Kinder erziehen: Eine göttliche Berufung
Kinder zu erziehen ist eine der anspruchsvollsten, aber auch bedeutendsten Aufgaben, die uns Menschen anvertraut wurden. Die Erziehung fordert nicht nur unsere Geduld, sondern auch unsere geistige Stärke und Hingabe. Doch was bedeutet „Erziehen“ eigentlich? Und was ist die tiefere geistliche Bedeutung dahinter?
In diesem Beitrag werfen wir einen Blick aus der göttlichen Perspektive auf die Kindererziehung.
Kinder erziehen: von unten nach oben
Die deutsche Sprache ist sehr genau. Und so können wir aus einzelnen Worten bereist erkennen, worum es im Kern geht.
Das Wort „Erziehen“ bringt es im Prinzip schon auf den Punkt: Es geht darum, etwas von unten nach oben zu ziehen.
Dieser Prozess erfordert eine Kraftanstrengung, denn alles in dieser Welt ist der Anziehungskraft nach unten ausgesetzt. Ob es Steine sind, die an einem Seil emporgezogen werden, oder Pflanzen, die trotz der Schwerkraft in Richtung Sonne wachsen, ohne Energieaufwand bleibt alles am Boden.
Ebenso erfordert die Erziehung von Kindern eine Anstrengung von außen. Allerdings deutet das Wort darauf hin, dass die Eltern bereits auf einer erhöhten Position stehen, auf die sie ihre Kinder befördern wollen.
Dabei ist zu bedenken, dass die Erwachsenen ihre Kinder nur auf die Position heben können, die sie selbst schon erreicht haben. Höher geht nicht. Das bedeutet: Je höher die Position der Eltern, desto höher ist das Niveau, auf welches sie ihre Kinder befördern können. Doch was hat es mit diesen Positionen auf sich?
Die destruktive Anziehungskraft der Welt
Unsere Welt ist geprägt von einer destruktiven Anziehungskraft. Alles Materielle verfällt: Metall rostet, Holz verschimmelt, und auch wir Menschen altern. Ohne bewusste Anstrengung fällt alles der Vergänglichkeit zum Opfer.
Das betrifft auch den spirituellen Bereich. Wenn wir uns nicht anstrengen, wird unsere Gesellschaft in Dekadenz versinken – wie viele Großreiche der Geschichte, die erst durch Kraft aufgebaut wurden, aber letztlich im Verfall endeten. Um dem entgegenzuwirken, bedarf es bewusster Erziehung und geistigen Wachstums.
Auch den einzelnen Individuen geht es nicht anders. Solange der Mensch jung ist, hat er viel Kraft, um sich mit Innovation und Ideen dem Verfall entgegenzusetzen. Doch mit dem Alter sinkt die Kraft und letztlich wird der Mensch wieder zu dem Staub zurückkehren, aus dem er gebaut ist.
Alle gehen an denselben Ort: Alles ist aus dem Staub geworden, und alles kehrt auch wieder zum Staub zurück.
(Prediger 3,10; SLT)
Der Geist, der nach oben strebt
Während unser physischer Leib der Anziehungskraft der Erde unterworfen ist, hat unser Geist die Fähigkeit, nach oben zu streben. Tatsächlich ist die Berufung, die Gott uns Menschen gegeben hat.
Und der HERR wird dich zum Haupt setzen und nicht zum Schwanz; und es wird mit dir immer nur aufwärtsgehen und nicht abwärts, wenn du den Geboten des HERRN, deines Gottes, gehorchst, die ich dir heute gebiete, dass du sie bewahrst und tust, …
(5. Mose 28,13; SLT)
Indem wir uns an die Gebote Gottes anschließen, haben wir die Kraft, der Vergänglichkeit und den negativen Einflüssen dieser Welt entgegenzuwirken. Doch dafür bedarf es auch der Erziehung Gottes. Der himmlische Vater stattet uns durch seine erziehende Treue mit allem aus, was wir dafür brauchen.
(5. Mose 8,5; SLT)
So erkenne nun in deinem Herzen, dass der HERR, dein Gott, dich erzieht, wie ein Mann seinen Sohn erzieht.
Gott selbst führt uns durch Herausforderungen, aus denen wir gestärkt hervorgehen, unsere Seele verfeinern und schließlich unsere göttliche Natur wieder annehmen können. Diese Art von Erziehung ist ein Vorbild für uns als Eltern.
Die Mühen und Schmerzen der Erziehung
Die Herausforderungen der Erziehung wurden bereits im Schöpfungsbericht angedeutet. Nach dem Sündenfall sagt Gott zu Eva:
(1. Mose 3,16; SLT)
Und zur Frau sprach er: Ich will die Mühen deiner Schwangerschaft sehr groß machen; mit Schmerzen sollst du Kinder gebären; und dein Verlangen wird auf deinen Mann gerichtet sein, er aber soll über dich herrschen!
Im hebräischen Text spricht der Vers nicht nur von der Geburt der Kinder, sondern auch von deren Erziehung. Damit wird deutlich, dass Kinder zu erziehen mit Mühen verbunden ist – sowohl physisch als auch emotional. Doch diese Mühen sind notwendig, damit unsere Kinder lernen, der Anziehungskraft der Welt zu widerstehen und ihren Geist nach oben zu richten. Sie sind unser Beitrag und Opfer, um unseren Kindern dabei zu helfen, Menschen nach Gottes Bild zu werden.
Fazit: Kraft und Segen für die Erziehung
Es ist eine heilige Berufung, Kinder zu erziehen. Diese Aufgabe erfordert von uns viel Geduld, Hingabe und Kraft. Es ist unsere Mission, unseren Kindern zu helfen, nicht nur in dieser Welt zu bestehen, sondern auch spirituell zu wachsen. Dabei dürfen wir auf Gottes Unterstützung vertrauen, der uns durch seine Gebote und Erziehung den Weg weist. Zudem unterstützen wir die Entwicklung unserer Kinder durch Gebet.
Wir wünschen dir für diese bedeutsame Aufgabe viel Kraft und den Segen des Allmächtigen. Gemeinsam können wir dieser Welt und ihrer destruktiven Anziehungskraft etwas entgegensetzen – und unsere Kinder in die himmlischen Sphären führen.
Als glücklicher Ehemann und Familienvater widmet sich Marco seit 2011 den hebräischen Wurzeln des biblischen Glaubens. Mit seiner Arbeit möchte er Familien einen Mehrwert bieten und sie auf ihrem Weg des Glaubens ermutigen. Mit seinen Texten und Inhalten möchte er dich anregen, die tiefgreifende Verbindung zwischen christlichen und jüdischen Traditionen zu entdecken und den Glauben auf einer neuen Ebene zu erleben.
