Schabbatbrot – Challah
Gott hat uns den Schabbat, seinen Ruhetag, gegeben als ein Zeichen seines Bundes mit uns.
Dieser Tag soll uns Freude und Ruhe geben. Wir können auftanken, uns ausruhen und uns mit Gutem füllen.
Alles soll vorbereitet sein und wir können mit allen Sinnen genießen.
Ein traditionelles Element des Schabbats ist das Schabbatbrot, das sogenannte Challah. Es duftet, sieht wunderschön aus und schmeckt fantastisch, und zu guter Letzt ist es gefüllt mit Gebeten und Symbolik.
Wenn du es selbst bäckst, kannst du dich auch innerlich auf den Schabbat einstimmen und ganz viel Bedeutung hineinlegen. Diese möchte ich im Folgenden vertiefen.
Warum gibt es traditionell zum Schabbat ein Schabbatbrot?
- Es soll wie das Manna sein, das für 2 Tage reichte. Deshalb gibt es auch mindestens zwei Brote. (also die doppelte Portion).
- Das Brot wird umgangssprachlich Challah genannt, doch Challah ist eigentlich
der Teil, den man für Gott (als Speisopfer) vom Teig absondert. - Geflochten, um die Einheit zu symbolisieren.
Challah bei uns:
Wir haben nach Möglichkeit schon immer am Schabbat ein Challah gemacht. Ich fand es immer schön, ein besonderes Brot für den Schabbat zu backen, und z.B. während des Teigknetens für die Familie und ihr Wohlergehen zu beten. Vor einiger Zeit habe ich einen Text über die Zutaten und deren Bedeutung gelesen, die das Challahmachen auf eine neue Ebene gehoben haben. Der Text ist von: Yiskah Fantl bearbeitet von Rabanit K. Sarah Cohen (Symbolism of Challah) Einige ihrer Gedanken habe ich mit in den Text aufgenommen.
Jede Zutat bekommt Symbolik, das finde ich so schön.
Stück für Stück werden die Zutaten zusammengefügt und das Gebet wird durch die Zutaten und deren Bedeutung sozusagen geleitet.
Die Symbolik in den Challah Zutaten
Traditionell: Sind es 7 Zutaten.
| Zutat | Eigenschaft: | Steht für: |
| Mehl | nährt | Auskommen, Lebensunterhalt, tragfähige Beziehungen, gute Einflüsse |
| Hefe | geht auf, wird groß, macht den Teig leicht | Wachstum/Zunahme, Schutz |
| Wasser | speichert Informationen, Existenzgrundlage | Leben und Gottes Wort |
| Zucker/Honig | Süßt | Süße (des Lebens), Freude |
| Ei | bindet | Frucht, Fruchtbarkeit, Leben, unser Tun |
| Öl | macht weich, | Geist Gottes, Licht, Reinheit, Verdienst |
| Salz | ist beständig, haltbar, reinigt | Tränen, Vergebung, Kritik, Reinigung |
An diesen Dingen können wir uns im Gebet also beispielsweise orientieren.
So könnten wir beten:
Mehl:
Gott gebe uns Bestand und tragfähige Beziehungen, die uns bereichern und aus denen wir Gutes schöpfen. Zu ihm, innerhalb der Familie und auch außerhalb. Er gebe uns unseren Lebensunterhalt und die Weisheit, diesen nach seinem (Gottes) Willen und Sinn- voll einzusetzen.
Wenn wir das Mehl in unsere Schüssel (des Lebens) sieben, können wir ihn bitten, dass er unsere Gedanken reinigt und unser Tun und Handeln ihm entspricht. Möge er all das entfernen, was sich in uns nach etwas anderem als ihm ausstreckt. Möge er in unseren Leben nur Segen und gute Einflüsse bleiben.
Wasser:
Ohne Wasser und ohne Gottes Wort können wir und auch sonst nichts existieren. So sehen wir seine Freundlichkeit, Wir können ihn bitten, dass er seine Segensströme über uns ausgießt. Wir können ihn um alles bitten und ihm für sein Wort danken, für seine Torah. Wir können ihn darum bitten, dass wir und all unsere Lieben voll sind von seinem Wort, dass wir seine Gebote tun und unser Haus mit seinem Wort erfüllt ist. Darum, dass wir ein glückliches Leben führen und er unsere Herzen zu ihm hinzieht und wir voller Dankbarkeit und Gnade sind.
Hefe:
Wir beten um Wachstum in allen Bereichen. Dass wir unser volles Potenzial erreichen, im emotionalen, physischen und geistlichen Bereich. Dass Gottes Wort in uns und unseren Kindern zunimmt und wir nicht überheblich oder arrogant sind (wie der Sauerteig alles versäuert), sondern, dass wir rein sind und zu ihm hinwachsen. Wir können um Leichtigkeit beten. Und um Schutz.
Das hebräische Wort für Hefe (Schmarim) hat die Wortwurzel (Schemirah) welche Schutz bedeutet.
So können wir um Schutz bitten für uns, unsere Familie, unsere Lieben und sein ganzes Volk. Dass er uns hilft, nicht nach Bösem zu trachten oder zu schauen. Und dass wir in Liebe und all dem Guten wachsen.
