Die Macht des Gebets – Teil 3
Wir haben in den ersten beiden Teilen der Reihe „Die Macht des Gebets“ gesehen, dass das Gebet ein elementarer und mächtiger Bestandteil unseres Glaubens ist. Ohne Gebet gäbe es keine Kommunikation zwischen uns und dem himmlischen Vater. Demnach sollten wir dringend darauf achten, diesen Kommunikationskanal in unseren Familien nicht versiegen zu lassen.
Doch es ist nicht leicht, im Alltag regelmäßig die Ruhe zum Gebet zu finden. Deshalb möchte ich dir einige praktische Einblicke geben, wie ein gesundes Gebetsleben auch im Stress des Alltags gelingen kann.
Die Herausforderung
Die vielfältigen Aufgaben und Verbindlichkeiten, denen wir in unserem alltäglichen Leben ausgesetzt sind, stellen die größten Hürden für regelmäßige Gebetseinheiten dar.
Da braucht das Baby eine frische Windel, dort wurde ein Glas Milch verschüttet, die Steuererklärung sollte schon längst fertig sein und zudem hat sich noch Besuch von den Großeltern angekündigt, wofür du am Nachmittag noch einen Kuchen benötigst. Wer arbeitet, hat meist dadurch schon wenig Zeit und Schwierigkeiten, die optimale Work-Life-Balance zu halten.
Wie aber können wir dieser Herausforderung begegnen? Zunächst sollten wir uns klarmachen, dass Gott über unseren Alltag wacht. Er wird uns nicht über unser Maß belasten (1. Korinther 10,13).
Mich beflügelt diese Erkenntnis, denn sie zeigt mir, dass Gott meine Probleme und Herausforderungen sehr wohl in der Hand hält und sie auch entsprechend steuert. Dennoch kann das nicht die Entschuldigung für mich sein, mich nicht zu bemühen.
Letztlich liegt es in unserer aller Verantwortung, unser Bestes zu geben und der Aufforderung von Paulus nachzukommen:
Betet ohne Unterlass! (1. Thessalonicher 5,17; SLT)
Eine regelmäßige Routine
Was mir sehr geholfen hat, ist die Entwicklung einer regelmäßigen Routine. Auch wenn ich sie nicht jeden Tag einhalten kann, so ist sie doch mein Ankerpunkt, auf den ich immer wieder zurückgreife, wenn alles drunter und drüber geht.
Der aus meiner Sicht wichtigste Moment für Gebet ist der Morgen, direkt nach dem Aufstehen. Gott sollte den ersten Platz in meinem Tag einnehmen. Es ist nicht immer gegeben, dass ich wirklich Ruhe habe. Oft sind die Kinder wach und haben ihre Anliegen.
Dennoch ist diese Zeit heilig und ich muss sie manchmal auch verteidigen. Dass dabei bestimmte Probleme wie eine überlaufende Windel oder kranke Kinder dennoch Vorrang haben, versteht sich von selbst.
Ich spüre einen deutlichen Unterschied im Verlauf des Tages, wenn ich zu Beginn eine Gebetszeit hatte. Gott ist in meinem Geist viel präsenter und meine Gedanken sind öfter bei ihm. Insgesamt verfüge ich auch über mehr Energie.
Außerdem ist es wichtig, den Tag mit einer Gebetszeit abzuschließen. Diese Tageszeit ist für mich aber deutlich umkämpfter. Oft bin ich müden und nicht mehr so aufnahmefähig. Dennoch ist die Zeit wichtig und sollte wenigstens ein kurzes Gebet, einen Smalltalk mit Gott, zum Abschuss des Tages hergeben.
Der Morgen und der Abend sind die wesentlichen Bausteine meiner Gebetsroutine. Alles andere ist Bonus, je nach Zeit. Am Schabbat sieht das natürlich anders aus.
Kurze Stoßgebete
Was ich bisher aufgezeigt habe, sind ausführliche Gebetseinheiten, in denen ich mir explizit Zeit für Gott nehme. Doch selbstverständlich bin ich auch über den Tag immer wieder mit Gott im Gespräch.
In kurzen Stoßgebeten trage ich meine Bitten, meinen Dank oder meine Fragen vor. Es tut gut, zu wissen, dass ich in den vielen Entscheidungen des Alltags nicht allein bin.
Gemeinsames Gebet
Neben dem persönlichen Gebet pflegen wir in der Familie auch immer wieder gemeinsame Gebetszeiten.
Einerseits sind wir als Paar am Schabbat oder an den Abenden zusammen. Anderseits beten wir auch mit den Kindern. Wenn ich die Kleinen zu Bett bringe, bete ich meist mit ihnen und segne sie. Bestimmte Themen wie Probleme mit Freunden oder Geschwistern besprechen wir mit den Kindern und leiten sie dazu an, sie Jeschua abzugeben.
Gebet als angenehme Erfahrung
Ein Aspekt für das Gebet ist mir ganz wichtig: Gebete sollten immer eine positive Erfahrung sein.
Ich meine damit, dass wir gerne beten und es nicht als Last erleben. Wenn wir mit unseren Gebeten nur eine Wunschliste abarbeiten, die wir jeden Tag monoton vortragen, dann wird uns das bald ermüden.
Gebete sollten uns erheben. Wann immer wir daran denken, mit Gott zu sprechen, sollten wir uns freuen. Wir treffen unseren liebevollen Vater und unseren Bräutigam. Warum sollte das eine Last sein?
Achte darauf, dass du deine Gebetszeiten so angenehm wie möglich gestaltest. Mach es dir auf dem Sofa gemütlich und stelle dir einen Kaffee oder Tee bereit. Achte auf ein angenehmes Licht oder verwende einen wohligen Duft.
Was auch immer dir hilft, dich wohlzufühlen, implementiere es in deine Gebetszeit. Es wird deine Vorfreude zusätzlich befeuern.
Fazit: Achte auf regelmäßiges Gebet
Nur durch regelmäßiges Gebet werden wir auch den Segen in unseren Familien freisetzen können. Für manche Dinge möchte Gott einfach gebeten werden.
Und so ist es essenziell, dass wir darauf achten, dass unser Gebetsfluss zum Allmächtigen nicht abreißt. Eine Routine kann dabei helfen, sowohl das persönliche als auch das gemeinsame Gebet in der Familie zu fördern.
Zusätzlich empfehle ich dir, deine Gebetszeiten zu echten Wohlfühloasen zu gestalten. So erhöhst du deine Chancen, täglich mit Gott im Gespräch zu bleiben.
Als glücklicher Ehemann und Familienvater widmet sich Marco seit 2011 den hebräischen Wurzeln des biblischen Glaubens. Mit seiner Arbeit möchte er Familien einen Mehrwert bieten und sie auf ihrem Weg des Glaubens ermutigen. Mit seinen Texten und Inhalten möchte er dich anregen, die tiefgreifende Verbindung zwischen christlichen und jüdischen Traditionen zu entdecken und den Glauben auf einer neuen Ebene zu erleben.
