Gefallene Ehe: Wenn wir vom göttlichen Plan abweichen
Die Ehe ist von Gott als eine ewige Institution geschaffen. Wenn ein Mann und eine Frau in diesen Bund eintreten, dann soll er auf Ewigkeit Bestand haben und nicht aufgelöst werden. Dennoch sind die Scheidungsraten hoch und Ehebeziehungen gehen zunehmend in die Brüche.
Dabei ist die Auflösung einer Ehe keine Entscheidung, die über Nacht getroffen wird. Vielmehr ist sie die Folge einer langen Entwicklung. Doch wie können wir die Vorzeichen erkennen? Und was sind die Merkmale einer gefallenen Ehe? Wir werfen einen Blick darauf.
Der Idealzustand
Bevor wir uns damit beschäftigen, was eine gefallene Ehe ausmacht, sollten wir klären, wie die ideale Ehe von Gott erdacht ist. Dabei sollte uns klar sein, dass wir alle nicht perfekt sind und den hohen Standard des Schöpfers in vielfältiger Weise verfehlen.
Unser Bestreben sollte jedoch sein, uns diesem Idealzustand anzunähern. In unserem Beitrag zu den Grundlagen einer biblischen Ehe sind wir schon darauf eingegangen. Wir fassen noch einmal kurz zusammen.
Die Heilige Schrift offenbart uns, dass sowohl Mann als auch Frau im Bild Gottes geschaffen sind.
Und Gott sprach: Lasst uns Menschen machen nach unserem Bild, uns ähnlich; die sollen herrschen über die Fische im Meer und über die Vögel des Himmels und über das Vieh und über die ganze Erde, auch über alles Gewürm, das auf der Erde kriecht!
(1. Mose 1,26; SLT)
Beide bringen einen Teil des göttlichen Bildes mit auf die Erde. Nur in der Kombination und Einheit der Ehepartner kann das göttliche Bild vollständig zur Entfaltung kommen.
Daraus können wir folgern, dass sowohl Mann als auch Frau in der Ehe als gleichberechtigte Partner voreinander stehen.
Und Gott der HERR sprach: Es ist nicht gut, dass der Mensch allein sei; ich will ihm eine Gehilfin machen, die ihm entspricht!
(1. Mose 2,18; SLT)
Wir wissen bereits, dass das Wort Gehilfin nicht mit einer Haushaltshilfe gleichzusetzen ist. Vielmehr ist die Frau eine Partnerin des Mannes im Kampf für das Reich Gottes. Vor diesem Hintergrund sind Mann und Frau gleichberechtigt und gleichwertig.
Dies verrät uns auch die Formulierung, dass die Gehilfin dem Mann entsprechen soll. Der Fall einer Ehe geht nun damit einher, dass dieses göttliche Gleichgewicht, durcheinander kommt.
Der Fall der ersten Ehe
Die erste Ehe fiel, weil Eva und Adam von der Frucht des Baumes der Erkenntnis des Guten und des Bösen aßen. Gott hatte Adam angekündigt, dass er sterben würde, wenn er davon isst (1. Mose 2,16-17).
Nachdem beide von der Frucht gegessen hatten, kam der Tod in ihr Leben. Dies äußerte sich darin, dass ihre Einheit und die Transparenz zueinander gestört waren.
Da wurden ihnen beiden die Augen geöffnet, und sie erkannten, dass sie nackt waren; und sie banden sich Feigenblätter um und machten sich Schurze.
(1. Mose 3,7;SLT)
Doch sie versteckten sich nicht nur voreinander, sondern auch vor Gott (1. Mose 3,8). Die Reaktion des Allmächtigen bestand aus verschiedenen Flüchen, die er über das Ehepaar aussprach. Somit wurde aus der ersten Ehe im Garten Eden, eine gefallene Ehe außerhalb des Gartens.
Einen Fluch müssen wir uns besonders ansehen. Das ist der Fluch über Eva.
