Dankbarkeit in der Ehe: Der Schlüssel zu wahrer Freude aneinander
Welche Gedanken hast du über deinen Ehepartner? Nimm dir bitte einmal kurz die Zeit, diese Frage für dich zu beantworten? Herrscht Dankbarkeit in deiner Ehe oder ist die Beziehung von Neid und Missgunst geprägt?
Wahrscheinlich gibt es beide Phasen. Ich kenne jedenfalls beide Gedankenwelten. Es gibt Zeiten, da bin ich mit Sonja überglücklich. Es gibt aber auch Zeiten, in denen ich sehr gestresst und dadurch leicht reizbar bin. Da ist mir die Dankbarkeit fern.
Findest du dich darin wieder? Tatsächlich muss das nicht sein, denn wir können unseren Geist und unsere Gedanken kontrollieren.
Dankbarkeit und unser Geist
Was ist Dankbarkeit eigentlich? Wie würdest du den Begriff definieren? Im Kern handelt es sich dabei um ein Gefühl oder auch eine Haltung, die Wertschätzung und Anerkennung ausdrückt.
Das heißt, damit wir dankbar sein können, müssen unsere Gedanken und Gefühle in einen positiven Einklang gebracht werden. Wir möchten uns unseren Partnern mit Anerkennung und Wertschätzung nähern. Um dieses Ziel zu erreichen, müssen wir an unseren Gedanken arbeiten.
Die Bibel bietet uns eine Vielzahl von Hinweisen darauf, dass wir unsere Gefühle durch die Veränderungen unserer Gedanken steuern können. Schauen wir uns dazu einige Beispiele an.
Israels Furcht
Als das Volk Israel aus Ägypten auszog, führte der Allmächtige es in eine Sackgasse. Sein Ziel war es, dem Pharao eine Falle zu stellen, sodass dieser glaubte, dass sich das hebräische Sklavenvolk verlaufen habe und ihm nachjagte. Dabei sollte der ägyptische König mitsamt seinem Heer den Tod finden.
Doch als die Kinder Israels bemerkten, dass der Pharao ihnen nachjagte, bekamen sie Angst. Mose versuchte zu beschwichtigen, indem er sagte:
Mose aber sprach zum Volk: Fürchtet euch nicht! Steht fest und seht die Rettung des HERRN, die er euch heute bereiten wird; denn diese Ägypter, die ihr heute seht, die werdet ihr nicht wiedersehen in Ewigkeit!
(2. Mose 14,13; SLT – Hervorhebung durch d. Verf.)
Indem Mose die Israeliten ermahnte, sich nicht zu fürchten, ging er wohl davon aus, dass sie ihre Emotionen dahin gehend lenken konnten.
Begehren ist steuerbar
Ein weiteres Beispiel sehen wir in der Ermahnung, den Besitz des Nächsten nicht zu begehren (2. Mose 20,17). Auch wenn sich Begehren zunächst als Gefühl äußert, können wir es steuern, indem wir andere Gedanken entgegensetzen.
Und so können wir verstehen, dass auch Dankbarkeit in der Ehe damit beginnt, wie wir über unseren Partner denken.
Vorteile der Dankbarkeit
Bevor wir tiefer in die biblischen Zusammenhänge zur Dankbarkeit in der Ehe einsteigen, werfen wir noch einen Blick in die Wissenschaft. Denn auch hier setzt sich zunehmend die Erkenntnis durch, dass dankbare Menschen insgesamt gesünder und glücklicher sind.
Folgende Vorteile konnten Forscher bereits feststellen:
- Erhöhte Resilienz: Dankbare Menschen sind widerstandsfähiger gegen Stress oder Herausforderungen. Sie können sich besser anpassen und neue Ideen zur Bewältigung entwickeln.
- Stärkeres Immunsystem: Dankbarkeit stärkt die Abwehrkräfte.
- Besserer Schlaf: In der Regel schlafen dankbare Menschen besser.
- Weniger Schmerzen: In Dankbarkeit geschulte Patienten klagen deutlich weniger über Schmerzen als andere.
- Erhöhte Achtsamkeit: Dankbare Menschen sind achtsamer ihren Mitmenschen gegenüber.
