Biblische Meditation – Nachsinnen
Der Begriff der Meditation ist bei manchen von uns nicht so positiv besetzt, daher habe ich einige Gedanken dazu zusammengefasst. Hier möchten wir uns gezielt die biblische Meditation ansehen.
Meditation bedeutet übersetzt Nachsinnen und auch als sinnende Betrachtung oder tiefes sinnendes Nachdenken übersetzt. (vgl.https://www.wortbedeutung.info/Meditation/)
Demnach könnte das Grübeln eine Form der Meditation sein. Im Allgemeinen sind keine „Gedankenspiralen“ etc. gemeint, sondern aktives positives Nachdenken.
Meditation bzw. Nachsinnen ist ein biblisches Prinzip
Wir finden das Prinzip der Meditation häufig in der Bibel. Es ist sogar ein Auftrag, dass wir über Gottes Wort nachsinnen sollen.
Wohl dem, der nicht wandelt nach dem Rat der Gottlosen, noch tritt auf den Weg der Sünder, noch sitzt, wo die Spötter sitzen,
(Ps. 1,1 + 2 – SLT Hervorhebungen vom Autor.)
sondern seine Lust hat am Gesetz des HERRN und über sein Gesetz nachsinnt Tag und Nacht.
Ich will über deine Befehle nachsinnen und auf deine Pfade achten.
(Ps.119,15 -SLT)
Ich will meine Hände ausstrecken nach deinen Geboten, die ich liebe, und will über deine Anweisungen nachsinnen.
(Ps.119,48 -SLT)
Es ist nach Gottes Herzen über sein Wort, seine Verheißungen und seine Werke nachzusinnen.
Exkurs Gedanken
Durch unsere Gedanken und Gefühle erfahren wir, was in unserem Herzen ist.
Wenn wir voller Liebe und Freude sind, ist auch unser Herz voll davon.
Wenn wir Angst haben, fehlt Vertrauen und Glauben in unserem Herzen.
Mehr als alles andere behüte dein Herz, denn von ihm geht das Leben aus.
(Spr. 4,23 -SLT)
Achte auf dein Herz, denn wie das Blut vom Herzen in alle Teile des Körpers fließt, so fließen auch all die Gefühle und Gedanken unseres Herzens in jeden Bereich unseres Lebens und prägen unser Handeln. Was in unserem Herzen ist, kommt also auch in unser Gehirn und wird dort weiterverarbeitet.
Du kennst sicher den Spruch:
Achte auf Deine Gedanken, denn sie werden Worte.
Quelle: Aus dem Talmud
Achte auf Deine Worte, denn sie werden Handlungen.
Achte auf Deine Handlungen, denn sie werden Gewohnheiten.
Achte auf Deine Gewohnheiten, denn sie werden Dein Charakter.
Achte auf Deinen Charakter, denn er wird Dein Schicksal.
https://www.zitate7.de/11683/Achte-auf-Deine-Gedanken-denn-sie.html
Dieses Zitat zeigt wunderbar, wie wichtig unsere Gedanken sind.
Das wirft die verschiedensten Fragen auf:
- Womit füttern wir unsere Gedanken?
- Worüber sinnen wir nach?
- Was ist in unseren Herzen? Gottes Wahrheit? Zorn? Verletzung?
Wir können unser Herz und unseren Sinn füllen, in dem wir Gottes Wahrheit hören und annehmen.
Denn er ist unser Gott, und wir sind das Volk seiner Weide und die Schafe seiner Hand. „Heute, wenn ihr seine Stimme hört,
(Ps 95,7 + 8 -SLT)
so verstockt eure Herzen nicht, wie bei der Herausforderung, am Tag der Versuchung in der Wüste, …“
Das Visualisieren in der Meditation
Eine Form des über etwas nachzusinnen, ist: sich etwas bildlich vorzustellen, oder es zu „visualisieren“.
Wenn wir Gottes Wahrheiten vor unserem geistlichen Auge sehen, wird diese ein Stückchen mehr Realität. Das bedeutet; wir stellen uns vor, wie etwas ist, wir denken an oder über etwas intensiv nach, so nehmen diese Gedanken mehr und mehr Gestalt an.
