Vorsätze mit Vernunft: Wie wir uns ohne Überforderung entwickeln können
Du hast den Wunsch, dich zu entwickeln? Möchtest du an dir arbeiten? Aber es überfordert dich alles? Du nimmst dir etwas vor und es steigt dir über den Kopf, sodass du all deine Vorsätze doch wieder fallen lässt?
Lass uns gemeinsam einen Weg finden, wie wir ohne Überforderung unsere Vorsätze erfolgreich umsetzen.
Es heißt doch:
„Mit meinem Gott kann ich über Mauern springen.“
(Ps. 18,30 SLT)
Dann können wir uns doch alles vornehmen und können alles erreichen, was wir wollen. Aber so einfach ist das nicht.
Ja, wir können alles durch den, der uns stark macht. Jedoch sollen wir die Kraft, die er uns gibt, nicht für Dinge einsetzen, die nur für unser Ego sind.
Wir sollen Gott nicht versuchen (vgl. Lk.4,12 SLT). Die Dinge, die wir tun, sollen ihm die Ehre geben. Und er wirkt in uns und durch uns.
Denn von ihm und durch ihn und für ihn sind alle Dinge; ihm sei die Ehre in Ewigkeit! Amen.
(Rö. 11,36 SLT)
Wir wollen, dürfen und sollen uns mit unseren Vorsätzen herausfordern, dass wir wachsen. Wir sollten uns dabei nicht überfordern, so, dass wieder aufgeben oder gar unter der eigenen Last zusammenbrechen.
Zeit zum Wachsen
Dass ein Unternehmen sich gut entwickelt, soll es langsam wachsen. Wenn es zu schnell wächst, kommt es mit der Produktion oder der Qualität nicht hinterher.
Bei uns ist es genauso. Wir sollten uns weiter entwickeln und wachsen, aber in einem guten Tempo. Nicht zu schnell und nicht zu langsam. Vorsätze zu haben und sich Ziele zu stecken ist wunderbar. Zu den Zielen gehören genauso Meilensteine. Also Schritt für Schritt den Zielen näher kommen ist der richtige Weg. Die Zwischenziele können gefeiert werden und sind genauso wichtig erreicht zu werden.
Der Plan – Ein „SMARTer“ Hilfeplan
In der Jugendhilfe, aber auch in vielen anderen sozialen Bereichen, werden Hilfepläne geschrieben. Diese sollen dabei helfen, dass sich ein Mensch in einem bestimmten Bereich seines Lebens weiterentwickelt. Schlechte oder fehlerhafte Verhaltensweisen werden verringert und gute Verhaltensweisen oder Routinen eingeübt.
Dabei wird das Entwicklungspotenzial berücksichtigt und die Ziele konkret festgelegt.
Warum sollten wir uns das nicht abschauen und für uns selbst einen eigenen „Hilfeplan“ festlegen.
Das Entwicklungsfeld muss klar sein, die Entwicklungsschritte gangbar und messbar sein.
In der Regel nimmt man sich höchstens 1-3 Ziele vor. Unter dem Akronym SMART sind die Kriterien für eine Zielsetzung perfekt zusammengefasst.
Diese Ziele sollten:
- S spezifisch
- M messbar
- A akzeptiert (sinnvoll und motivierend)
- R realistisch
- T terminiert
sein. Vgl: (https://projekte-leicht-gemacht.de/blog/methoden/projektziele/die-smart-formel/)
Lass uns konkreter werden:
Was nimmst du dir vor?
Möchtest du:
- Dich mehr um deine Gesundheit kümmern?
- Sport treiben?
- Mehr trinken?
- Dich Gesünder ernähren?
Werde Spezifisch:
Was bedeutet „mehr trinken“? Oder „Sport treiben“? Definiere! Was bedeutet „gesünder“?
Mach es konkret.
Zum Beispiel:
Mein Ziel ist es, mich mehr um meine Gesundheit zu kümmern, daher nehme ich mir folgende Zwischenziele vor:
- Ich gehe an 5 von 7 Tagen um spätestens 10 Uhr ins Bett.
- Ich trinke täglich 2, 5 Liter Wasser (morgens fülle ich mir eine 2,5l Flasche, aus der nur ich trinke, ich trinke es bis spätestens um 20 Uhr aus.)
- Ich gehe 1x pro Woche Joggen (Mo. oder Mi.) und mache an 6 von 7 Tagen 5 Minuten Gymnastik (bestenfalls am Morgen, sonst im Verlauf des Tages.)
Jetzt haben wir die Ziele mit der SMART Methode definiert. Dann sollte ja jetzt alles klappen. Oder?
Vielleicht geht es dir so wie mir, dass du an 100 Projekten gleichzeitig arbeiten könntest, denn es ist alles wichtig und gut. Ich könnte alles bearbeiten: die Ehe, die Familie, mich und jedes einzelne Kind, ach ja und Freundinnen und Gemeindearbeit und ein Hobby und Sport und und und, gesund sein, Hebräisch lernen, ein Instrument lernen, und und und…
Eine Art Kur
Alles zu machen ist zu viel. Stecke dir die Ziele, aber limitiere dich.
Manche Dinge können wir als Routinen etablieren. Etwa unsere Aufstehenszeit, unsere Trinkgewohnheiten und unsere Bibel-lese-Zeit.
Aber immer alles unter Kontrolle zu haben, allen Themen immer genug Raum zu geben, das ist nicht möglich. Auch wenn alles seine Daseinsberechtigt hat und gut und wichtig ist.
Hast du vielleicht Lust, eine Art „Kur“ daraus zu machen?
Nimm dir doch alle 4 Wochen etwa etwas Neues vor und rotiere deine „Wachstumsbereiche“ sodass sie nicht mehr überfordern.
