Das Posaunenfest: Jom Teruah in unserer Familie
Der Sommer neigt sich dem Ende, die Zeit verfliegt und sie stehen wieder vor der Tür. Die Herbstfeste. Das Posaunenfest als Erstes. Dieser Artikel beinhaltet unsere Planung für dieses Fest für dieses Jahr.
Jom Teruah, immer wieder kommt das Fest überraschend. Nicht nur, dass man nicht weiß, an welchem Tag der Mond gesichtet wird, auch kommen die Feste meist schneller, als man denkt.
Anders als bei den Frühjahrsfesten werden wir durch unsere Umgebung selten auf die Herbstfeste aufmerksam gemacht. Während wir zu Weihnachten einen ganzen Monat ständig damit konfrontiert werden, ist es mit den Herbstfesten anders, zumindest hier in Deutschland. Um das Einstimmen müssen wir uns selbst kümmern. In unserem Familienalltag geht das Einstimmen oft unter. Und kurz vor dem Fest fällt mir auf. Ich wollte doch noch so viel vorbereiten …
Meine Oma meinte immer: „Wenn die Frau nicht das Fest plant, dann gibt es kein Fest.“
Somit stehe ich nun wieder ziemlich kurz vor knapp vor den Fragen:
Wie plane ich das Fest dieses Mal?
Wie kann ich dieses Fest für die Kinder erlebbar machen?
Wir haben noch ausbaufähige Traditionen in unserer Familie. Besonders für das Posaunenfest, da das auch wenig greifbar für uns ist. Als Nächstes werde ich Stück für Stück auf unsere Planung für Jom Teruah eingehen.
Wir haben dieses Jahr folgende Ziele für das Posaunenfest:
- Wir wollen nicht viel Programm, sondern Zeit miteinander, dennoch soll Gott, Sein Fest und Sein Wirken im Mittelpunkt stehen.
- Eine festliche Atmosphäre mit den Kindern.
- Zeit für eine gemeinsame Andacht und Lobpreis.
- Ein festliches, unkompliziertes Essen.
- Wir möchten Zeit zum Reden haben und dass die Kinder zufrieden sind und auf ihre Kosten kommen.
Wie können wir das alles verbinden?
Das Posaunenfest, Jom Teruah, der Tag des Hörnerschalls
Es gehört unbedingt dazu: das Schofar blasen. Traditionell gehen wir auf den nächsten „Berg“ und lassen das Schofar über der ganzen Stadt ertönen. Lärm blasen ist ein Muss zum Posaunenfest. Auf dem Berg beten wir anschließend gemeinsam und halten uns noch einige Zeit draußen auf.
In der Bibel genannt: Tag des Gedenkens
Das möchten wir gerne praktisch umsetzen. Wir können viel gedenken. Aber woran genau?
Zum Beispiel an die Erschaffung des Menschen, die Schöpfung der Welt, die Gabe der Torah am Sinai, unsere Errettung aus Ägypten usw..
Dieses Jahr versuchen wir etwas Neues. Wir wollen Bilder malen.
Jedes Kind darf eine Situation aus der Bibel malen, an die es sich gerne erinnert. Ein Gedenken kann so stattfinden und wir tauschen uns darüber aus, warum das schön ist für das Kind / und uns Eltern. Diese Bilder werden wir bis Jom Kippur aufhängen.
Juden feiern Rosch HaSchana (das Neue Jahr) an diesem Tag
Wir möchten uns dieses Jahr daran ein Vorbild nehmen.
Gemeinsam als Familie werden wir einen Rückblick halten und das vergangene halbe Jahr betrachten, Gott für sein Wirken in dieser Zeit danken.
Auch möchten wir das zukünftige halbe Jahr bis zum biblischen Beginn der Monate (2.Mose,12,2) Gott anbefehlen und uns ggf. neue Dinge vornehmen.
Um ein Fest festlich zu gestalten, ist das Sehen und Schmecken meiner Meinung nach von großer Bedeutung.
Dekoration und leibliches Wohl
Ich versuche, mit wenig Aufwand ein gutes Ergebnis zu erhalten und vernachlässige dadurch oft einige Details. Momentan fällt das noch niemandem auf und es erspart mir so einiges an Zeit.
Durch Girlanden bekommt man den Raum in Windeseile verändert und durch Tischdecken und Servietten (eine Rarität bei uns) lässt sich auch schnell ein Thema herausarbeiten und eine sichtbare Veränderung herbeiführen.
Mit den Kindern habe ich eine Schofar-Girlande gebastelt. Von der wir hier Gebrauch machen.
Auch der Herbst hat in unserer Wohnung Einzug gehalten. Erst seit ein paar wenigen Tagen nutzen wir herbstliche Deko, die uns auf die Herbstfeste einstimmt.
Das Essen
Die Nudelsorte Cellentani wird bei unseren Kindern liebevoll Schofarnudeln genannt. Deshalb dürfen diese an Jom Teruah, dem Posaunenfest, nicht fehlen. Es gibt eine einfache Soße dazu, und alle sind glücklich. Als Auflauf würde das auch gut gehen.
Es geht schnell, hat einen thematischen Bezug und alle mögen es. Was will man mehr?
Kuchen darf zu einem Fest auch nicht fehlen. Traditionell essen Juden zu Rosch HaSchana Äpfel mit Honig – für ein süßes neues Jahr.
Wir haben dieses Jahr einen Kuchen, der an den Berg Sinai erinnern soll, die Wunderkerzen an die Blitze und nebenher den Klang des Schofars, welcher stellvertretend auch für Gottes Stimme steht.
Als Besonderheit zu trinken, gibt es bei uns Traubensaft. (wie zu jedem Fest)
Unser Ablauf zum Posaunenfest
Abend:
Gemeinsamer Beginn: Neumond Begrüßung, Gebet für den neuen Monat, Lieder und Tanz.
Kurzer Impuls: Zum Thema „Was feiern wir eigentlich?“
Infos an die Kids zum Ablauf.
(Das ist wichtig für die großen Kinder, dass sie sich auf etwas einstellen können.)
Am nächsten Tag:
Morgens: Ausschlafen und gemütliches Frühstücken
Vormittag: Gemeinsame Familienandacht, Rückblick und Gedenken, Bilder malen.
Mittags: Mittagessen und Mittagsruhe
Kuchen im Anschluss oder Einpacken für ein Picknick
Spaziergang auf den „Berg“ und gemeinsames Schofarblasen.
Zeit zum draußen sein, Kinder toben und die Erwachsenen haben Zeit für Austausch.
Kuchen essen eventuell zu Hause oder mitnehmen für ein Picknick auf dem Berg.
Ich hoffe, du konntest ein bisschen Inspiration mitnehmen.
Wir wünschen euch ein wunderbares Fest und viele schöne Momente als Familie mit dem Schöpfer aller Dinge.
Gerne hören wir von euren Ideen, das Posaunenfest zu begehen und zu gestalten.

einfach gesegnet und reich beschenkt
