Sukkot: Wie wir das Laubhüttenfest feiern
Sukkot ist eines der 8 Jahresfeste, welche uns im 23. Kapitel des Buches Leviticus vorgestellt wird. Es ist neben Pessach das einzige Fest, welches sieben Tage andauert.
Für mich persönlich ist es der Höhepunkt der Herbstfeste und mit keinem anderen Fest vergleichbar. Sukkot hat etwas ganz Besonderes. Was das ist und wie wir es feiern, erfährst du im folgenden Beitrag.
Die Gebote zu Sukkot und ihre Bedeutung
Wenn wir Sukkot feiern, haben wir verschiedene Ebenen, anhand derer wir das Fest betrachten können. Schauen wir uns zunächst an, was uns geboten ist. Anhand der Gebote sehen wir einige wichtige Eigenschaften, mit denen das Laubhüttenfest verbunden ist.
Die Sukka
Das auffälligste Element ist die Sukka oder die Laubhütte. Es heißt in der Heiligen Schrift dazu:
Sieben Tage lang sollt ihr in Laubhütten wohnen; alle Einheimischen in Israel sollen in Laubhütten wohnen,
(3. Mose 23,42; SLT)
Das Wohnen in der Laubhütte wird uns sogar begründet. Es heißt dazu im nächsten Vers:
damit eure Nachkommen wissen, dass ich die Kinder Israels in Laubhütten wohnen ließ, als ich sie aus dem Land Ägypten herausführte; ich, der HERR, bin euer Gott.
(3. Mose 23,43; SLT)
Wenn wir Sukkot feiern, gedenken wir also an den Auszug aus Ägypten. So wie der Allmächtige sein Volk damals in Zelten und Hütten wohnen ließ, so gebietet er uns dies ebenfalls für sieben Tage im Jahr.
Mit diesem Gebot trägt der Allmächtige Sorge dafür, dass wir den Auszug nicht vergessen. Außerdem werden wir daran erinnert, dass auch wir in der Welt keine Heimat haben. Wir sind keine Einwohner mit Bürgerrecht, sondern Wandernde auf dem Weg in ihre Heimat (Hebräer 11,13).
Gemeinschaft
Doch es gibt noch weitere Gebote, die für Sukkot von Bedeutung sind. So ist das Laubhüttenfest eines der drei großen Pilgerfeste, an denen alle Männer in Israel an den Ort kommen sollen, an dem Gott seinen Namen wohnen lässt.
Zur Zeit des Tempels war dies ganz klar Jerusalem. Heute stehen wir vor einer größeren Herausforderung. Doch was wäre, wenn sich dieser Ort weniger durch seine geografische Lage als durch seine Eigenschaft als Wohnort kennzeichnet?
Wir verstehen diesen Punkt so, dass es auch für uns einen Ort gibt, an dem Gott seinen Namen wohnen lässt. Optimalerweise ist dies eine Gemeinde, die Jeschua und die Torah ehren und aufrichten.
So seid ihr nun nicht mehr Fremdlinge ohne Bürgerrecht und Gäste, sondern Mitbürger der Heiligen und Gottes Hausgenossen, auferbaut auf der Grundlage der Apostel und Propheten, während Jesus Christus selbst der Eckstein ist, in dem der ganze Bau, zusammengefügt, wächst zu einem heiligen Tempel im Herrn, in dem auch ihr miterbaut werdet zu einer Wohnung Gottes im Geist.
(Epheser 2,19-22; SLT)
Freude
Ein weiteres wichtiges Gebot möchten wir uns ansehen. Dieses fordert uns auf, fröhlich zu sein.
Und du sollst an deinem Fest fröhlich sein, du und dein Sohn und deine Tochter und dein Knecht und deine Magd und der Levit und der Fremdling und die Waise und die Witwe, die in deinen Toren sind.
(5. Mose 16,14; SLT)
Sukkot soll als ein Fest der Freude verstanden werden. Nachdem wir an Jom Kippur unsere Seelen gedemütigt und um Vergebung unserer Sünden gebeten haben, sind wir an Sukkot frei und können in voller Freude vor unseren Schöpfer treten.
Dabei sollten wir darauf achten, dass wir nicht mit leeren Händen erscheinen (5. Mose 16,16), sondern all den Segen mitbringen, den Gott uns zuteilwerden ließ. Nur, wenn jeder etwas beiträgt, wird Sukkot auch zu einem großartigen Fest. Im Übrigen kennen wir dieses Prinzip auch bei der Gestaltung des Haushalts mit den Kindern.
Wie wir Sukkot feiern
Für uns steht während Sukkot die Gemeinschaft im Mittelpunkt. Es ist eine Zeit, in der wir nicht nur an die Vergangenheit denken, sondern die Gegenwart im Kreise von Geschwistern und Familie aktiv erleben.
In unseren Breiten kann das Wetter Ende Oktober durchaus ungemütlich werden, weshalb wir das Gebot, in einer Sukka zu wohnen, an unsere Gegebenheiten anpassen. Anstelle des Schlafens im Zelt, das zu dieser Jahreszeit oft kalt und feucht wäre, finden wir kreative Wege, um dennoch der Aufforderung nachzukommen.
Der Fokus liegt für uns auf dem Beisammensein in einer vorübergehenden Behausung – sei es ein Wohnwagen, eine Hütte oder auch eine gemeinschaftlich genutzte Laubhütte, die wir für Mahlzeiten und gemeinsame Zeiten nutzen.
Die sieben Tage sind geprägt von festlichem Essen, Lehren und Aktivitäten, auch für die Kinder. Es gibt viel Zeit für Gespräche und Gemeinschaft mit anderen Gläubigen.
In den vergangenen Jahren haben wir uns der Messias-Gemeinde aus Bielefeld angeschlossen und sind zusammen auf ein Camp gefahren, um dort Sukkot zu feiern. Alternativ haben wir auch selbst Camps organisiert, was immer eine besondere Atmosphäre schafft.
Für uns ist es essenziell, das Camp-Leben zu erfahren – so wie es das antike Israel auf seiner Wanderung durch die Wüste getan hat. Es ist eine Vorahnung dessen, was auch im kommenden Exodus wieder geschehen wird.
Diese symbolische und praktische Verbindung zur Gemeinschaft und zu Gott gibt uns während Sukkot eine besondere Tiefe und Freude, die das Fest zu einem Höhepunkt im Jahr macht.
Als glücklicher Ehemann und Familienvater widmet sich Marco seit 2011 den hebräischen Wurzeln des biblischen Glaubens. Mit seiner Arbeit möchte er Familien einen Mehrwert bieten und sie auf ihrem Weg des Glaubens ermutigen. Mit seinen Texten und Inhalten möchte er dich anregen, die tiefgreifende Verbindung zwischen christlichen und jüdischen Traditionen zu entdecken und den Glauben auf einer neuen Ebene zu erleben.
