Den Haushalt bewältigen – wenn Kinder helfen. Teil 1
Gerade in einer großen Familie kann der Haushalt überwältigend werden. Um Entlastung und ein Wohlbefinden für alle zu schaffen, können auch die Kinder schon mithelfen. Wenn wir alle als Team arbeiten, geht es viel leichter und die Arbeit macht (mehr) Freude. Welche Rolle Eigenverantwortung der Kinder, ihre Routinen und Hausregeln dabei spielen, den Haushalt zu bewältigen, sehen wir uns in diesem Artikel genauer an. Genauso betrachten wir, was die Bibel und das BGB dazu sagen, dass Kinder im Haushalt helfen.
Der Haushalt bei uns:
Ordnung ist für mich essenziell, gerade wenn so viele Menschen zusammenleben wird es schnell chaotisch. Ordnung bedeutet für mich Wohlbefinden, ich wünsche mir dass wir uns alle zu Hause wohlfühlen. Dass das gelingen kann (und nicht ich alleine, wie eine Verrückte allem hinterherlaufen muss) hat jeder seinen Teil, den er dazu beiträgt.
- Wenn jeder mit hilft, kann sich auch jeder wohlfühlen.
- Die Mama hat mehr Zeit für andere Dinge, um etwas Schönes gemeinsam zu machen, etwas vorzulesen oder mit uns herauszugehen.
- Mama ist auch ausgeglichener, das bedeutet, die Atmosphäre zu Hause ist schöner.
- Die Kinder lernen Verantwortung und Selbstständigkeit.
Das sagt die Bibel:
„…. Wenn jemand nicht arbeiten will, so soll er auch nicht essen!“
2. Thessalonicher 3,10b – SLT
Das klingt extrem, wenn man es sich aber logisch überlegt, ist es das gar nicht.
Es bedeutet für mich einfach nur, jeder bringt sich ein, so wie er es eben kann, und jeder bekommt, was er braucht.
Selbst ein Kleinkind kann schon etwas beitragen, z.B.:
- etwas auf den Tisch stellen
- Kleinigkeiten in der Küche erledigen
- Eigenverantwortung lernen
Wenn du dir dafür Zeit nimmst, die Kinder einzubinden, gewinnst du auf Dauer!
Natürlich braucht es Unterstützung und es dauert zunächst länger, als wenn man es selbst macht, aber so lernt jedes Kind sich einzubringen. Die wunderbaren Resultate werden deine Mühen entschädigen.
Gehört es nicht verboten, dass Kinder mithelfen? – Das BGB kommt zu Wort:
Wusstest du, dass die Kinder laut dem Bürgerlichen Gesetzbuch (BGB) dazu verpflichtet sind, zu Hause zu helfen?
BGB § 1619 Dienstleistungen in Haus und Geschäft
Das Kind ist, solange es dem elterlichen Hausstand angehört und von den Eltern erzogen oder unterhalten wird, verpflichtet, in einer seinen Kräften und seiner Lebensstellung entsprechenden Weise den Eltern in ihrem Hauswesen und Geschäft Dienste zu leisten.
Es ist also auch gesetzlich vorgesehen, dass unsere Kinder im Haushalt helfen.
Welche Vorteile hat es für die Kinder, wenn sie im Haushalt helfen?
Unsere Kinder profitieren davon, wenn sie sich einbringen lernen.
Wenn wir unseren Kindern beibringen, sich einzubringen, Aufgaben pflichtbewusst und ordentlich zu erledigen, fördern wir sie. Es wird ein kostbarer Schatz fürs Leben gelegt:
- Wir-Gefühl in der Familie wächst.
- Hilfsbereitschaft kommt in den Fokus
- Offene Augen für die Bedürfnisse Anderer werden trainiert
- Ein Verständnis für die Wertigkeit von Arbeitskraft wird entwickelt
(Etwas erhalten bedeutet auch etwas dafür tun). - Respekt und Wertschätzung, wenn andere etwas für mich tun, bildet sich.
- Pflichtbewusstsein wird angelegt
- Ordnungsempfinden wird geprägt
Vorteile für die Eltern und Familienmitglieder?
- Die Arbeit verteilt sich auf mehrere Schultern
- Wir sind ein Team und das ist spürbar.
- Wenn jeder etwas tut, wird es keinem zu viel.
- Mama ist entspannter – die Atmosphäre verbessert sich
- Wertschätzung wird in der Familie gelebt.
Wie lernen Kinder, im Haushalt zu helfen?
1. Du musst sagen, WAS du erwartest und es mit den Kindern einüben, bevor du erwarten kannst, dass es gut funktioniert.
2. Die Erwartungen sollten dem Entwicklungsstand des Kindes angemessen sein.
3. Sei zufrieden, wenn sie sich Mühe geben und schätze ihren Einsatz wert, so wie deine Arbeit auch wertgeschätzt werden soll.
4. Überfordere deine Kinder nicht.
5. Lehre sie, mit fröhlichem Herzen geht die Arbeit viel schneller von der Hand.
6. Wir sind ein Team, jeder hilft mit, auch Kind XY.
Sinnvoll erachte ich es, wenn sich zunächst jeder an die „Grundregeln des Hauses“ halten kann, bevor extra Dienste eingeführt werden. Damit sind Dinge gemeint, wie; wenn ich etwas verschüttet habe, putze ich es wieder auf (wenn nötig mit Unterstützung). Ich bin verantwortlich, dass ich die Dinge wieder aufräume, die ich gerade genutzt habe. Das kann auf die gleiche Art und Weise gelernt werden. Gehe altersentsprechend kleinschrittig vor.

