Gemeinsam beten in der Ehe: So gelangt ihr zum Durchbruch
Das Gebet ist eine der stärksten Werkzeuge und Waffen, die wir von Gott in die Hand bekommen haben. Im Gebet betreten wir den Thronsaal des Herrschers von Himmel und Erde und richten unsere Anliegen an ihn. Damit unsere Familienanliegen tatsächlich Gehör finden, ist es notwendig, dass wir gemeinsam beten in der Ehe.
In diesem Beitrag untersuchen wir, welche Kraft sich aus dem gemeinsamen Gebet entfalten kann.
Grundlagen des gemeinsamen Gebets in der Ehe
Schauen wir uns zunächst einige grundsätzliche Zusammenhänge an. Die Ehe ist ein Bund, welcher einen Mann und eine Frau zu einer Einheit verschweißen soll. Damit beenden beide Partner ihr Dasein als Singles und führen ihr Leben fortan gemeinsam.
Das bedeutet, dass sämtliche Themen innerhalb der Ehe für beide relevant sind. Die Gedanken und Probleme der Frau betreffen auch den Mann und umgekehrt.
Daraus können wir schlussfolgern, dass die Gebetsanliegen der Ehepartner nur in Einheit vorgetragen werden können.
Stellen wir uns einmal vor, es wäre ein Ehepaar vor den König Salomo getreten. In der Audienz trägt die Frau vor, dass die Familie um einen Teil ihres Viehbestandes betrogen worden sei. Der Teil sei so groß, dass es die Familie existenziell bedrohe. Der Betrüger sei zwar ein bekannter Nachbar, doch der Mann weigere sich, ihn zur Rede zu stellen. Die Frau fordert einen gerechten Richterspruch von Salomo, um das verlorene Gut zurückzuerlangen.
Der Mann hingegen steht vor Salomo und legt Wert darauf, den Frieden zu seinem Nachbarn (dem Betrüger) nicht zu stören. Er wolle auf eine Wiedergutmachung verzichten. Zwar sehe er, dass seine Familie leide, doch er vertraue Gott, dass dieser ihn entschädigen würde.
Was meinst du, wie Salomo hier entschieden hätte? Das Ehepaar steht völlig uneins vor ihm. Deren Problem ist nicht das geraubte Vieh, sondern die Uneinigkeit in der Ehe, was dazu führt, dass sie keine gemeinsamen Anliegen vortragen können.
Eine weise Entscheidung wäre aus meiner Sicht, wenn Salomo beide wieder nach Hause geschickt und ihnen den Auftrag gegeben hätte, sich zu einigen. Dann dürften sie wieder kommen.
Und ich glaube, dass es Gott ähnlich macht, wenn wir als Ehepaar mit gegensätzlichen Anliegen vor ihn treten. Verstehst du vor diesem Hintergrund, wie wichtig es ist, dass wir in unseren Ehen gemeinsam beten?
Verheißungen der Bibel für gemeinsam betende Ehepartner
Die Heilige Schrift ermutigt uns dazu, in Gemeinschaft zu beten. Jeschua sagte einmal:
Denn wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, da bin ich in ihrer Mitte.
(Matthäus 18,20; SLT)
Die Macht des Gebets entfaltet sich erst dann vollständig, wenn wir in der Ehe gemeinsam beten. Die Voraussetzung für das gemeinsame Gebet ist allerdings, dass wir auch in allen alltäglichen Situationen um Einheit bemüht sind.
Petrus macht dies an die Männer gewandt, sehr deutlich:
Ihr Männer sollt gleichermaßen einsichtig mit eurer Frau als dem schwächeren Gefäß zusammenleben und ihr Ehre erweisen, weil ihr ja gemeinsam Erben der Gnade des Lebens seid, damit eure Gebete nicht verhindert werden.
(1. Petrus 3,7; SLT – Hervorhebung durch den Verf.)
Wir sind gewarnt, dass unsere Gebete sogar verhindert werden, wenn wir uns nicht darum bemühen, den anderen zu segnen. Wie sollte es auch anders sein? Wenn wir Zweifel an unserem Partner haben, wütend auf sie oder ihn sind oder in sonst einer Weise die Einheit betrüben, wie sollten wir dann so beten, dass die Interessen, Anliegen oder Bedürfnisse beider vertreten sind?
Gott möchte Einheit. Und deshalb ist es essenziell, dass wir gemeinsam in unseren Ehen beten. Diese Einheit können wir durch Transparenz und Offenheit gewinnen.
Bekennt einander die Übertretungen und betet füreinander, damit ihr geheilt werdet! Das Gebet eines Gerechten vermag viel, wenn es ernstlich ist.
(Jakobus 5,16; SLT)
Das Beispiel Isaaks für gemeinsames Beten in der Ehe
An dieser Stelle möchte auf ein besonders eindrückliches Beispiel eingehen, welches zeigt, welche Wirkung gemeinsames Beten in der Ehe haben kann. Dafür schauen wir uns eine Episode aus dem Leben Isaaks an.