Setzte beispielsweise fest: „Ich werde meinen Fokus für 4 Wochen auf eine gesunde Ernährung setzen, dann auf die Entwicklung meiner Kinder. Dann auf mehr Zeit für mich, und dann auf …“ usw.
Alles hat seine Zeit. Wenn wir uns immer nur einen Wachstumsbereich vornehmen, so werden wir nicht von all den uns gestellten Anforderungen niedergestreckt, sondern haben die Möglichkeit, die von uns festgesetzten Ziele zu erreichen (ohne durchzudrehen).
Vor allem, wenn wir den Punkt REALISTISCH mit berücksichtigen.
Dass ich jeden Tag 10 Stunden schlafe oder mein ganzes Haus in 2 Wochen entrümpelt habe, während mein normaler Alltag läuft, das ist natürlich nicht realistisch.
Hast eine Struktur für deinen Alltag oder möchtest du sie umgestalten? -Schau hier, wenn du sie überarbeiten möchtest:
Wie erarbeite ich mir eine funktionierende Grundstruktur?
Den Plan haben wir jetzt. Jetzt zum Zeitpunkt.
Wähle den Zeitpunkt weise.
Der richtige Zeitpunkt sollte klug gewählt sein. Beispielsweise ist es sicher keine gute Idee, mit dem Töpfchentraining zu beginnen, wenn du nicht in der Nähe deines Kindes sein kannst, sondern den Kopf mit anderen Dingen und Terminen voll hast.
Oder eine Ernährungsumstellung macht mitten im Umzugschaos auch keinen Sinn, zumindest nicht dann, wenn du nicht auf Fast Food umstellen möchtest ;).
Es braucht: Einen Plan, den richtigen Zeitpunkt und Disziplin.
Den Plan haben wir ausführlich betrachtet und den Zeitpunkt haben wir auch geklärt, jetzt brauchen wir nur noch ein bisschen Disziplin.
Disziplin oder auch Selbstbeherrschung genannt.
Laut Duden: das Einhalten von bestimmten Vorschriften, vorgeschriebenen Verhaltensregeln
o. Ä.; (vgl.https://www.duden.de/rechtschreibung/Disziplin)
Wenn ich ein Ziel erreichen möchte, und es realistische Schritte dahin sind, kann ich es auch erreichen.
Ich habe immer gedacht, ich hätte keine Disziplin.
Aber ich kann sie haben, wenn ich mich dafür entscheide, wenn mir das Ziel wichtig genug ist.
Die Regeln, die ich hier einhalten möchte, um mein Ziel zu erreichen, setze ich mir im vorherigen Schritt selbst.
Damit etwas gelingt, braucht man beides: Es muss machbar sein und etwas Selbstbeherrschung gehört dazu. Und wir haben beides. Zudem können wir Gott um Hilfe bitten. Gott schenkt uns seinen Geist, um das zu tun, was er gutheißt. Alles, was wir tun, sollte Gott verherrlichen, und wenn wir versuchen uns zu verändern, beinhaltet das ja auch Gott in einem bestimmten Bereich näherzukommen.
Aus der Liebe heraus können wir sehr viel erreichen. Unter anderem die Selbstbeherrschung.
Welche Motivation steckt hinter dem Ziel?
Es sollte immer die Liebe sein.
Die Liebe zu Gott und zu unserem Mitmenschen und zu uns Selbst.
Bei dem Beispiel, uns gesund zu ernähren. – was steckt hinter diesem Ziel?
Wir wollen den Tempel, den Gott uns gegeben hat, gesund erhalten. Wir beabsichtigen seine Versorgung wertzuschätzen, uns auch im Physischen mit Gutem zu füllen.
Wir wollen das tun, was ihm wohlgefällig ist.
So machen wir das aus Liebe zu ihm, zu uns und wenn wir fit und gesund sind auch zu unserem Nächsten, unserer Familie und Ehepartner.
Die Frucht des Geistes ist Liebe und sie bewirkt die Selbstbeherrschung.
Die Frucht des Geistes aber ist Liebe, Freude, Friede, Langmut, Freundlichkeit, Güte, Treue, Sanftmut, Selbstbeherrschung.
(Gal. 5,22 -SLT)
Gott schenkt das Wollen und das Vollbringen.
Denn Gott ist es, der in euch sowohl das Wollen als auch das Vollbringen wirkt nach seinem Wohlgefallen.
(Phil. 2,13 -SLT)
Hast du das auch schon einmal beobachtet? Ein Baby sieht etwas, aber es kommt nicht an den Gegenstand. So fokussiert es sich auf den Gegenstand, es versucht mit aller Kraft diesen Gegenstand zu ergreifen. Der Gedanke „ich will es haben“ scheint wie auf die Stirn geschrieben, der Blick ist fest auf das gerichtet, was es möchte, es gibt nicht auf und es kann plötzlich etwas Neues. Etwas, dass noch nie vorher da gewesenes war. Das Baby hat sich mit aller Kraft ausgestreckt, versucht zu greifen und sich zum ersten Mal auf den Bauch gedreht.
Es geht los, mit dem Entschluss und dann kommt das Handeln. Manchmal vermögen wir es, Dinge zu tun, die wir uns nicht vorstellen konnten, nur durch die Konzentration auf ein Ziel.
Was ist dein Fokus im Moment?
Ich wünsche dir gelingen und den richtigen Fokus für deinen Wachstumsbereich., der gerade dran ist. Erreiche deine Ziele, Schritt für Schritt und genieße den Weg dahin.
Beitragsbild von: Pixabay

einfach gesegnet und reich beschenkt