Zucker/Honig:
Wir beten um Süße in unserem Leben. Dass sogar die Herausforderungen in unserem Leben süß für uns sind.
Dass unser Sprechen liebevoll ist und freundlich und dass wir Gottes Wort als süß wie Honig empfinden.
Ei:
Wir können für Fruchtbarkeit in allen Bereichen beten, im Physischen und Geistlichen. Möge unser Tun gute Frucht hervorbringen. Mögen unsere Kinder zu Erwachsenen nach seinem Bild heranwachsen und alles, was wir tun, in der Welt ein Stückchen besser machen.
Öl:
Wir können jeden einzelnen unserer Familienmitglieder durch beten für alles, was sie im Besonderen brauchen, ein Schlückchen Öl hinein, wie eine Salbung.
Wir können um Weichheit beten. Dass wir nicht hart und unbeweglich, sondern weich, liebevoll, freundlich und flexibel sind.
Dass wir heilig und rein sind. Mit Gottes Geist erfüllt, der uns in alle Wahrheit leitet. Uns wie eine Menora anzündet, dass wir leuchten durch sein reines Öl in uns.
Salz:
Wir können zum Beispiel beten, dass wir ein gutes Maß finden an Kritik, dass wir nur in kleinen Mengen kritisieren. Insbesondere unsere Kinder, dass wir sie in einer angemessenen Weise erziehen können, und nicht nur an ihnen herummeckern.
Wir können beten, dass, wir rein sind und all das Unreine/Giftige und negative Einflüsse aus uns entfernt werden. Und er uns die Sünden, die daraus entstanden sind, vergibt.
Dass unser Tun Bestand hat und nicht vom Feuer verbrannt werden kann. Dass wir Bestand haben und Licht und Salz sind in der Welt, dass wir nicht fade sind, sondern einen guten Unterschied machen. Und dass unsere Tränen nur Freudentränen sein mögen.
Teig zubereiten:
Ich backe nach Augenmaß und Gefühl, deshalb habe ich keine Mengenangaben hinzugefügt. Hier findest du ein traditionelles Rezept.
Alle Zutaten werden nach und nach miteinander vermengt und zu einem nicht mehr klebenden Teig geknetet. Hierbei kann man auch um Einheit beten.
Tipp: Aktiviere zuerst die Hefe, bevor sie mit dem Salz zusammenkommt, damit die Hefe zuverlässig arbeiten kann.
Der Teig sollte dann mindestens 1 Stunde ruhen (möglich ist auch über Nacht im Kühlschrank).
Dann ist nur noch das Fertigbacken am Freitag dran.
Nach dem Gehen wird der Teig nochmals geknetet und das Challah abgesondert (wenn gewünscht).
Challah absondern:
17 Und der HERR redete zu Mose und sprach: 18 Rede mit den Kindern Israels und sprich zu ihnen: Wenn ihr in das Land kommt, in das ich euch bringen werde, 19 und wenn ihr dann vom Brot des Landes esst, so sollt ihr für den HERRN ein Hebopfer erheben. 20 Vom Erstling eures Schrotmehls sollt ihr einen Kuchen als Hebopfer erheben; wie das Hebopfer von der Tenne sollt ihr es erheben. 21 Ihr sollt dem HERRN von den Erstlingen eures Schrotmehls ein Hebopfer geben in euren [künftigen] Geschlechtern. (4. Mose 15,17–21 -SLT 2000)
Dann kann der Teig wie ein Hefezopf geflochten werden. Symbolisch sind es 6 Stränge (für die 12 Stämme), 3 Stränge funktionieren aber auch prima.
Auf ein mit Backpapier belegtes Backblech betten.
Mit verquirltem Ei bestreichen und nach Wunsch mit Sesam, Zucker etc. bestreuen. Die fertigen Challot nochmal einen Moment ruhen lassen.
Bei etwa 180 °C Umluft bäckt es bei mir etwa 20 Minuten. Bis das ganze Haus danach duftet, behalte es im Blick, klopfe vorsichtig mit einem Kochlöffel, ob es hohl und fertig klingt.
Wenn es innen noch nicht ganz durch ist, mag ich es am liebsten. Wenn es oben sehr dunkel geworden ist, mag es mein Sohn am liebsten … und so ist von Woche zu Woche mal für den einen noch besser und mal für den Anderen…
Backst du ein Schabbatbrot? Auf welche Art und Weise?
Viel Freude wünsche ich dir dabei !

einfach gesegnet und reich beschenkt

Lolita
7. November 2025 @ 5:10
Du Herzensliebe, wie wunderbar Du das beschrieben hast, ich bin richtig richtig im Glück und hab es gleich Carolin geschickt. Kann mir gut vorstellen, dass sie das berührt und sie es gar beginnt zu machen!
Hab Dank und Abba seinen Segen immerzu.
Shabbat Shalom
Sonja
7. November 2025 @ 16:52
Vielen lieben Dank! Ich freue mich sehr, all das mit euch teilen zu können.
Ich wünsche euch ganz viel Freude und Gelingen und natürlich ganz viel Segen in all dem!