Solang du deine Füße unter meinen Tisch stellst: Ein biblisches Prinzip
Kennst du den folgenden Satzbeginn aus deinem Elternhaus? „Solang du deine Füße unter meinen Tisch stellst …“ Ich habe diese Aussage so oder in einer ähnlichen Form des Öfteren von meinem Vater gehört.
Er wollte mir damit zu verstehen geben, dass ich mich als sein Kind den Regeln des Hauses unterordnen sollte. Auch wenn mein Vater mit Gott und der Bibel nichts zu tun haben wollte, so hat er doch ein biblisches Prinzip verfolgt. Wir schauen uns die Parallelen an.
Gottes Anforderungen an uns
Auch wenn Gott eine andere Formulierung als „Solange du deine Füße unter meinen Tisch stellst …“ verwendet, vertritt er doch eine ähnliche Position.
Als das Volk Israel ins Land kommen sollte, sprach er etwa Folgendes:
Und sobald du hinübergegangen bist, sollst du alle Worte dieses Gesetzes auf sie schreiben, damit du in das Land hineinkommst, das der HERR, dein Gott, dir gibt; ein Land, in dem Milch und Honig fließt, wie der HERR, der Gott deiner Väter, es dir verheißen hat.
(5. Mose 27,3; SLT)
Gott wies sein Volk an, die Gebote der Torah zu halten, damit es überhaupt in das Land hineinkäme. Selbstverständlich waren die Gebote auch im Land zu halten.
Du aber sollst hier bei mir stehen bleiben, damit ich dir alle Gebote und Satzungen und Rechtsbestimmungen verkünde, die du sie lehren sollst, damit sie sie tun in dem Land, das ich ihnen zu besitzen gebe!
(5. Mose 5,31; SLT)
In den obigen Versen gab Gott seinem Volk zu verstehen, dass er ihm mit den Geboten etwas Gutes tun wollte. Das bezog sich einerseits auf die persönliche Ebene, denn Gott wollte, dass sich jeder durch das Halten seiner Gebote etwas Gutes tut.
Doch andererseits liegt auch ein Segen für die Mitmenschen darin, wenn sich ein Israelit dafür entschied, die göttlichen Anweisungen zu befolgen. Wer nicht stiehlt, lügt oder die Ehe bricht, schafft schon einmal eine gute Grundlage dafür, mit den Nachbarn auszukommen.
Daran hat sich bis heute nichts geändert. Gottes Gebote sind zeitlos und erfüllen bis heute diese beiden Ziele.
Und so hat Gott unser Wohl, aber auch das unserer Mitmenschen im Blick. Wenn wir ihm gehorsam sind, profitieren alle davon.
Was wir von unseren Kindern erwarten
Im Grunde verfolgen wir als Eltern ja kein anderes Ziel in unserer Erziehung. Wenn meine Kinder ihre Füße unter meinen Tisch stellen, dann möchte ich auch, dass aus Ihnen einmal selbstbewusste und aufrichtige Erwachsene werden, die in der Welt und vor Gott bestehen können.
Zudem wünsche ich mir, dass das Zusammenleben in der Familie harmonisch ist. Um diese Harmonie zu erreichen, braucht es Regeln. Und diese Regeln hat schon mein Vater von mir eingefordert und ich fordere sie auch von den Kindern ein.
Dabei ist es nicht mein Anliegen, die Kinder zu quälen oder zu verärgern. Vielmehr habe ich ihr Bestes im Sinn. Mit Gott verhält es sich nicht anders. Wenn er uns Gebote gibt, dann tut er das auch nur zu unserem Besten. Lasst uns also danach streben, diese Gebote auch zu tun.
Als glücklicher Ehemann und Familienvater widmet sich Marco seit 2011 den hebräischen Wurzeln des biblischen Glaubens. Mit seiner Arbeit möchte er Familien einen Mehrwert bieten und sie auf ihrem Weg des Glaubens ermutigen. Mit seinen Texten und Inhalten möchte er dich anregen, die tiefgreifende Verbindung zwischen christlichen und jüdischen Traditionen zu entdecken und den Glauben auf einer neuen Ebene zu erleben.
