Der Ehemann in der Bibel: Seine Rolle und Verantwortung
Eine Ehe besteht immer aus zwei Individuen unterschiedlichen Geschlechts. Gott hat diese besondere Beziehung zwischen einem Mann und einer Frau mit einem spezifischen Ziel gestiftet. Damit wir dieses Ziel in unseren Ehen verwirklichen können, müssen wir unsere jeweilige Rolle kennen. In diesem Beitrag schauen wir, was einen Ehemann in der Bibel ausmacht.
Der Ehemann als Teil des Ebenbild Gottes
Wann immer wir uns die grundlegenden Prinzipien einer Ehe anschauen wollen, sollten wir einen Blick in den Garten Eden werfen. Der Allmächtige hat alles wichtigen Prinzipien schon direkt am Anfang erklärt (Jesaja 46,10), sodass alle weiteren Texte nur vor dem Hintergrund der Beschreibung in Bereschit zu deuten sind.
Der erste Vers, bei dem uns der Begriff Mann begegnet, befindet sich direkt im ersten Kapitel der Bibel:
Und Gott schuf den Menschen in seinem Bild, im Bild Gottes schuf er ihn; als Mann und Frau schuf er sie.
(1. Mose 1,27; SLT)
Auf den ersten Blick sehen wir, dass der Mann im Ebenbild des Allmächtigen geschaffen worden ist. Wir sehen aber auch, dass er nur einen Teil dieses Ebenbildes ausmacht. Der andere Teil ist die Frau, die das göttliche Abbild komplettiert.
Wie wir bereits in der Betrachtung zum Bund der Ehe in der Bibel gesehen haben, es ist die Berufung von Mann und Frau innerhalb des Ehebündnisses als Einheit zu leben (1. Mose 2,24). Durch diese Einheit möchte Gott sein Wesen und sein Evangelium in der Welt sichtbar machen.
Damit wir als Männer diesen Auftrag realisieren können, sollten wir wissen, was einen Ehemann nach der Bibel ausmacht.
Das hebräische Wort für Mann
Was verrät uns das hebräische Wort für Mann über die Rolle dieses Geschlechts? Schauen wir uns dazu noch einmal den obigen Vers an.
Und Gott schuf den Menschen in seinem Bild, im Bild Gottes schuf er ihn; als Mann und Frau schuf er sie.
(1. Mose 1,27; SLT – Hervorhebung durch den Verf.)
An dieser Stelle ist das Wort Mann aus dem hebräischen זָכָר (zakhar) übersetzt. Allerdings ist die Übersetzung mit dem Wort “Mann” in der Schlachter 2000 sehr frei. Besser wäre “männlich”.
An anderen Stellen finden wir dasselbe Wort jedoch in einer abweichenden Bedeutung. Dort heißt es dann erinnern oder gedenken. Nachfolgend ein Beispiel:
Da gedachte Gott an Noah und an alle Tiere und an alles Vieh, das bei ihm in der Arche war; und Gott ließ einen Wind über die Erde wehen, sodass die Wasser fielen.
(1. Mose 8,1; SLT – Hervorhebung durch den Verf.)
Der Begriff des Männlichen ist in der hebräischen Sprache direkt mit der Idee des Erinnerns oder Gedenkens verknüpft. Was sagt uns das, über die Rolle des Ehemanns laut der Bibel?
Die Bedeutung des Gedenkens
Zunächst halten wir fest, dass es Adam, der Mann, war, dem Gott das Verbot bezüglich des Baumes der Erkenntnis des Guten und des Bösen gegeben hat. Die Folge der Missachtung des Verbots war der Tod.
Und Gott der HERR gebot dem Menschen und sprach: Von jedem Baum des Gartens darfst du nach Belieben essen; aber von dem Baum der Erkenntnis des Guten und des Bösen sollst du nicht essen; denn an dem Tag, da du davon isst, musst du gewisslich sterben!
