Eltern in der Stille: Für unsere Kinder beten und vertrauen
Das Gebet ist eine der mächtigsten Waffen, die wir im Arsenal Gottes haben. Wenn wir uns dieser Waffe nicht bedienen, lassen wir viele Segnungen und auch Siege auf dem Weg liegen. Eine besondere Stellung im Gebetskampf kommt uns Eltern zu, wenn wir für unsere Kinder beten.
Betet ohne Unterlass. (1. Thessalonicher 5,17; Luther 2017)
Die Verantwortung der Eltern
Wir Väter und Mütter stehen in einer ähnlichen Position wie der göttliche Vater zu uns. Wir sind Mentoren für unsere Kinder und helfen ihnen, den rechten Weg ins Leben zu finden.
Dabei sind wir präsent in ihrem Leben, begleiten sie, schaffen Lernumgebungen und greifen ein, wenn nötig. In unserer Aufgabe als Mentoren sind wir aktiv im Leben unserer Kinder.
Doch es gibt auch Bereiche, in die wir nicht vordringen können. An diesen Stellen würden wir vielleicht gern als Beschützer und Begleiter auftreten, können es aber nicht.
Sei es in der Schule, im Verein oder im Freundeskreis der Kinder. Es kommt die Zeit, in der sie beginnen, sich eine eigene Umwelt zu schaffen, die zunehmend unabhängig von den Eltern existiert.
Doch die Kinder sind oft noch nicht erwachsen und reif genug, diverse Lebensbereiche komplett selbst zu verantworten. Dennoch müssen sie sich ausprobieren und Verantwortung lernen.
Doch können wir Eltern ihnen den Umgang mit Freunden verbieten, von denen wir glauben, dass sie keinen guten Einfluss auf sie haben? Haben wir immer Einfluss auf Ihre Freizeitaktivitäten? Ganz sicher nicht.
Wo wir nicht sein können, ist Gott zur Stelle. Er sollte unser Ansprechpartner in diesen Fragen sein. Und deshalb ist es so wichtig, für unsere Kinder zu beten.
Darum demütigt euch unter die gewaltige Hand Gottes, damit er euch erhöhe zu seiner Zeit. Alle eure Sorge werft auf ihn; denn er sorgt für euch. (1. Petrus 5,6-7; Luther 2017)
Die Möglichkeiten für unsere Kinder zu beten
Es gibt verschiedene Möglichkeiten, wie wir für unsere Kinder beten können. Ich möchte hier nur einen kurzen Überblick geben und die einzelnen Punkte in den folgenden Passagen genauer erläutern:
- Gebete mit den Kindern
- Gebete für die Kinder
- Ratsuchendes Gebet
- Segnungen
Gebete mit den Kindern
Einer der wichtigsten Bausteine für unsere Gebete in der Familie sind diejenigen mit unseren Kindern. Wenn wir mit den Kleinen gemeinsam beten, erzielen wir mehrere Effekte zur gleichen Zeit:
- Vorbildfunktion: Wir sind ihnen ein lebendiges Vorbild, indem wir ihnen Gebet als essenziellen Bestandteil unseres Glaubenslebens vermitteln.
- Geschützter Raum: Die Kinder lernen das Gebet in einem geschützten Raum mit ihren Eltern (ihren „Mentoren“) gemeinsam.
- Gebetserhörungen: Wir schenken unseren Kindern die Erfahrungen von Gebetserhörungen, da sie ihre Anliegen auch selbst vortragen.
Allerdings sollte uns auch klar sein, dass wir mit unseren Kindern nur die Anliegen gemeinsam vor den Thron bringen können, die für die Kids selbst relevant sind.
Wenn wir ein Problem in deren Freundeskreis sehen, die Kinder jedoch nicht, so ist es wahrscheinlich besser, wenn wir für unsere Kinder beten, statt mit ihnen.
Und ihr Väter, reizt eure Kinder nicht zum Zorn, sondern zieht sie auf in der Zucht und Weisung des Herrn. (Epheser 6,4; Luther 2017)
Gebete für die Kinder
Die Macht des Gebets sollten wir niemals unterschätzen. Auch wenn wir nicht mit unseren Kindern sind, ist es der himmlische Vater durchaus.
