Jonathans Geschichte
Die erstaunliche wahre Geschichte der Makkabäer
Von Heidi Cooper,
übersetzt von Sonja (Torah-in-Family.de)
TEIL 2 von 8 Teilen
Die Türme sahen irgendwie anders aus, die großen Steinmauern wurden von griechischen Soldaten verteidigt. Es fühlte sich sehr seltsam an. Die schöne Stadt Davids war zerstört und wieder aufgebaut worden. Sie glich eher einer furchterregenden Festung, als der Stadt Gottes. Ein heidnischer Altar am Ende der Straße und seltsame Gerüche ließen es mir übel werden. Ich drehte mich um und lief zurück zu den Felsen außerhalb der Stadt. Sie waren meine willkommenen Freunde. Sie hatten sich nicht verändert.
Jerusalem war mein Freund gewesen. Viele Male war ich mit meinem Vater und meinen Brüdern hier heraufgezogen, um die Feste unseres Gottes zu feiern.
Ich liebte es, eine Sukka (Laubhütte) zu bauen. Vater betonte immer, ich sei gut im Bauen.- das ist auch ziemlich passend, denke ich, denn Makkabäer bedeutet „Hammer“.
Aber jetzt wollte ich einfach nur frische Luft schnappen. Ich wollte, dass alles so ist, wie es war. Ich wusste, dass ich mich nicht so fühlen sollte, ich war schließlich ein Mann von fünfzehn Jahren, kein kleines Mädchen. Aber mein Herz weinte in mir. Warum ließ Gott so etwas geschehen?
Doch meine Gedanken wurden unterbrochen, als Eleazar seine Hand auf meinen Arm legte.
„Jonathan, es ist Zeit, aufzubrechen. Vater sagt, dass wir hier nichts mehr zu suchen haben.
Wir müssen tun, was wir können, wir sollten zu Hause helfen, wo es nur möglich ist, wo die Soldaten nicht alles übernommen haben.“
Das war es also!
Wir gehen mit gesenktem Kopf weg, während ein fremder König alles Heilige wegnimmt, unsere Stadt und unseren Tempel zerstört, unser Volk tötet und heidnische Praktiken und Götzendienst in jede Stadt bringt! Traurigkeit und Wut machten sich mehr und mehr in mir breit.
In diesem Moment veränderte sich etwas in mir. Ich verstand es damals nicht, aber ich wollte nicht, dass die Griechen mit all dem davonkommen würden.
Viele Monate vergingen, und die Soldaten übernahmen sogar unsere Stadt Modin.
Es war ein Tag, wie jeder andere. Wir versuchten, unter uns zu bleiben und den Soldaten aus dem Weg zu gehen.
Ich reparierte gerade eine kleine Hütte, die wir als Lagerraum benutzten, als ich die Soldaten sah.
Sie kamen direkt an unsere Tür und hämmerten so lange dagegen, bis mein Vater an der Tür erschien.
„Ihr werdet die Ersten sein, die unseren Altar benutzen. Deine Söhne werden reich werden, und du wirst der einflussreichste Mann in der Stadt sein.
Los, komm, Du wirst jetzt das erste Opfer bringen.“
Derselbe entschlossene Blick, wie damals, kehrte in Vaters Gesicht zurück.
„Ich werde mich NICHT mit euren Abscheulichkeiten beschmutzen. Meine Söhne und ich werden dem lebendigen Gott, dem Schöpfer des Universums, treu bleiben! Bringt, was ihr wollt, aber wir werden das sicher nicht tun!“
Plötzlich sah ich einen Mann die Straße hinunterlaufen. Ich kannte ihn! Das war der Bäcker! Er lief zum Altar und brachte ein Opfer dar. Der Rauch erfüllte die Luft. Der Geruch von verbranntem Tierfleisch stieg mir in die Nase. Aber dann rannte mein Vater die Straße hinunter und folgte ihm. Das Licht fing etwas Glänzendes ein, das unter seinem Gewand hervorlugte.. Es war sein Schwert! Ich glaube, da muss ich in Ohnmacht gefallen sein.
Das Nächste, woran ich mich erinnere, ist, dass Simeon meinen Namen rief. Mir war kalt und es war stockdunkel um mich herum. In einem Moment wurde mir klar, dass ich mich in einer Höhle befand. In einer entfernten Ecke tropfte Wasser.