(1. Mose 2,16-17; SLT)
Indem Adam seine Frau an das Verbot erinnert hätte, wären beide unter Umständen mit dem Leben davongekommen. Der erste Ehemann in der Bibel erkannte diese Möglichkeit allerdings noch nicht.
Doch das Erinnern geht noch etwas weiter. Letztlich ist es nämlich der Mann, der ein Vaterhaus begründet. Und nur an das Vaterhaus wird in den Geschlechtsregistern gedacht. Eine Frau wird immer Teil des Hauses eines Mannes sein – entweder ist es das Haus Ihres Vaters oder ihres Ehemanns.
Daraus ergeben sich noch weitere Rollen und Prinzipien für biblische Ehemänner.
Der Mann als das Haupt des Hauses
Vor dem Hintergrund der Schöpfungsgeschichte sehen wir, dass es die Aufgabe des Mannes ist, für Leben und Segen im Haus zu sorgen. Die Voraussetzung dafür ist der Gehorsam gegenüber Gottes Geboten.
Was ich dir heute gebiete, ist, dass du den HERRN, deinen Gott, liebst und in seinen Wegen wandelst und seine Gebote, seine Satzungen und seine Rechtsbestimmungen hältst, damit du lebst und dich mehrst; und der HERR, dein Gott, wird dich segnen in dem Land, in das du ziehst, um es in Besitz zu nehmen.
(5. Mose 30,16; SLT)
Damit ist ein Ehemann laut der Bibel eine Art Torwächter für die Ehe, der den Tod draußen und das Leben hereinlassen soll. Wie kann er das tun? Indem er die Torah in seinem Haus lebt und lehrt.
Allerdings hat ein Mann auch eine besondere Autorität von Gott bekommen. Denn als Torwächter ist er mit der Vollmacht ausgestattet, jedes Gelübde und jede Verpflichtung, die in seiner Familie wirksam wird, zu annullieren (4. Mose 30). Diese Autorität verfügt er über seine Kinder als auch über die Frau.
Diese Autorität bietet jedoch keinesfalls die Grundlage dafür, dass der Mann als Diktatur in seiner Familie herrschen soll. Da beide Ehepartner gleichberechtigt sind, wie wir in unserem Beitrag zu den Grundlagen einer biblischen Ehe festgestellt haben, ist eine solche Herrschaft auch gar nicht vorgesehen. Die Autorität des Mannes ist vielmehr die Voraussetzung dafür, dass er Schaden von seiner Familie und seiner Ehe abwenden kann, wenn das nötig ist.
Das Vorbild für einen Ehemann nach der Bibel
Bei allem gilt jedoch, dass wir ein großes Vorbild haben, an dem wir uns orientieren sollten. Jeschua hat uns in seiner Rolle als Bräutigam vorgemacht, wie wir als Ehemänner mit unseren Frauen umgehen sollten.
Ihr Männer, liebt eure Frauen, gleichwie auch der Christus die Gemeinde geliebt hat und sich selbst für sie hingegeben hat,
(Epheser 5,25; SLT)
Wann immer wieder von diesem Vorbild der Hingabe abweichen, sind wir auf dem Irrweg. Ein Ehemann nach der Bibel verhält sich wie Jeschua. Er liebt seine Frau, er ist geduldig, barmherzig und fürsorglich. Er unterstützt sie und wendet, wann immer möglich, Schaden von ihr ab.
Als glücklicher Ehemann und Familienvater widmet sich Marco seit 2011 den hebräischen Wurzeln des biblischen Glaubens. Mit seiner Arbeit möchte er Familien einen Mehrwert bieten und sie auf ihrem Weg des Glaubens ermutigen. Mit seinen Texten und Inhalten möchte er dich anregen, die tiefgreifende Verbindung zwischen christlichen und jüdischen Traditionen zu entdecken und den Glauben auf einer neuen Ebene zu erleben.