Er ist ihr ständiger Begleiter. Folglich ist es sehr sinnvoll, wenn wir alle unsere Ängste, Sorgen und Nöte, die wir mit dem Nachwuchs haben, vor ihn bringen.
Aber nicht nur bei Problemen sollten wir für unsere Kinder beten. Es gibt viele Prozesse, die wir gar nicht in der Hand haben und deshalb auf die Gnade Gottes angewiesen sind.
Ob unsere Kinder gesund sind, welche Gedanken sie haben oder wer sich in ihrer Nähe aufhält, entzieht sich unserem Einfluss. Doch Gott wirkt für und mit uns, um unsere Kinder in sein Bild zu verwandeln.
Der Herr behüte dich vor allem Übel, er behüte deine Seele. Der Herr behüte deinen Ausgang und Eingang von nun an bis in Ewigkeit! (Psalm 121,7-8; Luther 2017)
Ratsuchendes Gebet
Manchmal ist es aber auch gar nicht so wichtig, dass wir für unsere Kinder beten. Vielmehr benötigen wir einen Rat, bei der Erziehung oder im Umgang mit unseren Kindern.
In diese Gebete sollten wir ebenfalls ohne die Kinder begeben. Es handelt sich dabei auch vielmehr um ein hörendes Gebet, bei dem wir Gott Fragen stellen und auf seine Antworten warten.
Bei schwerwiegenden Anliegen kann es helfen, die Gebetszeit mit einer Fastenzeit zu kombinieren. Ich habe dabei die Erfahrung gemacht, dass meine Aufnahmefähigkeit dann am höchsten ist, wenn ich von so wenig alltäglichen Dingen wie möglich abgelenkt bin.
Wenn es aber jemandem unter euch an Weisheit mangelt, so bitte er Gott, der jedermann gern und ohne Vorwurf gibt, so wird sie ihm gegeben werden. (Jakobus 1,5; Luther 2017)
Segnungen
Wir sollten niemals vergessen, unsere Kinder regelmäßig zu segnen. Dabei sprechen wir die Dinge über sie aus, die Gott uns aufs Herz legt.
Der Allmächtige möchte, dass unsere Kinder zu großen Männern und Frauen in der Torah heranwachsen. Folglich sollten wir diese Vision auch in ihr Leben sprechen.
Gute Zeitpunkte für Segnungen sind meines Erachtens morgens, zu Beginn des Tages, und abends, zum Ende des Tages. Auch der Erev Schabbat, an dem die ganze Familie gemeinsam am Tisch sitzt, ist dafür die optimale Gelegenheit.
In der Regel sollten die Väter segnen, wobei auch der Segen der Mutter nicht ausgeschlossen ist. Achte beim Segnen darauf, dass es nicht nur eine Formel ist, die du herunter ratterst.
Nimm dir einen Moment Zeit, zu hören, was Gott dir für dein Kind aufs Herz legt und sprich es dann aus. Du wirst sehen, dass regelmäßige Segnungen der Kinder einen sehr positiven Einfluss auf die Familienatmosphäre haben werden.
Der Herr segne dich und behüte dich; der Herr lasse sein Angesicht leuchten über dir und sei dir gnädig; der Herr erhebe sein Angesicht auf dich und gebe dir Frieden. (4. Mose 6,24-26; Luther 2017)
Fazit: Wir haben das Privileg für unsere Kinder zu beten
Als Vater und Mutter haben wir das Vorrecht, für unsere Kinder zu beten. Wir bringen sie vor den Thron des Allmächtigen und vertrauen sie ihm an.
Dabei wissen wir, dass sich Gott am besten um sie kümmern kann und all ihren Bedürfnissen gerecht werden wird. Allerdings wird er sie auch vor Herausforderungen stellen. Und hier bedarf es einer gehörigen Portion Vertrauen.
Bist du bereit dafür?
Als glücklicher Ehemann und Familienvater widmet sich Marco seit 2011 den hebräischen Wurzeln des biblischen Glaubens. Mit seiner Arbeit möchte er Familien einen Mehrwert bieten und sie auf ihrem Weg des Glaubens ermutigen. Mit seinen Texten und Inhalten möchte er dich anregen, die tiefgreifende Verbindung zwischen christlichen und jüdischen Traditionen zu entdecken und den Glauben auf einer neuen Ebene zu erleben.
