Feste feiern
Unser Leben ist gefüllt von Kreisläufen, und Gott sei Dank ist das Feste feiern, ein Teil der immer wiederkehrenden Dinge in unserem Leben.
Auszeiten, Freudentage und besondere Ereignisse erleichtern das Leben, machen es schöner und nähren uns. Aber wie feiern wir diese Anlässe als Familie? Was macht ein Fest aus und wie planen wir ein Fest? Brauchen wir eine Familientradition? All das wollen wir uns nun etwas genauer ansehen.
Traditionen sind etwas Wunderbares
Von Traditionen können wir so viel von ihnen profitieren. Es sind „Regeln“ die entwickelt und immer wieder weitergegeben wurden. Wenn wir mit diesen Handlungen einig sind und sie verstehen, sind sie ein wahrer Segen. Traditionen haben sich bereits über Generationen bewährt.
Biblische Feste feiern:
Das jüdische Volk hat einige Traditionen entwickelt, um Gottes Feste zu feiern, diese kennenzulernen und daraus eigene Familientraditionen abzuleiten, ist für uns ein Segen.
Einige meiner Bekannten möchten Traditionen vermeiden, sie möchten nur das tun, was in der Bibel zu dem Fest steht, ohne zusätzliche Regeln. Dagegen ist auch gar nichts einzuwenden. Für mich ist das Fest dann weniger spektakulär und vielleicht etwas langweilig.
Es gibt ja z.B. gar keinen Tempel, der für jedes Fest von enormer Bedeutung ist.
Wenn wir nur das tun, was in der Bibel zum Fest beschrieben ist, abzüglich der Dinge, die wir nicht umsetzen können, würde ich bei manchen Festen kaum merken, dass dies ein besonderer Festtag ist.
Warum ist das so?
Wenn wir Feste planen, möchten wir zum einen Feiern und eine festliche Stimmung. Und zum anderen die Bedeutung des Festes hervorheben.
Feste feiern im Allgemeinen:
Zum Beispiel bei einem Geburtstag. Es soll ein schöner Tag sein, mit freudigen Momenten, und das Geburtstagskind (aber auch alle anderen) sollen sich daran erinnern, dass Gott diesen einzigartigen Menschen gemacht und in die Welt gegeben hat. Sowie, dass Gott einen Plan für ihn hat, dass er Schutz geschenkt hat bis zu ebendiesem Tag.
Beim Hochzeitstag erinnern wir uns an unsere Versprechen, einander treu zu sein, füreinander da zu sein und denken vielleicht auch daran, was wir gemeinsam erreicht haben oder erreichen wollen. Wir erinnern uns an die Liebe und dass Gott uns Gnade geschenkt hat, zusammen diesen Weg bis hier herzukommen.
An dem Tag wünsche ich mir, dass wir Zeit zu zweit verbringen.
Dass wir uns Zeit für Gespräche nehmen und etwas Besonderes erleben, das den Tag von den anderen abgrenzt. Das kann unterschiedlich erreicht werden, beispielsweise durch: einen Ausflug, ein besonderes Essen, Ausgehen, eine besondere Aktivität, innen oder außen, das Verändern (schmücken) der Wohnung oder Kleidung.
Was macht ein Fest aus?
Ein Festtag ist ein besonderer Tag. Oder ein ungewöhnlicher Tag, ein Tag, der anders ist als der Alltag, herausgehoben, einzigartig.
Besonders – die Bedeutung laut Duden:
„Es steht für sich alleine“
https://www.duden.de/rechtschreibung/besonders
Wir, sondern also den Festtag aus und grenzen ihn vom Alltag ab.
Die Feste Gottes sind Heilig. – Auch heilig hat die Bedeutung „abgesondert, herausgehoben“.
Die Weisheit baut ihr Haus und die Frau plant die Feste
Meine Oma, erklärte meiner Mutter, wenn die Frau das Fest nicht plant und vorbereitet, gibt es kein Fest. Jetzt als Mutter verstehe ich, was sie meinte.
Wir müssen etwas tun, dass diesen Tag von den anderen abhebt. Ich denke, die Feste zu planen, fällt hauptsächlich in das Aufgabenfeld der Frauen. Mütter denken an viele Dinge gleichzeitig, während Männer gradlinig und fokussierter denken. Auch hierbei gilt: Ausnahmen bestätigen die Regel, soweit meine Beobachtung. Durch die Ehefrau wird das Innere des Hauses geprägt (vgl. Sprüche 31,27). Sie ist meist „näher an den Kindern dran“ und kennt deren Aufnahmevermögen. Die Frau des Hauses ist oft routinierter als der Ehemann in Dingen wie: der Zubereitung des Essens und der Dekoration. Sie überblickt die Aufgaben, die ein Fest zu einem gelingenden Tag machen.
