Den Haushalt bewältigen – wenn Kinder helfen, Teil 2 – Dienste
und Verantwortungsbereiche
Hier widmen wir uns dem Thema Verantwortungsbereichen und betrachten Dienste, mit denen die Kinder uns im Haushalt helfen und unterstützen können. Wir sind ein Familien- Team und jeder Beitrag ist wertvoll. Du findest Ideen für „Kinder-Haushaltsaufgaben“ und Tipps, wie du diese Dienste gut integrierst.
Im ersten Teil „Den Haushalt bewältigen – wenn Kinder helfen – Teil 1“ haben wir uns die Vorteile angesehen, die es bringt, wenn der Haushalt sich auf mehrere Schultern verteilt. Genauso haben wir festgestellt, dass sowohl das Bürgerliche Gesetzbuch (BGB) als auch die Bibel davon sprechen, dass sich JEDER in der Familie einbringen soll.
Wir haben auch über die Hausregeln und Umgangsregeln gesprochen, welche Voraussetzung für ein Leben in der Familie sind.
Bevor ein Dienst für die Familie eingeübt werden kann, ist es notwendig, dass das Kind zunächst für sich und sein Handeln Verantwortung übernimmt, natürlich altersentsprechend. Das kann in den täglichen Routineaufgaben passieren und „läuft oft nebenher“.
Zunächst sehen wir uns das Einlernen der Haushaltsaufgaben an, bevor wir die Schritte der Aufgabenverteilung, betrachten.
Das Einlernen der Dienste:
1. Interesse wecken, auch unsere Kinder brauchen eine Motivation, wenn sie etwas machen sollen. Am besten ist es, sie haben Freude beim Helfen und machen ihren Dienst gerne. „Es ist eine nützliche und gute Aufgabe, alle profitieren davon, wenn du sie machst. Sie ist wichtig, du hast Verantwortung dadurch.“
2. Die Aufgabe zeigen, und beibringen, worauf zu achten ist. Z.B. (saubere Lappen) oder auch die kleinen Schnipsel wegräumen oder ist der Tisch abgewischt vor dem Decken? Wohin kommen die Schreibsachen, wenn der Tisch gedeckt werden muss. Etc.
3. Das Kind macht den Dienst und wir sind (anwesend) unterstützend dabei, helfen im „Notfall“.
„Genau, die Teller müssen etwas von der Kante weg-stehen, damit sie nicht herunterfallen.
Wie viele sind wir? Lass uns gemeinsam zählen, genauso viele Teller brauchen wir.“
„So wir sind fertig? Mmmm, und woraus wollen wir trinken?“
⇾ Gläser werden auf den Tisch gestellt.
Zum Schluss wird gelobt. Und ermutigt, „nächstes Mal brauchst du mich bestimmt gar nicht mehr. Dann kannst du es schon ganz alleine.“
4. Das Kind macht die Aufgabe selbstständig, wir kommen nur noch zum Kontrollieren, wenn alles fertig ist.
5. Das Kind macht die Aufgabe eigenverantwortlich und es wird erwartet, dass es ordentlich gemacht wird. Ohne meckern.
Im Anschluss danken wir dafür, dass der Dienst gemacht ist. Und wertschätzen den Einsatz des Kindes.
Merke:
Das Kind macht es auf seine Weise, also wenn du Perfektion erwartest, funktioniert es nicht. Es muss, wie alles, geübt werden. Nach einer Einarbeitungszeit (und genauer Erklärung) darf Sorgfalt erwartet werden und dass der Auftrag vollständig ausgeführt ist.
Aufgabenverteilung in der Praxis:
Wie verteilst du die Aufgaben oder Dienste -wie helfen dir deine Kinder?
Zwei Möglichkeiten:
- Jedem seinen Gaben entsprechend, dass es gut und schnell ausgeführt wird.
- Jedem so, dass er seine Gaben ausbauen kann und übt oder etwas Neues lernt.
Mache dir einen Plan, überfordere dabei nicht, stelle eins nach dem anderen um. Lasse deine Familie hineinwachsen (gelingende Alltagsstruktur)
Und stelle dir folgende Fragen:
- Wie läuft bei euch der Tag ab?
- Wobei brauchst du Hilfe? Welcher Dienst wäre sinnvoll?
- Welche Kinder können dir helfen, welche Dienste sind passend?
Mögliche Haushaltsaufgaben für Kinder ab ca. 1,5 Jahren
So kann sich dein Kleinkind schon im Haushalt einbringen. Es lernt, dass es ganz normal ist mitzuhelfen und gebraucht wird.
Wäsche:
- dem Befüllen der Waschmaschine und Trockner (ab ca. 1,5 Jahren),
- Wäsche zum Aufhängen reichen, Waschbecken putzen (Vorsicht hier bei giftigen Putzmitteln)
- einzelne Teile der Wäsche wegräumen
In der Küche:
- Kartoffeln waschen
- Zwiebeln schälen (ohne Messer)
- Nudeln in den Topf
- Tortellini auseinander machen
- Teebeutel in den Tee hängen
- Teig kneten (nur wenn viel Zeit ist, das kann auch viel mehr Chaos anrichten)
- Ein Frühstückstisch decken mit (Müsli und Milch)
- Fronten abwischen
Im Haushalt:
- den Tisch decken
- das Waschbecken putzen /nach dem Händewaschen nachtrocknen
- Betten schön machen
- Kehricht auf die Kehrschaufel fegen
- usw.
