphaus.
- Rucksäcke packen: wie damals, mit dem Wichtigsten zum Überleben
- Wanderstäbe schnitzen und Gürtel und Stiefel vorbereiten.
Dekoration:
Ich liebe es, etwas zum Veranschaulichen des Festes an einem prominenten Platz des Hauses aufzustellen. Es ist eine wunderbare Möglichkeit, mit den Kindern über das Fest und Gottes Wirken zu sprechen.
In der Regel haben wir eine Szenerie aus Playmomännchen und Schleichfiguren gebaut, mit denen wir dann während der Erzählung am Sederabend auch spielen. Wir haben hier ein kleines Haus aus Pappe gebastelt.
Dieses Jahr habe ich ein Bild von jemandem gesehen, das ich auch spannend fand: sie haben das ein Modellgrab von Jeschua, aus Steinen gebaut, an den entsprechenden Tagen ist das Grab dann geöffnet oder verschlossen.
Unser „traditionelles Essen“
Neben den bitteren Kräutern, dem Mazza und dem Lamm gibt es bei uns (Ofen-) Kartoffeln und Gemüse, meist grüne Bohnen.
Zum Nachtisch gibt es bei uns einen Obstsalat
Auch der Traubensaft ist fester Bestandteil.
Unsere Seder Platte:
Wir haben uns entschieden, einige Elemente der Seder- Platte zu nutzen, weil uns diese Sinnbilder gut gefallen und sie diese auch für die Kinder greifbarer macht.
In 2. Mose 12,8 finden wir nur das Gebot: bittere Kräuter, Mazza und Lamm zu essen.
Doch warum enthält die Seder- Platte noch mehr „Zutaten“?
Kurze Erklärung zu den anderen Komponenten auf unserer Pessach – Seder -Platte
- Warum Charosset? (es ist eine braune Paste, meist aus Datteln)
Sie symbolisiert den Lehm, außerdem die Ziegelsteine in Ägypten hergestellt werden sollten. - Warum Salzwasser?
Als Erinnerung an die Tränen, die während der Sklaverei geweint wurden. - Warum die Erdfrucht? Kartoffeln, Möhren etc.
- Sie erinnert daran, dass der Mensch aus der Erde erschaffen ist, und an die zermürbende Arbeit in Ägypten.
- Warum das Ei? – traditionell auf der Sederplatte- wir ersetzen es gegen einen Stein. Es soll das harte Herz des Pharaos darstellen.
Ablauf:
Wir haben für uns einen bewährten, bebilderten Ablauf, der an der jüdischen Haggada angelehnt ist.
Wir haben die verschiedenen Programmpunkte für die Kinder aufgemalt, der Große hat meist die Aufgabe durch das Programm zu führen, vermutlich wird diese Ehre aber nun einem jüngeren Kind zuteil, damit es sich nicht so langweilt und der Große darf schon einen anderen Programmpunkt übernehmen. Etwa einen Psalm vorlesen.
Wir versuchen, die Seder recht interaktiv und abwechslungsreich zu gestalten und dabei dennoch nicht unnötig in die Länge zu ziehen. Sodass es für alle Altersstufen schön und ansprechend ist.
Wir haben etwa den Punkt Händewaschen folgendermaßen eingebaut: Wir bilden 2er-Teams. Dann übergießt der Eine dem anderen die Hände mit Wasser und segnet diesen in einem freien Gebet, danach wird getauscht, am Ende hat jeder saubere Hände und einen besonderen Segen empfangen.
Die 4 Kelche Traubensaft trinken, gehören für uns auch einfach immer mit dazu.
Den Traubensaft symbolisch als Blut Jeschuas an die Türpfosten unserer Haustüre zu streichen gehört bei uns zum Programm und vieles mehr.
Hier unser Ablauf für die Kinder
Zu jedem der Programmpunkte gibt es eine Erklärung. Oft stellen wir dabei den Zusammenhang zwischen dem Auszug aus Ägypten und der Errettung aus der Knechtschaft der Sünde durch Jeschuas Tod her.
Die Erzählung vertiefen:
Zum Sederabend gehört es, den „Sinn“ dessen zu erklären. Am spannendsten ist es aber nicht nur zu lesen, sondern noch mehr Sinne einzubeziehen. Wir versuchen, die Erzählung strukturiert, aber auch interaktiv zu gestalten. Möglichkeiten, die wir schon dafür genutzt haben, sind:
- Bilder aus Kinderbibeln zeigen.
- die Geschichte beim Erzählen selbst malen
- Nachspielen mit Figuren
- Theaterstück (gemeinsam) spielen
Wir haben die Erzählung des Auszugs und wie es dazu kam, größtenteils mit Figuren wie Playmobil nachgestellt. Marco erzählt die Geschichte, während ich wild mit den Figuren hantiere. Diverse Geräusche und Mimik dabei bringen auch die jüngsten Kinder dazu, interessiert dabei zu bleiben. Die 10 Plagen haben wir in extra Kärtchen als Deko auf dem Tisch liegen, diese sortieren wir der Reihenfolge entsprechend.
Der Abend endet
Der Abend endet in der Regel mit müden, glücklichen Kindern.
Den Tag nach dem Sederabend begehen wir in der Regel sehr ruhig, mit einer Andacht und einigen Liedern im Familienkreis. Und natürlich mit ganz vielen Mazzen.
Übrigens:
Nach dem 15. Tag kümmere ich mich um unseren Omer-Zähl- Kalender, um die Tage bzw. Wochen bis Schavuot zu zählen.
Wir wünschen euch ein schönes Pessach – Fest und immer tieferes Eintauchen in die wunderbare Errettungsgeschichte.
Wir freuen uns, zu erfahren, wie Ihr Euer Pessach und die Seder gestaltet. Schreibt uns gerne!

einfach gesegnet und reich beschenkt