Natürlich sollten wir unsere Feste als Ehepaar planen und als Team besprechen, und jeder findet und hat seinen Anteil.

Bildquelle: Pixabay
Eine Tradition entwickeln, um unsere Feste zu feiern
Wenn die Grundgedanken für den Ablauf des Festes erst einmal geboren sind, also Ideen für die Umsetzung entwickelt wurden, kommt der erste Testlauf.
Wenn sich diese bewährt haben, wird es für die nächsten Jahre leichter. Die Vorbereitungen werden mit jedem Fest klarer und gehen leichter von der Hand. Je älter die Kinder werden umso mehr Helfer haben wir und umso mehr entwickeln sich die Familientraditionen, es zeigt sich, was sich bewährt hat. Natürlich passen wir jedes Jahr die Abläufe und „Lehrinhalte“ dem Aufnahmevermögen der Kinder an. Aber wir fangen nicht mehr von vorn an, sondern haben schon ein bestehendes Grundgerüst.
Einige Ideen fürs Festlich machen:
Festlich machen können wir das Fest auf unterschiedliche Art und Weise.
Wir verändern das Gewöhnliche z.B. in/durch:
- einen anderen Rhythmus, angefangen beim Ausschlafen 😉
- besondere Aktivitäten
- Dekoration
- Essen
- Kleidung
- Musik
- Duft
- Gäste
- Geschenke
- ein Festtagsgeschirr, Servietten etc.
Wir wollen aber nicht nur einen außergewöhnlichen Tag, wir feiern ja aus einem Grund. Unser Wunsch ist, dass die Kinder diesen Anlass altersgerecht erfassen können. Darum haben wir uns Handlungen oder Traditionen ausgedacht, die es Ihnen erleichtern, den Grund und den Sinn des Festes nachzuvollziehen. Unsere Kinder freuen sich auf das Fest. Die Traditionen geben dem Ablauf und dem ungewöhnlichen Tag Struktur und den Kindern somit Sicherheit. Auch die keinen Kindern bekommen schon mit, dass etwas anders ist, und durch einige kleine Impulse können sie den Anlass bereits auf ihre Weise nachvollziehen und begreifen.
Den Anlass und die enthaltene „Botschaft“ erlebbar machen können:
Beispiele:
- Geschenke – wir geben etwas, weil du dich freuen sollst. Wir haben von Gott ein Geschenk bekommen, deshalb beschenken wir uns auch gegenseitig.
- Wir haben so viel bekommen, deshalb gibt es ein Buffet.
- Wir hatten nur ungesäuertes Brot, deshalb gibt es jetzt auch nur ungesäuertes.
- Wir sind glücklich, deshalb haben wir Musik zum Tanzen mitgebracht.
- Gott hat uns seine Torah gegeben, deshalb gibt es überall die Torah zu sehen, z.B. als „Schriftrollen-“ Girlande.
- Wie feiert ihr den Ruhetag? Wie sieht euer Schabbat aus?
Als Grundgerüst nutze gerne unsere Übersichten: fürs biblische Feste feiern
Für meine Planung und um alles etwas besser zu strukturieren, habe ich mir für die biblischen Feiertage eine Vorlage als Übersicht gemacht. Diese Vorlagen passe ich dann jährlich unseren Bedürfnissen an. So wachsen unsere Traditionen und Routinen. Ich habe weniger Stress und gleich einen Anhaltspunkt, auf den ich aufbauen kann.
Wenn wir diese Listen rechtzeitig herausholen, haben wir auch noch ausreichend Zeit zum Planen ;).
Hier stelle ich sie dir als Download ein:
Vertiefende Links:
- Ein Beispiel am Thema Jom Teruah: Wie wir dieses wunderbare Fest 2024 gefeiert haben.
- Falls dich das Thema interessiert: wie Juden ihre Feste feiern – bzw. ihren Kindern erklären: schaue dir dieses Video an: Schalömchenbahn
Schreibe uns gerne. Ich würde mich freuen, von dir zu lesen.
Welche Feste feiert ihr als Familie? Habt ihr spezielle Familientraditionen? Wie planst du Feste? Wie feiert ihr die biblischen Feste?
Der ewige Gott, der wunderbare Zeitpunkte für uns geschaffen hat, schenke euch seine Freude am Feste feiern, Kreativität im Vorbereiten und seinen tiefen Schalom.

einfach gesegnet und reich beschenkt
