Jonathans Geschichte -Teil 6
Die erstaunliche wahre Geschichte der Makkabäer
Von Heidi Cooper übersetzt von Sonja (Torah-in-Family.de)
TEIL 6 von 8 Teilen
Wir versammelten uns alle in Maspha, zusammen mit allen gleich gesinnten Gläubigen, die wir finden konnten. Wir hatten uns schon oft zum Beten versammelt, und wir wussten, dass wir auch jetzt viel beten mussten. Früher waren die Chancen zu gewinnen schon gering gewesen, doch jetzt war es nahezu unmöglich, wenn man es nüchtern betrachtete.
Die Hälfte der griechischen Armee war mit dem strikten Befehl, uns zu vernichten beauftragt. Aber auch Syrien und die Philister hatten sich ihnen angeschlossen. In meinem Herzen kreiste die Frage nach dem Warum. Warum war das alles so schwer?
Hatten wir nicht alles getan, was wir wussten, um zu gehorchen? Wir hatten die heidnischen Altäre zerstört, jeden Gläubigen beschnitten, den wir fanden, und dem Volk den Mut gegeben, der Thora wieder zu folgen. Warum schickte uns Gott in noch härtere Kämpfe als zuvor?
Judas rief das Volk zusammen und verkündete ein Fasten. Wir kleideten uns in Sack und Asche, alles war sehr emotional. Wir hatten alle das Gefühl, dass unsere Herzen zerbrachen.
Wir wollten schreien, schluchzen und weinen, alles zur gleichen Zeit. Und viele taten genau das. Ich traute meinen Augen nicht, als Simeon eine der wenigen übrigen Schriftrollen des Gesetzes hervorholte. Als er sie entrollte, konnte jeder ein gemaltes Bild von Alexander dem Großen sehen! Eine neue Welle des Herzensschreis stieg aus jedem von uns. Sie hatten alles mitgenommen, den ganzen Tempel zertrampelt, und nun füllten sie die heilige Thora mit Bildern von griechischen Führern. Hatte die Gerechtigkeit unser Land verlassen?
„Oh HERR, wir knien demütig vor dir.“ Simeon betete, so laut, dass das ganze Volk es hören konnte. „Die Heiden haben sich versammelt, um uns vom Angesicht der Erde zu tilgen. Die Absichten ihres Herzens sind nur böse. Wie können wir gegen sie bestehen? Kämpfe du für uns, wenn wir siegen, so möchten wir deine Wege im Land wiederherstellen.“
Viele Schofar-Stöße erfüllten gleichzeitig die Luft. Wir hoben unsere Hände in Lob und Dankbarkeit, denn wir wussten, dass der HERR für uns kämpfen würde.
„Gelobt sei der HERR, der den Sieg gibt!“
Judas versammelte das Volk und rief dann alle auf, die verlobt waren oder ein Haus bauten. Er schickte sie nach Hause, so wie es die Thora befiehlt.
Dann schlugen wir unser Lager südlich von Emmaus auf. Wir waren nur 15
Meilen von Jerusalem entfernt. Dorthin wollte ich unbedingt gehen. Ich wollte Jerusalem in seiner ganzen Pracht sehen, nicht wie beim letzten Mal, als ich dort gewesen war.
Von hinten ertönte ein Ruf: „Sie sind bereit zum Angriff! Sie kommen hierher!“
„Nicht, wenn ich es verhindern kann.“ Judas führte alle aus dem Lager, damit wir die Truppen in Emmaus angreifen konnten.
Wir versteckten uns alle auf der Ebene zwischen den Bäumen und Sträuchern und warteten ab. Die Äste stachen mir in den Rücken, aber ich bemühte mich, still zu sein und zu warten. Man konnte sehen, wie die griechische Armee in unser Lager eindrang und
dann umdrehte, denn es war nichts als ein leeres Lager!
„Seht! Sie denken, wir sind in die Berge geflohen!“
Judas erhob sich und schrie: „Denkt daran, wie Pharao ins Meer geworfen wurde! Es gibt einen Gott, der Israel befreit!“
Mit diesen Worten stürmten wir los, und auch unsere Feinde setzten sich in Bewegung. Wir erwischten einige von ihnen, bevor sie sich davonmachen konnten. Auch sie flohen wie Angsthasen. Der allmächtige Gott hatte das feindliche Lager in große Furcht vor uns versetzt. Die griechischen Fußsoldaten der Hopliten waren gut bewaffnet, mit Speeren und Schwertern, aber wir kämpften mit dem Gott von Abraham, Isaak und Jakob.
Ich hatte das schon oft gesehen, aber ich fiel trotzdem auf die Knie und dankte dem HERRN von ganzem Herzen.
„Oh HERR, vergib mir, dass ich an dir gezweifelt habe. Ich habe an dir gezweifelt und mich gefragt, ob du es mit den Griechen aufnehmen kannst. Du bist mächtiger als alle, und ich werde nur dir vertrauen.“
Die fünfzehn Meilen nach Jerusalem erschienen mir plötzlich so weit entfernt. Ich fühlte eine unglaubliche Anziehungskraft zum Tempel. Mein Vater hatte als Priester gedient, und mein Herz sehnte sich danach, das Gleiche zu tun.
Wir müssen irgendwie nach Jerusalem kommen.
FORTSETZUNG FOLGT… Teil 7
Aufgaben:
Holt eure Tamburine heraus und singt das Lied des Mose aus Exodus 15:1-21.
Anstatt Bilder von griechischen Führern zu malen, könnt ihr auch Bilder oder Zeichnungen von Gottes Siegen in der Vergangenheit anfertigen, wie in 2. Mose 15.
Vielleicht gibt es in deinem Leben auch einen Bereich, in dem du den Sieg Gottes brauchst.
Male ein Bild von diesem Sieg, in dem du zu sehen bist.
©2010 von Heidi Cooper www.torahfamilyliving.com

einfach gesegnet und reich beschenkt
