Die Macht des Gebets – Teil 2
Im ersten Teil dieser Reihe zur Macht des Gebets haben wir uns mit den theologischen Grundlagen beschäftigt. Wir haben die hebräischen Worte untersucht, die mit Gebet oder Beten übersetzt werden.
Eine der Kernaussagen war, dass wir uns durch das Gebet in den Thronsaal Gottes begeben. Gleichzeitig stehen wir vor dem Richterstuhl des Allmächtigen. Ich denke, wir sollten diesen Gedanken noch einmal für einen Moment in uns wirken lassen.
In unserem Gebet sprechen wir mit dem König der Könige und Herr der Herren. Wir sprechen mit dem Herrscher über Himmel und Erde. Gott ist derjenige, der alle Schöpfungsgesetze in seiner Hand hält. Er richtet danach und ist gleichzeitig Gesetzgeber.
Im Klartext: mit unserem Gebet können wir neue Gesetze, Verordnungen oder Erlasse von Gott erbitten.
Was im Gebet alles möglich ist
Jeschua hat uns mehrfach dazu ermutigt, zu beten. Nicht nur durch das „Vater-unser“, welches er während der Bergpredigt lehrte. Er gab uns Zusagen, die uns den Wert des Gebets aufzeigen sollten.
Unter anderem sagte Jeschua:
Wenn ihr etwas bitten werdet in meinem Namen, so werde ich es tun. (Johannes 14,14; SLT)
Das ist eine mächtige Aussage. Jeschua sagt uns zu, dass wir ihn um alles bitten können und er wird es erfüllen. Ein Blick in die biblischen Geschichten zeigt uns, dass das keine Übertreibung ist.
- So lesen wir von Abraham, der für das Haus von Abimelech betete und damit alle unfruchtbaren Frauen fruchtbar machte (1. Mose 20,17-18).
- Oder Isaak, der für Rebekka betete, sodass diese Kinder bekommen konnte (1. Mose 25,21).
- Wir lesen von Nehemia, dessen Bußgebet die Tür dafür öffnete, um nach Jerusalem zurückzukehren und die Stadt wiederaufzubauen (Nehemia 1-2).
- Daniel rief mit seinem Gebet einen starken Engelfürsten in die Schacht (Daniel 10).
- Ananias stellte durch sein Gebet das Augenlicht des Paulus wieder her (Apostelgeschichte 9,17).
Die Liste könnte ich noch weiter fortsetzen. Doch lass uns noch einmal schauen, was es bedeutet, etwas im Namen von Jeschua zu beten.
Das Gebet und das Bündnis
Der Apostel Johannes nennt uns eine wichtige Voraussetzung dafür, dass unsere Gebete von Gott überhaupt gehört werden. Er schrieb im ersten Brief:
Geliebte, wenn unser Herz uns nicht verurteilt, dann haben wir Freimütigkeit zu Gott; … (1. Johannes 3,21; SLT)
Wenn unser Herz uns nicht verurteilt, dann können wir frei vor Gott treten. Dann haben wir eine Chance auf eine Audienz beim König. Doch was bedeutet das? Johannes wird spezifischer.
… und was immer wir bitten, das empfangen wir von ihm, weil wir seine Gebote halten und tun, was vor ihm wohlgefällig ist. (1. Johannes 3,22; SLT)
Wenn wir Gottes Gebote halten, also in seinem Bündnis bleiben, haben wir Anspruch darauf, zum König zu kommen. Und dieser wird unser Anliegen hören und danach handeln.
Doch was passiert, wenn wir sündigen? Gott warnt uns durch den Propheten Jesaja mit den folgenden Worten:
… sondern eure Missetaten trennen euch von eurem Gott, und eure Sünden verbergen sein Angesicht vor euch, dass er nicht hört! (Jesaja 59,2; SLT)
Durch Sünde verhindern wir, dass Gott unsere Gebete überhaupt hört. Dabei ist die Sünde mit dem Bruch des Bundes gleichzusetzen. Indem wir den Bund mit Gott brechen, hat er keine Verpflichtung mehr uns gegenüber.
Es liegt also an uns, ob wir Gebetserhörungen erfahren oder nicht. Die Macht unserer Gebete ist direkt mit unserer Bundestreue verknüpft.
Fazit: Gebet ist ein mächtiges Werkzeug
Wenn wir beten, bewegen wir uns im Thronsaal und bitten den König und Richter der Erde um eine rechtlich verbindliche Entscheidung für ein bestimmtes Anliegen. Andererseits hören wir aber auch, was er uns zu sagen hat.
Mit unserer Gesetzlosigkeit können wir uns den Zugang zu diesem Thron selbst verschließen. Gott wird sich verbergen, wenn wir gegen ihn rebellieren.
Doch wenn wir gerecht wandeln, werden wir mit unseren Gebeten viel bewirken können.
Bekennt einander die Übertretungen und betet füreinander, damit ihr geheilt werdet! Das Gebet eines Gerechten vermag viel, wenn es ernstlich ist. (Jakobus 5,16; SLT)
Im dritten und letzten Teil dieser Reihe zur Macht des Gebets werden wir uns mit den praktischen Anwendungen in unseren Familien beschäftigen.
Als glücklicher Ehemann und Familienvater widmet sich Marco seit 2011 den hebräischen Wurzeln des biblischen Glaubens. Mit seiner Arbeit möchte er Familien einen Mehrwert bieten und sie auf ihrem Weg des Glaubens ermutigen. Mit seinen Texten und Inhalten möchte er dich anregen, die tiefgreifende Verbindung zwischen christlichen und jüdischen Traditionen zu entdecken und den Glauben auf einer neuen Ebene zu erleben.