Der Stammvater Isaak heiratete seine Frau Rebekka. Es stellte sich jedoch bald heraus, dass diese unfruchtbar war und keine Kinder bekommen konnte. Die beiden heirateten, als Isaak 40 Jahre alt war. Kinder bekamen sie jedoch erst 20 Jahre später, als der Patriarch sein 60. Lebensjahr erreicht hatte (1. Mose 25,19-21).
Warum dauerte es so lang? Was war geschehen? Ich denke, dass die beiden erst lernen mussten, ihr Anliegen in Einheit vor den Allerhöchsten zu tragen. Es heißt dazu im Text:
Isaak betete eindringlich für seine Frau zu Jahwe, denn sie bekam keine Kinder. Jahwe erhörte ihn, und Rebekka wurde schwanger.
(1. Mose 25,21; NeÜ)
Der hebräische Text an dieser Stelle gibt nicht nur an, dass Isaak eindringlich für seine Frau betete. Tatsächlich sagt er auch, dass er vor ihr betete. Im jüdischen Kommentar Bereschit Rabbah 63:5 können wir lesen, dass beide einander zugewandt ihr Anliegen in Einheit vor den Schöpfer von Himmel und Erde gebracht haben sollen.
Erst dadurch erhörte Gott das Anliegen und schenkte einen Erben. Dieser war zwar verheißen, doch der Allmächtige fand Gefallen daran, die beiden Ehepartner über diese Verheißung darin zu lehren, gemeinsam zu beten.
Praktische Tipps für das gemeinsame Gebet in der Ehe
Aus Erfahrungen wissen Sonja und ich, dass es herausfordernd ist, die Einheit und das gemeinsame Gebet in der Ehe regelmäßig zu realisieren. Wir haben beide volle Tage, an denen wir stark eingespannt sind.
Neben den Verpflichtungen in der Arbeit, im Haushalt und gegenüber den Kindern bemerken wir, dass wir gelegentlich Zeit für uns selbst benötigen. Meist ist nur der Abend für die Paar- und Gebetszeit verfügbar. Und dann können Faktoren wie Müdigkeit, abendliche Anliegen der Kinder oder frühes Aufstehen am nächsten Morgen die verfügbare Zeit deutlich einschränken.
Dennoch sind einige Minuten Gebet besser als nichts. Damit diese Zeit aber effektiv genutzt werden kann, bedarf es einiger Vorbereitungen:
- Kommunikation: Wir sollten zumindest kurz miteinander sprechen, um zu erfahren, wie es dem anderen geht und was ihn bewegt. Wenn das im Laufe des Tages möglich ist: gut. Falls es bisher nicht gelaufen ist, dann wird es vor dem Gebet höchste Zeit.
- Konfliktlösung: Sollte es Konflikte zwischen uns gegeben haben, müssen wir diese zuerst lösen. Andernfalls ist kein gemeinsames Beten in der Ehe möglich.
- Persönliche Zeit: Manchmal ist es notwendig, dass sich jeder noch einmal Zeit allein mit Gott nimmt. Dann sind die Gedanken geordneter und der Ballast des Alltags vorerst abgeladen und wir können freier aufeinander zugehen.
- Gebetsumgebung: Außerdem empfinden wir es als hilfreich, wenn wir die Umgebung etwas stimmungsvoller und dem Gebet angemessen gestalten. Wir betreten heiligen Boden und der sollte sich auch so anfühlen. Das kann in Form von Kerzen, entsprechender Musik, eventuell Räucherwerk oder anderen Utensilien geschehen.
Fazit: Gemeinsames Beten in der Ehe setzt Kraft frei
Das gemeinsame Gebet in der Ehe ist das Fundament, das jede biblische Partnerschaft stärken kann. Es verbindet dich nicht nur mit deinem Mann oder deiner Frau, sondern euch beide mit Gott. Nur wenn ihr eure Anliegen gemeinsam vor Gott tragt, können sie Gehör finden.
Die Bibel betont die Bedeutung von Einigkeit im Gebet, wie wir in Matthäus 18,20 und 1. Petrus 3,7 gesehen haben. Diese Einheit erfordert jedoch Offenheit, Kommunikation und die Bereitschaft, Konflikte zu lösen, bevor wir gemeinsam vor Gott treten.
Auch wenn es im hektischen Alltag eine Herausforderung sein kann, regelmäßige gemeinsame Gebetszeiten zu finden, so entfaltet doch jede Minute im Gebet eine transformative Wirkung. Mit der richtigen Vorbereitung und einer Atmosphäre, die das Gebet fördert, kannst du mit deinem Partner oder deiner Partnerin gemeinsam die Kraft Gottes in eurem Leben erfahren und den Ehebund festigen.
Als glücklicher Ehemann und Familienvater widmet sich Marco seit 2011 den hebräischen Wurzeln des biblischen Glaubens. Mit seiner Arbeit möchte er Familien einen Mehrwert bieten und sie auf ihrem Weg des Glaubens ermutigen. Mit seinen Texten und Inhalten möchte er dich anregen, die tiefgreifende Verbindung zwischen christlichen und jüdischen Traditionen zu entdecken und den Glauben auf einer neuen Ebene zu erleben.