Die gefallene Ehe anhand des Fluchs über Eva
Gott sprach zur Frau die folgenden Worte:
Und zur Frau sprach er: Ich will die Mühen deiner Schwangerschaft sehr groß machen; mit Schmerzen sollst du Kinder gebären; und dein Verlangen wird auf deinen Mann gerichtet sein, er aber soll über dich herrschen!
(1. Mose 3,16; SLT – Hervorhebung durch den Verfasser)
Uns interessiert der zweite Teil des Fluchs, denn er beschreibt, wie sich eine gefallene Ehe entwickeln kann. Dabei sind beide Partner beteiligt.
Wenn sich das Verlangen der Frau ausschließlich auf den Mann richtet und nicht mehr auf Gott (Adam und Eva hatten sich ja vor ihm versteckt), dann gerät die Ehe in Schieflage. Es spielt keine Rolle, wie sehr sich ein Mann anstrengt. Er wird niemals in der Lage sein, das Verlangen der Frau komplett zu stillen.
Da er dies auch spürt, kann es dazu führen, dass er anfängt, über sie zu herrschen. Wenn der Mann sich über die Frau erhebt und in ihr nicht mehr die gleichwertige Partnerin sieht, gerät die Ehe in Probleme.
In einer solchen Situation – ungestilltes Verlangen der Frau und autoritäre Herrschaft des Mannes – sehen wir die Anfänge einer gefallenen Ehe. Wenn sich diese Muster verfestigen, ist die Gefahr groß, dass der Bund irgendwann zerbricht.
Der Ausweg aus einer gefallenen Ehe
Der einzige Ausweg besteht darin, dass sich beide Partner wieder dem Allmächtigen zuwenden. Beide benötigen die Liebe des Messias. Insbesondere sind hier aber die Männer gefragt.
Ihr Männer, liebt eure Frauen, gleichwie auch der Christus die Gemeinde geliebt hat und sich selbst für sie hingegeben hat,
(Epheser 5,25; SLT)
Die Frau hingegen muss lernen, ihre Bedürfnisse und Wünsche nicht an den Mann allein zu adressieren, sondern den Schöpfer von Himmel und Erde, um die Erfüllung ihrer Bedürfnisse zu bitten.
… und habe deine Lust am HERRN, so wird er dir geben, was dein Herz begehrt!
(Psalm 37,4; SLT)
Wenn Gott den Mann dazu gebraucht, dann ist das gut. Sollte der Mann die Erwartungen der Frau nicht in allen Belangen erfüllen können, dann muss es auch gut sein. Natürlich gilt das auch umgekehrt.
Wenn beide Partner wieder lernen, wie Gott zu lieben, dann gibt es einen Ausweg aus der gefallenen Ehe.
Fazit
Die gefallene Ehe ist nicht das Ende, sondern ein Aufruf zur Umkehr. Die Herausforderungen und Konflikte, die in einer Ehe auftreten, sind oft das Resultat davon, dass Mann und Frau ihre ursprüngliche Ausrichtung auf Gott verloren haben.
Indem sie lernen, ihre Rollen gemäß Gottes Plan neu zu verstehen und ihre Bedürfnisse nicht nur im Partner, sondern vor allem im Schöpfer zu suchen, kann eine Wiederherstellung gelingen.
Der Schlüssel liegt darin, dass beide Partner in der Liebe des Messias wachsen und sich Gott anvertrauen. Nur so kann die gefallene Ehe zu einer erneuerten, von Gott gesegneten Gemeinschaft werden.
Als glücklicher Ehemann und Familienvater widmet sich Marco seit 2011 den hebräischen Wurzeln des biblischen Glaubens. Mit seiner Arbeit möchte er Familien einen Mehrwert bieten und sie auf ihrem Weg des Glaubens ermutigen. Mit seinen Texten und Inhalten möchte er dich anregen, die tiefgreifende Verbindung zwischen christlichen und jüdischen Traditionen zu entdecken und den Glauben auf einer neuen Ebene zu erleben.