- Reduzierte Aggressivität: Dankbarkeit und Aggressionen können nicht miteinander koexistieren; das eine schließt das andere aus.
Dankbarkeit in der Ehe: Das sagt die Bibel
Die Heilige Schrift ermahnt uns:
Seid in allem dankbar; denn das ist der Wille Gottes in Christus Jesus für euch.
(1. Thessalonicher 5,18; SLT)
Indem wir uns stetig in der Dankbarkeit üben, verändern wir nicht nur unsere Gedanken und Stimmung, sondern beginne die Welt tatsächlich mit anderen Augen zu sehen.
Dieser Zusammenhang ist insbesondere im Hinblick auf unsere Ehen wichtig. Wir wissen, dass die Ehe eine heilige Instanz ist, mit der Gott sein Wesen auf der Erde vorstellen möchte. Wir hatten in unserem Beitrag zu den Grundlagen einer biblischen Ehe darüber gesprochen.
Es ist klar, dass Ehemann und Ehefrau unterschiedliche Rollen einnehmen. Diese Unterschiedlichkeit kann aber auch zu Konflikten führen. Dabei sollten wir uns immer daran erinnern, dass:
Wer eine Ehefrau gefunden hat, der hat etwas Gutes gefunden und hat Gunst erlangt von dem HERRN.
(Sprüche 18,22; SLT)
Der obige Vers lässt keine Einschränkung zu. Wer eine Ehefrau gefunden hat, hat etwas Gutes gefunden, Punkt. Keine Diskussion.
Dadurch haben wir ausreichend Grund, für unsere Partner dankbar zu sein. Jeden Tag und zu jeder Zeit.
Dankbarkeit in der Ehe praktizieren
Wie können wir die Dankbarkeit in der Ehe nun praktizieren? Im Grunde ist das ganz einfach. Wir bedanken uns für alle kleinen und großen Gefälligkeiten, die uns unser Partner zukommen lässt.
Und auch wenn uns eine bestimmte Verhaltensweise nicht passt, bedanken wir uns dennoch beim Allmächtigen für die Gelegenheit, Geduld zu üben. Es mag anfänglich etwas anstrengend erscheinen, sich für alles zu bedanken. Doch mit der Zeit geht das Wort wie von selbst über die Lippen.
Dabei ist das Opfer, welches wir mit der Aussprache des kleinen Wörtchens Danke bringen, gering. Doch der Effekt für unsere Ehe ist gigantisch.
Die Effekte der Dankbarkeit in unserer Ehe
Sonja und ich erleben eine deutliche Aufwertung in der Paarbeziehung, wenn wir darauf achten, Danke zu sagen. Sei es, weil das Essen schmeckt, weil der andere eine Bitte erfüllt oder auch nur eine selbstverständliche Aufgabe erledigt hat – Danke ist nie fehl am Platz.
Unser Dank drückt dem jeweils anderen aus, dass wir ihn sehen und seinen Dienst wertschätzen.
Manchmal fällt es mir schwer, die vielen Anlässe zu sehen, für die ich danken kann. Dann hilft es mir, bewusst Zeit zum Danken zu nehmen. Meine Gebete bestehen oft aus Danksagungen. Die Macht des Gebets zeigt sich darin, dass ich bisweilen aus tiefsten emotionalen Tälern nach ausreichenden Danksagungen gestärkt und mit erhobenem Geist hervorgehe.
Insofern kann ich dich nur animieren, das Wort Danke öfter in deiner Ehe zu gebrauchen. Lass uns gern in den Kommentaren wissen, was sich dadurch verändert hat.
Als glücklicher Ehemann und Familienvater widmet sich Marco seit 2011 den hebräischen Wurzeln des biblischen Glaubens. Mit seiner Arbeit möchte er Familien einen Mehrwert bieten und sie auf ihrem Weg des Glaubens ermutigen. Mit seinen Texten und Inhalten möchte er dich anregen, die tiefgreifende Verbindung zwischen christlichen und jüdischen Traditionen zu entdecken und den Glauben auf einer neuen Ebene zu erleben.