So könnte das beispielsweise aussehen:
„Schau, deine Milch ist verschüttet. Das ist nicht schlimm, aber du musst es wieder sauber wischen.
Du brauchst einen Lappen.
Der Lappen ist: in Schublade…
Wir gehen gemeinsam holen ihn.
Du legst ihn auf den Boden und wischt es auf, so, schau, da ist noch etwas.
Jetzt ist der Lappen nass und muss in die Wäsche, wir bringen ihn gemeinsam in die Wäsche.
Jetzt kannst du weiter trinken, pass auf, dass das Wasser diesmal im Glas bleibt.“
Habt ihr Hausregeln? Umgangsregeln?
Hier einige Umgangsregeln aus der Bibel
Bevor ein Dienst für die Familie eingeübt werden kann, ist es notwendig, dass das Kind zunächst für sich selbst Verantwortung übernimmt. Jedes Kind sollte wissen, dass es sich an bestimmte Haus- und Umgangsregeln halten muss, dazu gehört auch die Eigenverantwortung. Diese zu erlernen „läuft oft nebenher“ und kann durch die täglichen Routineaufgaben trainiert werden.
Hier sind mögliche Vorschläge, unterteilt in Selbstständigkeit für große und kleine Kinder:
So können sie aussehen:
Selbstständigkeit: kleine Kinder:
Für Kleinkinder betrifft das zum Beispiel, es kommt hier auf das Alter und den individuellen Entwicklungsstand an:
- Schuhe anziehen/ holen
- Jacke und Schuhe wieder aufräumen
- Die Windel holen/ in den Müll schmeißen
- Aufs WC gehen
- Den Schlafanzug/ dreckige Wäsche in die Wäschetonne
- Das Lätzchen anziehen / aufräumen
- Eigenen Teller decken/ abräumen etc.
Selbstständige „Routineaufgaben“ für große Kinder:
Unsere Kinder wissen, dass sie sich z.B. erst anziehen sollen, bevor es Frühstück gibt. All diese kleinen Routinen können den Alltag erleichtern. Diese einzuüben, dass sie selbstverständlich ablaufen, das ist eine herausfordernde Aufgabe, die sich allerdings lohnt.
- Bett schön machen,
- sich anziehen
- eigene Wäsche aufräumen
- Schmutzwäsche an den dafür vorgesehenen Platz räumen, saubere Wäsche in den Schrank
- Schulsachen packen, Hausaufgaben beginnen
- beim Hinausgehen; Wetter beachten: sich um Kopfbedeckung, Wasserflasche, Regenjacke, geeignetes Schuhwerk kümmern
- Wenn nötig: den Kleinen beim Anziehen helfen (wenn wir das Haus verlassen müssen und Zeitmangel ist)
- Fahrrad aus dem Keller holen, selbst wieder aufräumen bzw. abschließen
- eigenen Rucksack tragen (ich kann nicht für 5 Kinder alles tragen, jeder, der groß genug ist, trägt seine Sachen.)
- eigenverantwortlich: Zähneputzen, Gesicht waschen, Duschtage einhalten etc.
Zu der Eigenverantwortung kommen dann die Haus- und Umgangsregeln mit dazu. Vieles lernen die Kinder parallel. Erst danach macht es Sinn, feste Dienste / Haushaltsaufgaben zu verteilen.
Mache deine Regeln zuerst, z.B.
- Was herausgeholt wurde, wird wieder weggeräumt (von dem, der es herausgeholt hat)
- Wer Hilfe braucht, fragt darum (und schreit nicht)
- Jeder räumt seine Jacke und Schuhe nach dem Tragen wieder auf usw.
- Es wird gehorcht, wenn die Eltern etwas sagen.
- Wir wertschätzen einander, sagen: Bitte und Danke
- Wir machen die Aufgaben mit fröhlichem und bereitwilligem Herzen
- Wir sind ein Team und helfen zusammen
- Jeder bringt sich ein
Fazit:
Zusammenfassend kann gesagt werden, es ist ein wertvoller Schatz, wenn ein Kind sich einbringen darf. Wenn Kinder im Haushalt helfen können, es ist sogar unbedingt notwendig für eine gesunde Entwicklung, dass wir ihnen etwas zutrauen. Die Bibel als auch das BGB sprechen davon, dass sich jeder einbringt und eine Familie zusammen hilft. Die Eigenverantwortung ist die Basis für weitere Schritte in Richtung Selbstständigkeit und Aufgaben für die Teamaufgaben einer Familie.
Wenn der Haushalt aufgeteilt wird, wird es keinem zu viel und alle haben Freude miteinander.
Konkrete Ideen für Dienste und wie wir sie einüben und aufteilen, besprechen wir in Teil 2.
Den Haushalt bewältigen – wenn Kinder helfen, Teil 2 -Dienste und Verantwortungsbereiche
Welche Haus- oder Grundregeln habt ihr? Wie klappt es bei euch mit der Eigenverantwortung?
Ich freue mich, von euch zu lesen, schreibe gerne einen Kommentar.
Bonus: Umgangsregeln: Bibelverse für unser Miteinander

einfach gesegnet und reich beschenkt
