Jonathans Geschichte -Teil 4
Die erstaunliche wahre Geschichte der Makkabäer
Von Heidi Cooper übersetzt von Sonja (Torah-in-Family.de)
TEIL 4 von 8 Teilen
Wir nahmen weitere Städte ein und rissen die heidnischen Altäre nieder. Israel begann wieder, der Thora zu folgen. Mein Vater ging erhobenen Hauptes durch die Straßen und war stolz darauf, das Volk zur Rechtschaffenheit zurückführen zu können.
Ich erinnere mich, dass Vater mit Judas eines Tages einen Vorstoß auf eine Stadt plante, als ihn plötzlich ein schlimmer Hustenanfall erwischte. Ich holte ihm etwas Wasser, und es half ein wenig. Doch der Husten wollte nicht gehen. Am nächsten Tag wurde es schlimmer, dass er sich sogar setzen musste.
Wir waren alle besorgt und fragten ob wir etwas helfen könnten. Seine Antwort war immer, dass es ihm gut ginge.Doch seine Augen verrieten mir, dass es nicht so war.
Er war müde, und in seinen Schritten fehlte die Leichtigkeit seit einigen Wochen.
Wir wohnten bei einer Familie nicht weit von unserer Heimatstadt Modin entfernt. Vater musste schließlich das Bett hüten. „Es ist nur für ein paar Tage. Ich werde bald schon wieder fit sein.“
Wir gaben ihm Brühe und Brot. Aus den paar Tagen wurden mehrere Tage, und schließlich rief er uns alle zu sich.
„Jungs, ich bin alt. Ich bin müde. Dieser Kampf hat mich endlich eingeholt. Ihr seid alle jung und stark. Ihr werdet den Kampf fortsetzen, bis er zu Ende ist.“
„Aber, Vater…“ Eleazar versuchte, mit ihm zu diskutieren, aber es war sinnlos. Wir alle kannten die Wahrheit. Es war nun unsere Pflicht, zuzuhören.
„Ihr seid nicht zu einer leichten Aufgabe berufen. Es gibt noch viel Schlechtes, gegen das ihr kämpfen müsst. Bewahrt die Thora in eurem Herzen und liebt sie von ganzem Herzen, mit all eurer Kraft.“ Ein Husten unterbrach seine Worte, und Simeon gab ihm ein
Glas Wasser.
„Seit wie eure Vorväter. Wie Abraham, der treu war, bis dahin, dass er bereit war, Gott seinen Sohn zu opfern.
Wir nickten, denn wir kannten die Geschichte gut.
„Und wie Josef, der das Richtige tat und in Ägypten befördert wurde, seid wie Pinchas, der das Böse im Lager vernichtete und das Priestertum erhielt.“ Er schaute mich an und lächelte. Viele Jahre später würde ich verstehen, warum, aber in diesem Moment wollte ich einfach nur schluchzen.
„Seid wie Josua, der das Volk zum Sieg führte und erst Jericho und dann das Land einnahm.“ Sein Blick schwenkte dann zu Judas hinüber.
Es war, als ob er Dinge sehen würde, die wir nicht sehen konnten. Er verstand,
was vor ihm lag, aber er konnte es uns nicht erklären.
„Seid wie Kaleb…“ Ein weiteres Husten hinderte ihn am Sprechen, und ein weiterer Schluck Wasser wurde ihm angeboten.
„Kaleb, der selbst in seinem hohen Alter noch einen Berg im Land zugeteilt bekam und bis zum Ende kämpfte wie ein junger Mann..“
„und seid wie David, der mit großer Einsicht und Weisheit, mit Barmherzigkeit große Liebe zeigte. Er war ein Mann nach dem Herzen unseres Gottes. Seid wie er, meine geliebten Söhne.“
„Elija, wow, meine lieben Jungs, Elija! Er hat es mit den bösen Propheten von Baal aufgenommen. Der HERR schickte Feuer vom Himmel herab, und er wird dasselbe für euch tun. Vergesst das nie. Er wird für euch kämpfen.“
„Schadrach, Meschach und Abednego gingen durch das Feuer und kamen heil heraus. Ihr habt das Feuer noch vor euch, aber ihr müsst weitergehen. Geht in dem Wissen, dass ihr alles getan habt, um die Thora zu befolgen, und vertraut auf den HERRN mit eurem ganzen Herzen.“
„Habt keine Angst vor den Löwen. Daniel hatte auch keine Angst.“
Seine Stimme wurde immer schwächer, und er rief Simeon zu sich. Im Flüsterton sagte er: „Simeon wird jetzt euer Familienoberhaupt sein, hört auf ihn. Er wird euch wie ein Vater führen und Weisheit geben.“ Er küsste Simeon und rief Judas.
„Judas wird euer Hauptmann sein. Er kann euch alle verprügeln, also folgt ihm lieber.“
Wir kicherten alle über Vaters Versuch, die Stimmung aufzulockern. Ja, es stimmte. Judas konnte es mit uns allen auf einmal aufnehmen.
Vaters Augen funkelten, als er uns ein wenig lachen sah.
Dann begann er zu singen, es war kaum mehr als ein Flüstern: „Jewarechecha Adonai wejischmerecha jair adonai panawelecha wichunecha jisa adonai panawelecha we jasem lech schalom.“ (Der HERR segne dich und behüte dich. Der HERRlasse sein Angesicht über dir leuchten über dir und sei dir gnädig. Der HERR erhebe sein Angesicht auf dich und schenke dir Schalom.)
Jeden einzelnen von uns küsste er auf die Stirn und schloss dann seine Augen.
Wir konnten nicht länger an uns halten und tapfer sein. Wir begannen zu schluchzen, und fanden Ausreden, um an die frische Luft zu kommen.
Ich ging zu den Eseln. Sie mussten sowieso beladen werden, also warum nicht gleich damit anfangen? Ich schlang meine Arme um den Hals des Esels. Ich nannte ihn Gammal (Kamel), weil er das Kamel des armen Mannes war. Er dämpfte meine Tränen und wartete geduldig, bis ich ausgeweint hatte.
Bald hörte ich ein geschäftiges Treiben um mich herum und erkannte, dass die Esel beladen werden mussten, weil sich alle auf eine Reise vorbereiteten. Eleazar sagte mir, dass wir Vater nach Modin bringen würden.
Viele Menschen folgten der Prozession, als wir in die Stadt fuhren. Unsere Wehklagen konnte man Meilen weit hören. Wir machten uns auf den Weg zu der Stelle, an der Mutter begraben war. Dort würde Vater bis zur endgültigen Auferstehung warten. Hier weinte jeder von uns ganz offen.
Wir wollten nicht ohne Vater weitergehen, aber wir wussten, dass wir es mussten.
Als wir uns auf den Weg machten, hing jeder seinen Gedanken nach. Ich fragte ich mich, warum Vater mich angesehen hatte, als er von Pinchas sprach. Seine Augen verrieten mir, dass er etwas wusste, was ich erst noch herausfinden musste, nur was??
Judas rief und ich ließ den Gedanken ruhen…
FORTSETZUNG FOLGT… Teil 5 von 8
Aufgaben:
Väter, segnet jedes eurer Kinder und macht sie auf ihre Talente aufmerksam und darauf, wie sie möglicherweise Gott in der Zukunft dienen könnten.
Wählt einen der berühmten Helden aus der heutigen Geschichte aus und bastelt Puppen oder benutzt Stofftiere usw., um ihre Geschichte nachzuspielen.
©2010 von Heidi Cooper www.torahfamilyliving.com

einfach gesegnet und reich beschenkt