„Dienste“ für die Familie – Haushaltsaufgaben – so helfen große Kinder:
- Spülmaschine ein-/ ausräumen
- Tisch decken
- Tisch abräumen
- Tisch abwischen
- Boden unter dem Tisch sauber machen
- Abwaschen
- Küchendienst
- Tiere versorgen
- Müll entsorgen
- Flaschen / Lebensmittel in den Keller
- Pflanzen gießen
- Wäsche in den Trockner
- Wäsche aufhängen
- Wäsche mithelfen aufzuräumen
- Betten abziehen
Für mich ist es sinnvoller, wenn die Dienste nicht ständig wechseln. So weiß jeder, was seine Aufgabe ist. Die ersten 5 Punkte sind bei uns fest zugeteilte Aufgaben. Die anderen Punkte werden gelegentlich mithilfe der Kinder erledigt.
Ja, es ist anstrengend, dass jeder seinen Dienst zur rechten Zeit macht, aber wenn alle sich einbringen, funktioniert es wunderbar und auch das Gemeinschaftsgefühl wächst.
Klappt das bei uns immer? Nein. Wir ringen immer wieder darum und es gibt Phasen, da läuft es und es gibt Zeiten, da läuft es einfach nicht. Aber das ist ok. Wir sind alle Menschen. Und es gibt immer irgendwelche „Phasen“.
Verantwortliche für bestimmte Bereiche:
(für große Kinder / Ehepartner)
Dass alles schnell wieder in Ordnung kommt, halte ich es für hilfreich, wenn in bestimmten Räumen/ Bereichen ein “Check“ gemacht wird (am besten zu einem festen Termin). Wenn du das nicht leisten kannst, ist es möglich, diese Aufgabe auch zu delegieren und Verantwortliche diese Aufgabe übernehmen zu lassen.
Dafür können „Verantwortungsbereiche“ aufgeteilt werden.
Bei diesem Bereichscheck sollten Fragen gestellt und dann die entsprechenden Aufgaben zügig ausgeführt werden.
Das könnte folgendermaßen aussehen:
- Ist das Bad in Ordnung?
- Wenn nicht: schnell die Dinge wegräumen, die dort nicht hingehören, Armaturen glänzend wischen, WC sauber machen.
- Bastelsachen, sind sie alle aufgeräumt?
- Stifte am richtigen Platz? Papiere sauber stapeln, Müll entfernen.
- Waschbecken?
- Säubern, trocken wischen, Armatur glänzend wischen
- Schuhe: Ist der Ort, an den die Schuhe gehören, aufgeräumt und in Ordnung?
- Nein: Dann die Schuhe paarweise hinstellen, groben Dreck wegfegen.
- Vorraum:
- Deko ok? Schuhe weg! – richtig aufräumen!
- Wohnzimmer:
- alle Spielsachen weg, an den richtigen Platz! Bürokram ins Büro, Schuhe aufräumen, Bücher ins Regal.
Auch der Bereichscheck sollte erlernt werden. Eine entsprechende “Einarbeitungszeit“ in der man den großen Kindern erklärt, worauf sie achten sollen und wie sie es schnell und gut erledigen können bzw. wann gute Zeitpunkte sind. Wenn nötig, kann man ihnen einen Spickzettel schreiben in Form einer Checkliste, wie siehe oben.
Erkläre bei jeder Aufgabe, was genau du erwartest. Und bestimme einen Verantwortlichen.
Die Verantwortlichen machen die Aufgabe, die du sonst übernehmen würdest. Es gilt immer noch, jeder räumt gleich das auf, mit dem er sich beschäftigt hat. Der Verantwortliche muss nicht immer allen hinterherräumen, er darf z.B. die Geschwister freundlich bitten, kurz die Schuhe aufzuräumen etc.

Bildquelle: www.Pixabay.com
Andacht – wir sind ein Team
Wenn es neu ist, dass jeder eine „Teamaufgabe“ bekommt: Wie wäre es, wenn du eine Andacht dazu machst?
Mit dem Thema: Wir sind eine Familie. Wir sind ein Team. Wir helfen einander.
Bibelstelle: nach 1. Korinther 12,14-22 + 26: Ein Körper, mehrere Glieder, jeder wird gebraucht. Oder Sprüche 6,6: Geh hin zur Ameise, du Fauler, siehe ihre Wege und werde weise.
Hier findest du eine Andachtsidee als Download zum Thema: „Wir sind ein Team – jeder hilft mit„
Fazit:
Wir sind eine Familie und jeder bringt sich ein. Das Wir-Gefühl wird gestärkt und (Eigen)-Verantwortung wird gelernt. Wir brauchen jeden in unserem Team, damit es schön ist und alles gelingt.
Bevor Dienste eingeführt werden, sollte das Kind Eigenverantwortung lernen; das ist der erste Dienst. Also seine „Routineaufgaben machen“. Sprich sich um das kümmern, was es selbst benötigt oder verursacht hat; was ich gespielt habe, räume ich wieder weg. Wenn ich etwas verschüttet habe, wische ich es wieder auf. Wenn ich aufstehe, muss ich mich anziehen. Dabei ist Hilfe natürlich möglich.
Wenn diese Dinge klar sind und zu dem Standard gehören, können weitere Aufgaben eingeführt werden, die der ganzen Familie nützen. Etwa das Tischdecken. Wenn Kinder älter sind und mehr Verantwortung übernehmen können, ist es möglich, dass sie einen kompletten Verantwortungsbereich übernehmen können. Z.B. der Schuh-Minister: schaut, dass die Schuhe immer abends aufgeräumt sind und der grobe Dreck beseitigt ist.
Habt Spaß als Team!
Ich wünsche euch Segen und gutes Gelingen, und dir, liebe Mama, Leichtigkeit!
Ich freue mich, von euch zu lesen, wie läuft es bei euch? Helfen eure Kinder, haben sie Dienste? Schreibe gerne einen Kommentar.

einfach gesegnet und reich beschenkt