Simeon sagte mir, dass wir uns mit vielen Menschen versteckten, die auch dem HERRN dienen wollten. Mein Vater wurde als ihr Anführer ernannt.
„Jonathan, willst du dem HERRN dienen, egal was passiert?
Du wirst vielleicht kämpfen müssen. Vielleicht werden sie dich töten. Wirst du treu sein?“
Ich wusste sofort meine Antwort, irgendwie war sie mir schon immer bewusst:
Seine kostbare Thora war mir zu wertvoll, um sie loszulassen. Seine Güte war zu kostbar, um ihn zu verlassen.
„Ja. Ich werde treu sein.“
„Tja, dann müssen wir dir beibringen, wie man kämpft. Aber jetzt brauchst du erst einmal etwas Brot und Wasser.“ Ein Lächeln erschien in seinen Mundwinkeln. Ich hätte es fast übersehen. Aber da war es. Ich dachte an die Tage, an denen wir uns auf dem Feld gegenseitig angriffen und Vater uns sagte, wir sollten wieder an die Arbeit gehen.
Auch ich lächelte und merkte plötzlich, wie hungrig ich war. Ich machte kurzen Prozess mit dem Brot und versuchte, mich an die gute alte Zeit zu erinnern.
Hier waren keine Frauen in unserem Haushalt, die uns bei den Vorbereitungen für den Schabbat helfen konnten. Also kümmerten wir uns und legten Brot und einige besondere Trockenfrüchte für den Schabbat beiseite. Etwas Verpflegung wurde bei der Flucht aus Modin mitgenommen.
Wir warteten sehnsüchtig auf den Schabbat und darauf, uns auszuruhen. Es war eine sehr intensive, anstrengende Woche gewesen.
Leider hatten wir keine Thora, um daraus vorzulesen und auch keine Synagoge, in der wir uns treffen konnten, aber jeder von uns hatte viele Abschnitte der Thora auswendig gelernt. So zitierte Simeon viele Verse aus Gottes Wort.
Als die Sonne unterging, taten wir unser Bestes, um unsere Sorgen beiseitezulegen und in des Allmächtigen wunderbarer Liebe zu ruhen.
Die Höhle war feucht und roch komisch, aber sie war mir lieber als Modin, wo die Soldaten jedes Haus in Beschlag genommen hatten.
Als die Sonne am östlichen Horizont auftauchte, weckte Simeon uns alle mit schönen hebräischen Phrasen. Die Geschichte von Pinchas rollte ihm von der Zunge, als wir uns aus dem Schlummer erhoben. Pinchas war so mutig und tat, was richtig war. Ich hoffte, ich könnte auch so mutig sein wie er.
Als am nächsten Tag die Sonne aufging, kam ein Mann auf die Öffnung unserer Höhle zugelaufen. Er war ein Freund, ein Mann, der sich mehrere Meilen von unserer Höhle entfernt versteckt hatte. In seiner Eile, uns zu erreichen, stolperte er fast.
Mein Vater traf ihn draußen und sprach leise mit ihm. Er brachte den Mann hinein und gab ihm etwas Brot und Wasser.
Dann schaute er zu uns auf und sagte: „Wir werden das Leben wählen. Unsere Brüder sind gerade getötet worden, eintausend von ihnen, weil sie am Sabbat nicht kämpfen wollten. Aber der HERR will, dass wir leben!
Wir werden kämpfen und wir werden leben und wir werden unseren Kindeskindern die Thora weitergeben. Diese bösen Männer werden uns nicht vom Angesicht der Erde vertilgen!“
FORTSETZUNG FOLGT…
zu Teil 3 von 8
Aufgaben:
Baut in eurem Wohnzimmer eine Höhle aus Decken und Laken.
Klettert hinein und teilt euch einen Snack aus getrockneten Früchten und Brot.
Wie stellt ihr euch eure Höhle vor? Gibt es Fledermäuse in eurer Höhle?
Lernt Psalm 100 auswendig, um ihn gemeinsam als Familie zu rezitieren.
Als kleine Herausforderung könnt ihr auch versuchen, euch Passagen von der Durchquerung des Roten Meeres einzuprägen. Beginnt dabei bei Exodus 14:13 und schaut, wie weit ihr kommt.
©2010 von Heidi Cooper www.torahfamilyliving.com

einfach gesegnet und reich beschenkt