Wenn wir etwa den Vers lesen:
Deine Augen sahen mich schon als ungeformten Keim, und in dein Buch waren geschrieben alle Tage, die noch werden sollten, als noch keiner von ihnen war.
(Ps.139,16 + 17 -SLT)
Und wie kostbar sind mir deine Gedanken, o Gott! Wie ist ihre Summe so gewaltig!
so sehen wir z.B. vor unserem geistigen Auge: wie Gott uns geschaffen hat, wie er uns geplant und sich gewünscht hat, dass wir auf diese Welt kommen, wir sehen, dass er unsere Tage geplant und in ein Buch geschrieben hat. Auf diese Art und Weise füllen wir unser Herz mit seiner Wahrheit.
Wir lesen den Vers und malen ihn uns vor Augen. Diese Wahrheit sinkt tiefer, als nur das stupide Buchstaben-Zusammensetzen.
Wir gehen also Stück für Stück vor, nehmen die Worte Gottes auf. Statt nur den Fließtext zu lesen, pausieren wir und lassen den aufkommenden Gedanken Raum sich zu entfalten.
Das können wir mit allen möglichen Bibelversen machen. – und das ist Meditation.
Merke:
Bei der Meditation, die ich forciere, geht es nicht darum, seinen Geist immer mehr zu leeren, sondern darum Gottes Wahrheiten zu sehen und anzunehmen.
Einen Rahmen setzen und die Zeit effektiv nutzen
Um tiefgründigen Gedanken Raum zu geben, macht es Sinn, sich an einen Ort der Ruhe zu begeben.
Das ist in unserem Alltag schwierig, aber nicht unmöglich.
Manchmal bieten sich ein paar ruhige Minuten. Oft ist das nicht so lange, wie wir uns das wünschen. Mit bestimmten Techniken, wie z.B. durch die Atmung können wir uns aber schneller auf etwas anderes konzentrieren und diese wenigen Minuten auch wirklich effektiv nutzen.
Druck ist Zeitverschwendung
Vielleicht kennst du das auch: Dieser Druck (den ich mir selbst mache):
Es sind vielleicht noch 15 Minuten. Jede Minute zählt!! Jetzt schnell! Ich entspanne mich! SCHNELL! Ich will doch noch genießen.
Vor lauter Stress, schnell die Ruhe zu genießen, ist mein Ergebnis dann, dass ich äußerst unentspannt gar nichts Sinnvolles mache oft sogar bin ich gestresster als vor den „freien Minuten“.
Daher nutzen wir lieber unterschiedlichste Hilfsmittel und Techniken und lassen das mit der Anstrengung.
Wir wollen die Dinge, die wir gerade getan haben, hinter uns lassen und uns in einen Raum der Ruhe begeben. Wir schaffen Abstand von dem vorher gewesenen. Es ist ein wenig wie eine Art Arbeitsweg oder ein Lichtschalter, der den Raum verändert und uns ermöglicht besser zu sehen.
Schalter oder Schwellen, die uns in einen anderen Raum bringen:
Den Raum wechseln oder ein Gebetsschal nutzen:
Ein Gebetsraum ist eine Tolle Sache, manchen hilft es an die Frische Luft zu gehen oder in ein extra Zimmer.
Wenn wir aber ruf bereit für die Kinder sein müssen und in jedem Zimmer das Chaos tobt, ist es schön, sich seinen eigenen Gebetsraum zu schaffen.
Das geht zum Beispiel mit einem Gebetsschal; einfach ein Tuch über Kopf und Schultern zu legen.
Juden nutzen ihrem Gebetsschal, den Talit – welcher auch als Zelt bezeichnet wird. Er schafft einen neuen „Raum“, der nur für die Zeit mit Gott bestimmt ist.
Auch das Augenschließen hilft, um nicht das Chaos und all die Arbeit vor Augen zu haben, sondern sich auf etwas anderes zu konzentrieren.
„Gymnastik“:
Es gibt die Redewendung, „die Sorgen abschütteln“ Manchmal ist es sinnvoll das praktisch zu machen. Die Sorgen abschütteln, uns dabei ausschütteln.
Uns etwas dehnen, beugen und wieder aufrichten.
Die Last des Alltags loslassen und aufgerichtet stehen (oder sitzen).
Andere körperliche Reize:
- Unser Gesicht und unsere Hände kalt waschen.
- Ich habe mir oft ein Heißgetränk zubereitet oder mich mit einem kleinen Snack belohnen wollen, wenn ich mal einen Moment Pause hatte. Ich habe gemerkt, dass die anderen Methoden für mich aber effektiver sind. Wenn es mir nicht einfach nur um eine Pause geht, sondern darum, mit Gott in Verbindung zu kommen.
- Manchen hilft auch Musik. Sie kann belebend, melancholisch aber auch entspannend wirken. Durch Musik können wir unsere Stimmung und Gefühle beeinflussen. Durch eine gute Musikwahl können wir sie für ein entspanntes und effektives Nachsinnen erreichen.
Ein nützlicher Nebeneffekt: die Musik dämpft Kinderlärm etwas =).
Gebet
- Gebet ist das Allerwichtigste, finde ich. Darin übergeben wir die Zeit Gott, sagen ihm, dass es nun seine Zeit ist. Dann überlassen wir es ihm, wie die nächsten Minuten verlaufen und er zu uns sagt.
- Außerdem unterstellen auch unsere Gedanken seiner Herrschaft.
Geführte oder angeleitete biblische Meditation / Nachsinnen
Um unsere Gedanken nicht wie wild umeinander tanzen zulassen, sondern sie zu fokussieren, kann eine geführte Meditation helfen. Auch bei „Startschwierigkeiten“ ist es mit einer Anleitung einfacher.
Es ist einfach nur zuhören, und die Wahrheiten tief ins Herz sinken lassen.
Demnach kommt der Glaube aus der Verkündigung, die Verkündigung aber durch Gottes Wort.
(Rö. 10,17- SLT)
Der Vers sagt aus: Wir mehren unseren Glauben, wenn wir meditieren und das Wort Gottes hören. Das kann dabei sein, dass wir jemandem zuhören oder es selbst aussprechen. Die beiden wichtigen Punkte darin sind, das Hören und das Wort Gottes, nicht irgendein Text, sondern Gottes Wahrheit.
Natürlich können wir auch direkt Gottes Wort lesen oder Bibelstellen, die wir zu diesem Zweck herausgeschrieben haben.
Mir tut es gerade in Momenten, in denen ich nicht viel Zeit habe, gut, mir etwas Vorbereitetes anzuhören.
Hier findest du ein paar Beispiele:
biblische Meditation für Mamis
Ermutigende Bibelverse-Mediation als Audio
Ermutigende Bibelverse als PDF zum selbst lesen
Musikvideo von Timo Langer: Ein Gott der das Meer teilt
Zusammenfassend:
Die biblische Meditation ist von Gott gewollt und bedeutet tiefes Nachdenken.
Durch das Meditieren, also das Nachsinnen, über Gottes Wort bezwecken wir: Gottes Wahrheit näher kommen. Wir möchten seine Wahrheit mehr Raum in unserem Herzen geben.
Wir möchten seine Wahrheit mehr Raum in unserem Herzen geben.
Um in unserem stressigen Alltag schneller in die notwendige Ruhe zu kommen, können wir uns Folgendes zunutze machen:
- Atemtechniken
- Gymnastikübungen
- Raum wechsel (u. a. nutzen eines Talits)
- Augen schließen
- Musik
- oder angeleitete bzw. vorbereitete Meditationen
Ich wünsche dir, dass du Gott begegnest und seine wohlwollenden, klaren und guten Wahrheiten viel Raum in deinem Herzen einnehmen.
Sei gesegnet!

einfach gesegnet und reich beschenkt

Cornelia
22. November 2024 @ 23:09
Super! Das ist sehr ermutigend und motivierend.
Sonja
4. Dezember 2024 @ 10:26
Danke, das freut mich sehr, liebe Cornelia!
Sei gesegnet!